Fazit

Die US-amerikanische Umweltpolitik ist ein relativ junges Politikfeld im nationalen Kontext. Erst in den 1970er Jahren wurde es Teil der nationalen Agenda. Wahrend Prasident Nixons proklamierten Jahrzehnt der Umwelt entstanden die wichtigen Institutionen, wie etwa die EPA, Gesetze wie der Clean Air Act und politischen Instrumentarien wie etwa der citizens suit, welche die US-amerikanische Umweltpolitik bis heute pragen. Aus dieser Zeit stammen jedoch auch die strukturellen Probleme, mit denen die Umweltpolitik bis heute zu kampfen hat: Unterfinanzierung der Programme und unklare Zustandigkeiten zwischen den einzelnen Beho¨rden, sowie zwischen den Bundesstaaten und dem Zentralstaat. Trotz oder wohl gerade deswegen zahlt Umweltpolitik in den USA mittelfristig zu den Politikfeldern der Zukunft. Nach einer Umfrage von 2005 sehen sich 70 % der Amerikaner als aktive Naturschutzer oder zumindest Umweltschutzbelangen positiv zugewandt. 24 % der Amerikaner ordneten sich Umweltbelangen gegenuber als neutral ein und nur 4 % der Befragten gaben an, dass sie kein Verstandnis fur Umweltpolitik hatten. Auch wenn Umweltschutz von den Befragten selten als ho¨chste politische Prioritat eingeordnet wurde oder sie ihr Wahlverhalten danach ausrichten wurden, so finden Umweltschutzprogramme große Unterstutzung in der US-amerikanischen Bevo¨ lkerung (Klyza und Sousa 2006, S. 26).

In der Zukunft steht die US-amerikanische Umweltpolitik vor großen Herausforderungen – national wie auch international. Diese reichen von einer notwendigen Vereinfachung des politischen Prozesses und Fragen ihrer Finanzierbarkeit bis hin zu thematischen Herausforderungen wie einer nachhaltigen Energiepolitik, dem globalen Klimawandel oder dem Konnex zwischen Umwelt und nationaler Sicherheit. Seit Reagans Politik der nationalen Deregulierung und insbesondere in Zeiten von divided government spielen sich wichtige Veranderungen und Neuerungen im Bereich der Umweltpolitik auf einzelstaatlicher und lokaler Ebene ab. Bislang in seiner Relevanz unterschatzt, sind es jedoch gerade die globalen Herausforderungen von Klimawandel bis hin zu dem immer wichtigeren Zusammenhang zwischen Umwelt und Weltwirtschaft oder Umwelt und nationaler Sicherheit, welche die Diskurse bestimmen werden. Damit vollendet sich auch der Wandel der US-amerikanischen Umweltpolitik von Aspekten der Ressourcenschonung oder des Natur- und Wildtierschutzes uber Umweltverschmutzung bis hin zu Fragen des Umgangs mit Giftstoffen und Industrieabfallen und ihres Einflusses auf die menschliche Umwelt. In diesem Kontext wird es mit die gro¨ßte Herausforderung fur die US-amerikanische Politik sein, Strategien nicht nur fur nationale, sondern auch fur uberregionale und internationale Umweltproblematiken zu entwickeln.

 
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