Die US-Energiewirtschaft

2.1 Energiekonsum, Energiemix und Energieproduktion

Die USA sind weltweit der gro¨ ßte Energieverbraucher. Im Jahr 2012 verbrauchten sie 2,39 Milliarden Tonnen O¨ leinheiten (toe) (94,98 Quads (Quadrillionen British

Thermal Units (Btu)) (EIA 2013j, S. 7). Zum Vergleich: Der deutsche Energieverbrauch betrug im Jahr 2012 325,9 Millionen toe (13.645 Peta Joule) (Ziesing 2013, S. 4). Einen vorlaufigen Ho¨hepunkt erreichte der Energiekonsum im Vorkrisenjahr 2007 (101,3 Quads), um dann in der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich zuruckzugehen (vgl. Abb. 1). Mit der wirtschaftlichen Erholung des Landes nahm der Energiekonsum wieder zu, ist aber seit 2010 leicht rucklaufig. Der relative Anteil der USA am Weltenergiekonsum sinkt zwar kontinuierlich, dennoch entfallt knapp ein Funftel (17,7 %) auf sie. Damit ist ihr Anteil ho¨ her als der der EU (13,4 %) (BP 2013, S. 40).

Der Großteil des US-amerikanischen Energiekonsums wird aus fossilen Energiequellen gedeckt, allen voran O¨ l. Der Anteil des wichtigsten Primarenergietragers O¨ l lag in den USA seit den 1970er Jahren konstant bei etwa

40 %, ist aber in den letzten Jahren leicht gesunken und lag 2012 bei 36 % (vgl. Abb. 2). Der Anteil erneuerbarer Energien an der Deckung des

Primarenergieverbrauchs der USA belief sich 2012 auf 10 %. Erdgas hat an Bedeutung gewonnen, wahrend der Anteil von Kohle am Gesamtenergiekonsum deutlich rucklaufig ist.

Auf die Industrie entfallt mit 32 % der gro¨ßte Anteil am Gesamtenergiekonsum der USA, gefolgt vom Transportsektor (28 %), den privaten Haushalten (21 %) und dem Gewerbe/Dienstleistungen/Handel (19 %) (EIA 2013i, S. 23). Die US-amerikanische Energy Information Administration (EIA) erwartet nach ihrem Referenzszenario des Annual Energy Outlook 2014 (early release), dass der Gesamtenergieverbrauch zwischen 2012 und 2040 jahrlich um 0,4 % steigen und im Jahr 2040 bei etwa 2,71 Milliarden toe (106,3 Quads) liegen wird. Demnach soll der Konsum von Erdgas jahrlich um 0,8 % steigen, der von Kohle um 0,3 %, Kernenergie um 0,2 %, Wasserkraft um 0,3 %, Biomasse um 1,9 % und der von anderen erneuerbaren Energien um 2,5 %, wahrend der Verbrauch von Erdo¨l jahrlich um 0,1 % sinken soll. Der Konsum weiterer Energietrager – einschließlich nichtbiogener Siedlungsabfalle, Flussigwasserstoff und Nettostromimporte – sinkt jahrlich um 0,4 % (EIA 2013n). Der Energiekonsum in den USA ist vergleichsweise hoch. Dennoch ist die US-amerikanische Volkswirtschaft heute weniger anfallig gegenuber hohen Energiepreisen als noch in den 1970er Jahren. Der Grund dafur ist die gesunkene Energieintensitat der US-Wirtschaft: Der Energieverbrauch pro erwirtschaftetem Dollar des BIP sank zwischen 1990 und 2011 jahrlich um durchschnittlich 1,7 %. Dies ist vor allem darauf zuruckzufuhren, dass die USA weniger energieintensive Industrieguter und mehr Dienstleistungen produziert haben. Die EIA erwartet, dass die Energieintensitat, d. h. der Energieverbrauch pro Dollar des BIP in Preisen von 2005, aufgrund einer verbesserten Energieeffizienz, struktureller Veranderungen der Wirtschaft und steigender Energiepreise zwischen 2012 und 2040 um insgesamt 43 % sinken wird (EIA 2013b, S. 12).

Die USA sind nicht nur der weltweit gro¨ ßte Energieverbraucher, sondern sie nehmen auch eine herausragende Stellung als Energieproduzent ein. Bei den drei wichtigsten Primarenergietragern (O¨ l, Erdgas und Kohle) geho¨ren sie zu den drei

gro¨ßten Produzenten weltweit. Sie sind mengenmaßig der gro¨ßte Produzent von flussigen Brennstoffen (fur die genaue Definition der EIA, s. EIA 2013h) und von raffinierten Erdo¨lprodukten und verfugen uber die gro¨ ßten Raffineriekapaziaten (EIA 2013g). Deshalb ist die Importabhangigkeit im Vergleich zu anderen Staaten der OECD auch gering: Im Jahr 2012 wurden 16,5 % des Energiebedarfs durch

Importe gedeckt (EIA 2013i, S. 3). Die EIA rechnet damit, dass aufgrund des Booms unkonventioneller Gas- und O¨ lfo¨rderung der Importanteil am Gesamtener-

giekonsum der USA bis 2040 auf 4 % fallen ko¨nnte (EIA 2013b, S. 12).

