Soziale Bewegungen der Fordistischen A¨ ra

Mit dem New Deal der 1930er Jahre wurden die Grundlagen fur die fordistische Phase des amerikanischen Kapitalismus gelegt, das Goldene Zeitalter des Fordismus setzte jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg auf der Basis neuer Produktionstechnologien und im Kontext neuer internationaler Arrangements (Bretton Woods, Vorherrschaft des Dollar) ein. Dies Keynesianisch-fordistische, von einem intensiven Akkumulationsmodus gekennzeichnete System generierte, abgefedert durch sozialstaatliche Politik, dank Fließband-gestutzter Massenproduktion, Produktivitatswachstum und Lohnzuwachsen eine Wachstumsphase einmaliger und relativ breitgestreuter Prosperitat (Glyn et al. 1990). Allerdings waren die sozial- und wohnungspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung so gestaltet, dass AfroamerikanerInnen jeweils benachteiligt waren: weder konnten Schwarze in gleichem Maß von den Fo¨rderprogrammen fur Eigenheimbesitz profitieren wie Weiße, noch waren sie frei in der Wahl ihrer Wohngegend (vgl. z. B. Freund 2007). Auch hatten die im Kongress erzielten Kompromisse zwischen Jim Crow-Sudstaaten und ‚freien' Nordstaaten Zugestandnisse an den Suden fixiert, die bspw. in der Sozialversicherungsgesetzgebung oder auch beim National Labor Relations Act von 1935 dafur sorgten, dass Schwarze von den neuen sozialen Rechten ausgeschlossen blieben. Damit blieben Disparitaten bei Einkommen genauso wie Ausbildung selbst in der goldenen A¨ ra des Fordismus festgeschrieben: der fordistische Fahr stuhleffekt galt nicht fur Afroamerikaner. Erst der breiten Mobilisierung der Burgerrechtsbewegung mit dem Ziel, auch dieser Gruppe die Teilhabe am amerikanischen Traum zu erlauben, gelang es, nach 1965 Verbesserungen in der Situation der Schwarzen herbei zu fuhren. Die Segregation nach ‚Rasse' war vom Obersten Gerichtshof 1954 (Brown vs. Board of Education) aufgehoben worden – und doch beeinflusst die jahrhundertelange Unterdruckung und Entrechtung der AfroamerikanerInnen sowie auch die Ausgrenzung bestimmter migrantischer bzw. ethnischer Gruppen die Dynamik sozialer Bewegungen in den USA bis heute.

Zunachst setzte die Burgerrechtsbewegung selbst Maßstabe, auf die sich folgende Bewegungen immer wieder bezogen. Die Aufhebung der Segregation war durch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Suden noch lange keine Realitat. Mit Hilfe von Ressourcen und Infrastrukturen der schwarzen Kirchen und ihrer charismatischen Fuhrer begannen afroamerikanische Communities zunachst, sich gegen den weißen Terror zu organisieren. So schufen sie die notwendige Massenbasis fur die Busboykotts (Baton Rouge 1953, Montgomery 1955/56), zahllose Aktionen des zivilen Ungehorsams, und die studentischen Sit-ins (1960), die dank der Freedom Rides (1961) und dem Marsch auf Washington (1963) zu einer breiten nationalen Bewegung wurden. Involviert war dabei eine Bandbreite verschiedener Akteursgruppen mit unterschiedlichen Handlungsrepertoires, die parallel auf juristischem Weg (Interessengruppen und Advocacy-Organisationen wie die National Association for the Advancement of Colored People, NAACP), mit Kampagnen der direkten Aktion (Lunch Counter Sit-ins, Freedom Rides), mittels Wahlerregistrierung sowie Massenmobilisierung, sowohl einzeln als auch in Koalitionen, hinreichend o¨ffentlichen Druck erzeugen konnten, um schließlich die politische Gleichheit durchzusetzen (Verabschiedung 1964 des Burgerrechts- und 1965 des Wahlrechtsgesetzes).