Allerdings fallen Energiemix und -produktion in den USA regional sehr unterschiedlich aus. Die Einzelstaaten mit der ho¨chsten Energieproduktion sind (2011): Texas mit 16,2 % der US-Energieproduktion (insbesondere O¨ l und Gas); Wyoming mit 13,3 % (insbesondere Gas und Kohle); Louisiana mit 5,1 % (insbesondere Gas und O¨ l); Pennsylvania mit 5,0 % (insbesondere Kohle und Gas); West Virginia mit 4,9 % (insbesondere Kohle); Kentucky mit 3,6 % (insbesondere Kohle); und Colorado und Oklahoma mit jeweils 3,5 % (beide insbesondere Gas). Zudem wurden 6 % offshore im Golf von Mexiko produziert (O¨ l und Gas). Illinois und Pennsylvania sind die wichtigsten Produzenten von Kernenergie; Washington und Kalifornien sind fuhrend bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EIA 2013t; EIA 2011b).

2.2 Die einzelnen Sektoren: Status Quo und Entwicklungstrends


2.2.1 Der O¨ lsektor: Renaissance der Produktion

2012 entfielen auf die USA 20,8 % des weltweiten Konsums von Erdo¨l. Zugleich sind die USA der drittgro¨ ßte Roho¨lproduzent der Welt mit einem Anteil von 8,6 % (2012) (EIA 2013g). Wahrend die heimische Produktion von Roho¨ l seit Anfang der 1980er Jahre kontinuierlich gesunken war, erleben die USA zurzeit eine Renaissance der fossilen Energietrager (Vgl. Abb. 3). Die Grunde dafur sind in technologischen Fortschritten zu finden. Gefo¨rdert werden sogenannte unkonventionelle Kohlenwasserstoffe wie tight oil oder Schiefergas durch hydraulic fracturing (Fracking). Bei dieser Methode werden die unterirdischen Vorkommen freigesetzt, indem ein Gemisch aus Chemikalien und viel Wasser uber horizontale Bohrungen mit Hochdruck in die Gesteinsschichten gepresst wird. Im Jahr 2008 lag das Volumen noch bei 5 Millionen Barrel Roho¨l pro Tag; 2012 produzierten die USA bereits rund 6,5 Millionen Barrel pro Tag – Tendenz steigend. Damit hat die Roho¨lproduktion den ho¨chsten Stand in 15 Jahren erreicht. Hauptproduzenten von Roho¨l in den USA sind derzeit Texas, North Dakota, Kalifornien, Alaska und Oklahoma (EIA 2013c). Bei Roho¨ l sind die USA zwar nach wie vor der gro¨ ßte

Nettoimporteur weltweit. Bei Erdo¨lprodukten sind sie jedoch mittlerweile zum zweitgro¨ßten Nettoexporteur nach Russland aufgeruckt (2011); vor wenigen Jahren waren sie auch hier noch Nettoimporteur. Die USA verfugen uber die ho¨chsten installierten Raffinerie-Kapazitaten weltweit (Anteil von 18,2 % an der weltweiten Kapazitat im Jahr 2012) (IEA 2013a, S. 11, 21, 23).

Der Gesamtverbrauch von Erdo¨ l und Erdo¨ lprodukten lag 2012 bei 18,6 Millio-

nen Barrel pro Tag (EIA 2013g). Davon wurden 70 % im Transportsektor, 24 % in der Industrie und der Rest in privaten Haushalten, im Handel und im Stromsektor verbraucht (EIA 2013i, S. 52). Noch wird der heimische Bedarf an Erdo¨lprodukten zu etwa 40 % aus Importen gedeckt (2012) (EIA 2013e). Die Roho¨limporte betrugen 8,5 Millionen Barrel pro Tag (EIA 2013r). Dieser Anteil durfte jedoch in den kommenden Jahren weiter sinken, wenn die USA die Fo¨rderung unkonventioneller O¨ lreserven ausbauen. Wird in den USA uber Energiesicherheit diskutiert, sruckte in der Vergangenheit schnell die Importabhangigkeit beim O¨ l und dabei aus den Landern der arabischen Welt in den Fokus. Dies ist heute trotz sinkender Importe nicht anders. Dabei wird in der o¨ffentlichen Diskussion vielfach ubersehen, dass allein mehr als ein Viertel der Roho¨limporte aus dem Nachbarland Kanada kommt. Lediglich 25 % der Importe stammten 2012 vom Persischen Golf (EIA 2013m). Wie stark die USA in Zukunft abhangig von Erdo¨limporten sein werden, hangt von verschiedenen Faktoren ab: davon, wie groß die wirtschaftlich fo¨rderbaren O¨ lressourcen in den USA tatsachlich sind, wie sich die Nachfrage in den USA entwickelt (die Nachfrage hangt u. a. von der Fahrzeugeffizienz ab), inwieweit die Raffinerien auf heimische O¨ lsorten umrusten sowie nicht zuletzt davon, wie sich die internationalen Energiepreise entwickeln (EIA 2013a, S. 30-39).