Angesichts dennoch anhaltender Gewalt gegen Burgerrechtler wuchs unter der jungeren Generation die Sympathie fur Black Power und Malcolm X's BlackMuslim-Bewegung. Nachdem Malcolm X 1965 ermordet wurde, schwor das Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC) 1966 dem gewaltlosen Widerstand Martin Luther Kings ab, wohingegen die NAACP sich von beiden Stro¨mungen distanzierte. Ebenfalls 1966 grundete sich die Black Panther Partei, um – auf das konstitutionell garantierte Recht auf Selbstverteidigung pochend–bewaffneten Widerstand gegen die fortdauernde Unterdruckung der Schwarzen zu leisten. Wahrend die vereinte Burgerrechtsbewegung so zerfiel, brachen jahrlich – von 1964 bis 1967 – tagelange ghetto riots in Stadten des Nordens aus, bei denen – wie in Los Angeles, Detroit oder Newark – jeweils Dutzende von Menschen ums Leben kamen, weit uber Tausend verletzt wurden, und enormer Sachschaden entstand.

Diese Form stadtischer Revolte findet sich in europaischen Stadten der Zeit nicht, sie stellt also ein US-amerikanisches Spezifikum dar. Hintergrund der zunehmenden Konzentration sozialer Probleme in den (Innen)Stadten des Nordens und Westens sind o¨konomische, demographische und sozialraumliche Verschiebungen, die in der Deindustrialisierung (Schließung bzw. Verlagerung der großen Automobil-, Stahl-, und anderer fordistischer Industrien) ihren Ausgangspunkt haben. Der Arbeitsplatzabbau traf vor allem die in der großen Migrationswelle nach dem 2. Weltkrieg vom Suden der USA in die expandierenden Fertigungsanlagen des Nordens und Westens gewanderten AfroamerikanerInnen bzw. ihre Nachkommen, die – arbeitslos und durch diverse Stadterneuerungsprogramme aus ihren angestammten Vierteln vertrieben, und von rassistischer Wohnungpolitik und Polizeigewalt gedemutigt – kaum andere Formen des Protests sahen.

Die sozialraumlichen Verschiebungen hatten ihren Ursprung neben der Abwanderung der Industrien auch in der Flucht der wachsenden weißen Mittelklassen in die Vorstadte. Die (staatlich subventionierte) Expansion der suburbs wiederum etablierte nicht nur neue Formen sozialraumlicher Segregation; sie schuf auch ein neues Modell lokaler Community, in der die gro¨ ßtenteils weißen Bewohner quasi ein Recht auf ethnisch homogene Mittelklasse-Viertel entwickelten, die von niedrigen Steuern, effizienten Dienstleistungen und uppigen Konsumgelegenheiten charakterisiert sind. Schon vor dem „white backlash“ der 1970er Jahre war dieser rassistisch gefarbte Anspruch wichtiger Bestandteil des politischen Bewußtseins der fordistischen weißen Arbeiterklasse: sie nahm ihre wirtschaftlichen Interessen und ihre kollektive Verantwortung aus der Perspektive des Individualismus des weißen Eigenheimbesitzers wahr. Diese Perspektive sollte sich wenig spater als Wegbereiter der Neoliberalisierung eignen.

Der Black Power Bewegung folgten alsbald Mobilisierungswellen weiterer ethnischer Minderheiten (z. B. Indigene, Brown Power). Diese Bewegungen zielten samtlich auf politische Inklusion. Die verschiedenen Varianten ethnischer und nationaler Bewegungen werden mit dem Begriff der Sixties Movements mit weiteren wahrend dieser Dekade (nicht nur in den USA) explodierenden Bewegungen zusammen gebracht: der Anti-Vietnam-Kriegs- und Studentenbewegung, der Stadtteilbzw. Community-Bewegung, der Frauenbewegung, und der neu entstehenden Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung. Alle reagierten in gewisser Weise auf Krisenphanomene des fordistischen Wachstumsmodells, und beeinflussten und politisierten sich gegenseitig: wahrend die Frauen gegen ihre Rolle im „goldenen Kafig“ des suburbanen Eigenheims rebellierten (Friedan 1963), wehrten sich die (meist ethnischen ‚Minoritaten' angeho¨rigen) InnenstadtbewohnerInnen gegen Stadterneuerungsprogramme (sog. Urban Renewal-Programme, die jedoch als „urban removal“, als Vertreibungsprogramme wahrgenommen wurden) und forderten Selbstbestimmung in ihren Communities (Fainstein und Fainstein 1974). Wahrend in Europa vor allem Jugendliche, Studierende und Migranten vergleichbare Bewegungen gegen das fordistische (Konsum- und Lebens-)Modell anfuhrten, und die sozialen (Klassen)Kampfe allmahlich weg von den Fabriken und hin zur „reproduktiven Sphare“ und auf Einrichtungen des kollektiven Konsums orientierten, verlegte in den USA der sowohl fur gewerkschaftliches wie nachbarschaftliches Organizing beruhmt gewordene Saul Alinsky (2011) bereits in den fruhen 1960er Jahren die Mobilisierungsarbeit von den Fabriken in die innerstadtischen Communities, wo er eine nachhaltige Tradition pragmatischer Stadtteilarbeit begrundete, die – mit Ausbildungsinstitutionen und standardisierten Organisierungsmodellen bis heute die stadtischen Bewegungen pragt (vgl. Castells 1983; Mayer 1987; Swarts 2008).

Dem Schutz und der Bewahrung der Natur verpflichtete Organisationen existierten in den USA bereits seit langem, die bekannteste, der 1892 gegrundete Sierra Club, war allerdings, wie die meisten, gesellschaftlich konservativ, und schloss beispielsweise Afroamerikaner von der Mitgliedschaft aus. In den 1960er Jahren jedoch drang eine neue Generation von AktivistInnen – aus der jugendlichen Gegenkultur, der Friedens-, Studenten-, Frauen- und anderen Burgerbewegungen– in diese bestehenden Organisationen und grundeten auch neue Umwelt- und O¨ kologiegruppen. Gemeinsam erzielten sie schnelle Erfolge: Bereits 1969 verabschiedete die Bundesregierung ein Umweltschutzgesetz, 1970 setzte Prasident Nixon die Environmental Protection Agency ein. Radikalere Umweltorganisationen wie Earth First! oder Earth Liberation Front entstanden erst 1980 beziehungsweise 1992, um gegen den „Ausverkauf“ der mainstream Umweltbewegung ein Zeichen zu setzen. Bis heute unterstutzen weit mehr AmerikanerInnen professionelle Kampagnen-Organisationen wie Greenpeace (die durchaus auch zur Methode gewaltfreier direkter Aktion greifen).

Eng verbunden mit der O¨ kologiebewegung ist die Anti-AKW-Bewegung, die

sich in den 1970er Jahren zur nationalen Bewegung auswuchs: 1974 fand das erste bundesweite Treffen der Citizens Movement to Stop Nuclear Power (organisiert von der Nader-Gruppe, eine der wichtigsten Verbraucherorganisationen) statt. Eine wichtige Vorreiterrolle spielte die Clamshell Alliance, die in New Hampshire gegen ein geplantes AKW mobilisierte. Die erfolgreiche Besetzung des Seabrook Baugelandes im April 1977 durch circa 2000 Aktivisten, von denen schließlich weit uber Tausend verhaftet wurden, wurde richtungsweisend fur eine neue Massenbewegung, in der gut vorbereitete Besetzungen, Betonung von Gewaltlosigkeit, antihierarchische und basisdemokratische Organisationsformen (Prinzip der Affinitatsgruppe, consensus-decision-making) zentrale Elemente des Handlungsrepertoires wurden, wie schon in den Anfangen der schwarzen Burgerrechtsbewegung. Auch diese Bewegung erzielte schnelle Reformen, v.a. nach dem Fast-GAU in Harrisburg (im Marz 1979) wurde der o¨ffentliche Druck so stark, dass die Regierung ein Moratorium des Kernenergieausbaus beschloss. Allerdings hat sich im AKW-Bereich genauso wie in anderen o¨kologisch problematischen Industrien ein regelrechter industrieller Komplex fur Kontrollsysteme herausgebildet, der im wesentlichen aus den Konzernen besteht, die die jeweiligen Risiken und Schaden verursachen.

Wie in der Umweltbewegung dominierte auch in der US-amerikanischen Frauenbewegung die liberale Stro¨mung gegenuber einem radikalen Flugel. Angesichts der fur die Belange der Frauen relativ offenen Demokratischen Partei und Staatsapparate machte sich der Feminismus die Gleichheitspostulate des klassischen Liberalismus zu eigen, um insbesondere gleiche Rechte (auf Ausbildung und Arbeitsplatze) sowie gleichen Schutz als Personen (vor Gewalt und Misshandlung) einzufordern. Nach dem Vorbild der Burgerrechtsbewegung ging es der Frauenbewegung zentral um „equal opportunity“ – und da in der Folge der Burgerrechtsbewegung „separate but equal“ in den USA jede Legitimitat verloren hatte, impliziert das Gleichheitspostulat in der Tat radikal ‚gleiche Behandlung' – ob am Arbeitsplatz oder im Militar. Die Bewegung der radikalen Feministinnen (die eine Hoch-Zeit zwischen 1968 und 1973 erlebte) dagegen scheute sich nicht, Unterschiede zwischen Frauen und Mannern zu betonen. Dieser Flugel wahnt Frauen haufig als naturnaher und pazifistischer, und uberschneidet sich teilweise mit den Umwelt-, Friedens- und Antinuklear-Bewegungen, in anderen Teilen mit Bewegungen ethnisch minoritarer Frauen. Letztere hatten nicht nur den Kampf gegen den Sexismus (auch den schwarzer Manner), sondern auch den gegen Rassismus (auch den weißer Feministinnen) zu fuhren. Viele BeobachterInnen sehen arme Frauen und Arbeiterinnen, ob farbig oder weiß, sowie women of color der Mittelschicht in den 1970er bis 1990er Jahren als eher marginalisierte Teile der Frauenbewegung (z. B. Levin 1990), aber Afroamerikanerinnen sowie Gewerkschafterinnen waren durchaus prasent, sie waren u. a. auch an der Grundung von NOW beteiligt (vgl. B. Roth 2004; Fonow 2003; S. Roth 2003).

Insgesamt hat die Frauenbewegung dort, wo sie materielle Benachteiligungen von Frauen und geschlechtsspezifische Auswirkungen des unterentwickelten amerikanischen Sozialstaats aufgriff, im internationalen Vergleich jedoch wenig erreicht: der Feminisierung von Armut konnte sie weder in Bezug auf staatliche Unterstutzungsleistungen fur untere Einkommensschichten und WelfareEmpfangerinnen entgegenwirken, noch den stagnierenden Lo¨hnen vor allem in schlecht bezahlten Arbeitsplatzen. Im Maß wie sie Mutterschaft allem voran als individual choice definiert, hat sie auch keine protektionistischen Maßnahmen fur Frauen als Mutter durchsetzen ko¨nnen. Andererseits hat die US-amerikanische Frauenbewegung fruher als anderswo Themen, die kennzeichnend fur die neue Frauenbewegung wurden, auf die politische Agenda gesetzt, wie Gewalt in der Ehe, Abtreibung, sexuelle Belastigung, und sexuelle Selbstbestimmung.

Gemeinsam ist zumindest den radikalen Stro¨ mungen der letztgenannten drei Bewegungen (Frauen, Antiatomkraft, Umwelt), dass sie weitere neue Taktiken in die Praxis der sozialen Bewegungen einfuhrten (die sowohl aus der Tradition der Quaker als auch der Burgerrechtsbewegung ubernommen wurden): direct action, consensus-decision-making, affinity groups und spokes councils wurden wichtige Elemente des bis dato von Demonstrationen, Teach-ins und Sit-ins dominierten Handlungsrepertoires. Vergleichbare Bewegungen firmierten in Westeuropa unter dem Namen ‚Neue Soziale Bewegungen' (im Gegensatz zur „alten“ Arbeiterbewegung); die amerikanischen fungierten dabei als Vorreiter, denn sie traten in den USA dank der langen Tradition thematisch spezifischer, basismobilisierender Bewegungen bereits fruher auf als in Deutschland, England, oder Frankreich.

Wahrend sich diese Bewegungen im Lauf der 1970er und 80er Jahre teils verbreiteten, teils ausdifferenzierten und fragmentierten, und vielfach in mehr oder weniger kooptierte – NGOisierte oder kommerzialisierte – Formen von Interessenpolitik transformierten, fanden sich Teile dieser Bewegungen im globalisierungskritischen Social Justice Movement wieder, das 1999 in Seattle die politische Buhne betrat, aber schon langer (mehr oder weniger latent) entlang der neuen, mit zunehmender Globalisierung und Neoliberalisierung auftretenden Verwerfungen mobilisierte.

Gleichzeitig entstanden neue Armutsbewegungen (Piven und Cloward 1977), von Betroffenen sowie von advocacy-Organisationen. Ein Beispiel fur letztere ist die Organisation Community for Creative Non-Violence CCNV), die, mit Wurzeln im Catholic Workers Movement, 1970 zur Starkung der Rechte von Obdachlosen

gegrundet wurde, und christliche Tradition mit Gewaltfreiheit und zivilem Ungehorsam verbindet. In einer Vielzahl solcher, meist lokal orientierter Bewegungen wird gleichzeitig versucht, politisch zu mobilisieren und das lo¨chrige soziale Netz des US-Wohlfahrtsstaats auszugleichen und U¨ berlebenshilfe fur Arme und Obdachlose zu organisieren. Deren Zahlen nahmen in den USA selbst wahrend der fordistischen Phase nicht ab, da v. a. rassistisch diskriminierte Gruppen von diesem Modell ausgeschlossen blieben und weil das Sozialhilfeprogramm nie als Kompensation fur fehlende Arbeitsmarktpartizipation, sondern primar fur Alleinerziehende konzipiert war.

Insgesamt eint die Sixties-Bewegungen sowie die folgenden Frauen-, Umwelt- und Community-Bewegungen der 1970er Jahre die Kritik am US-amerikanischen Wachstums- und Urbanisierungsmodell, das dank Suburbanisierung und Wohneigentum stetig expandierende Konsumbedurfnisse genahrt und fur rasantes Wachstum gesorgt hatte, aber zunehmend an seine inneren wie außeren Grenzen v. a. in Bezug auf Ressourcenverbrauch stieß.

Neben den bislang dargestellten mehr oder weniger progressiven Bewegungen mobilisierten in jeder und auch dieser Phase der amerikanischen Geschichte auch konservative, rechte und reaktionare Bewegungen. Angefangen mit den Hexenjagden im kolonialen Salem, uber den anti-katholischen Nativismus der 1800er Jahre, die Know-Nothings in den 1840er Jahren, die rechten Populisten in der 1890er Dekade, die Palmer Raids 1919-20, den Ku-Klux-Klan in den 1920ern, die John Birch-Gesellschaft in den 1950ern, bis zur Goldwater-Bewegung Mitte der 1960er Jahre korrespondierten jeder Periode wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels auch rechte, xenophobe und rassistische Bewegungen. In unterschiedlicher Weise reagierten sie auf wirtschaftliche und kulturelle Veranderungen, die als bedrohlich fur den gesellschaftlichen Status der jeweiligen Gruppe wahrgenommen wurden. Auch sie reflektieren das verbreitete Muster von Ein-PunktBewegungen, die ihre Forderungen zumeist innerhalb der Ideologie des American Dream artikulieren, zum Beispiel mit dem Motto „Take back America!“ Die Tea Party, die im nachsten Abschnitt ausfuhrlicher dargestellt wird, steht ebenfalls in dieser Tradition.

 
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