2.2.2 Der Erdgassektor: Boom beim unkonventionellen Gas

Dank des Booms bei unkonventionellem Gas sind die USA auf dem Weg, ein Nettoexporteur von Gas zu werden. Zum sogenannten unkonventionellen Gas wird Schiefergas (Gas aus Sand-, Tonstein und Karbonatreservoiren) gezahlt (Gas aus Sand-, Tonstein oder Karbonatreservoiren), tight gas (Gas aus dichten Gesteinen) und Kohleflo¨zgas. 2012 produzierten die USA 681 Milliarden Kubikmeter Erdgas (IEA 2013a, S. 13). 2011 stammten 64 % aus konventionellen Vorkommen, 30 % aus Schiefergasbohrungen und 6 % waren Kohleflo¨zgase (EIA 2013l). Schiefergas ist somit die wichtigste Form des unkonventionellen Erdgases in den USA. Laut Schatzungen der EIA verfugen die USA mit 18,8 Billionen Kubikmetern uber die viertgro¨ßten technisch nutzbaren Schiefergasreserven der Welt (EIA 2013q, S. 10). Die gro¨ßten US-Schiefergasreserven befinden sich im Anadarko, Appalachian, Arkoma, Bend Arch-Fort Worth, Denver, Gulf Coast, Illinois, Michigan, Paradox und Permian Basin (USGS 2013a). Am meisten Schiefergas gefo¨rdert wird bisher im Barnett Shale in Nordtexas, im Fayetteville Shale in Arkansas, im Woodford Shale in Oklahoma, in den Haynesville/Bossier Formations in Louisiana und Texas, im Marcellus Shale im Appalachian Basin, im Eagle Ford in Texas, im Antrim Shale in Michigan sowie in den Appalachian Basin Devonian Shales (USGS 2013b, S. 1). Laut der EIA besteht jedoch noch immer ein großes Maß an Unsicherheit uber die tatsachliche Gro¨ße der US-amerikanischen Schiefergasvorkommen (EIA 2013f,

S. 43). Nicht außer Acht gelassen werden darf zudem, dass sich die unkonventionellen Gasvorkommen schnell erscho¨pfen und daher kontinuierlich neue Vorkommen erschlossen werden mussen: Es sind daher viele Bohrungen no¨tig, um eine bestimmte Gasmenge zu produzieren. Das hat Folgen fur die Umwelt, da große Flachen betroffen sind und große Mengen an Wasser beno¨tigt werden.

Dass die USA einen deutlichen Vorsprung in der Schiefergasfo¨rderung weltweit haben, liegt dabei nicht nur an den umfangreichen Vorkommen. Die Schiefergasproduktion und die Entwicklung von Fo¨rdertechnologien wurden uber Jahre staatlich gefo¨rdert, wahrend die Umweltstandards vergleichsweise niedrig waren. Auch die Eigentumsrechte haben sich positiv ausgewirkt: In der Regel geho¨ren dem Landbesitzer auch die Bodenschatze in seinem Land. Der Anreiz, die Vorkommen auszubeuten, ist somit gro¨ßer, als wenn die Eigentumsrechte an den Bodenschatzen beim Staat lagen. Ein weiterer Faktor ist die Bevo¨lkerungsdichte. Diese ist in vielen Regionen der USA vergleichsweise niedrig, sodass dort Fracking betrieben werden kann, ohne dass Bewohner umgesiedelt werden mussen.

Die Nettoimporte der USA lagen im Jahr 2012 bei 43 Milliarden Kubikmetern. Der Großteil der Erdgasimporte kam 2012 per Pipeline aus Kanada (83,9 Mrd. m3). Zweitgro¨ßter Exporteur in die USA war Trinidad und Tobago (3,2 Mrd. m3). Die Importe aus Trinidad und Tobago wurden als verflussigtes Erdgas (liquefied natural gas, LNG) geliefert (EIA 2013s). Aktuellen Prognosen zufolge werden die USA um 2018 zum Nettoexporteur von Erdgas und bereits 2016 zum Nettoexporteur von LNG (EIA 2013b, S. 13).

Der Stromsektor war 2012 mit 39 % der gro¨ ßte Abnehmer von Erdgas, gefolgt von der Industrie (30 %), den privaten Haushalten (18 %) und dem Gewerbe (12 %). Etwa ein Prozent wurde fur Fahrzeugtreibstoff verwendet (EIA 2013k).

Erdgas hat im Strommix wegen seiner niedrigen Preise gegenuber der Kohle in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen (EIA 2012a, S. 224). Der im internationalen Vergleich niedrige Gaspreis in den USA mindert die Kosten der Herstellung energieintensiver Produkte wie Aluminium und andere Nichteisenmetalle, Stahl, Baustoffe, Kunststoffe oder Papier. Zudem profitiert die chemische Industrie von niedrigen Gaspreisen, da Erdgas als Rohmaterial in der Herstellung vieler Chemikalien, Kunststoffe und Dunger verwendet wird. Laut der International Energy Agency (IEA) sind die Elektrizitatspreise fur industrielle Konsumenten in Japan und Europa im Durchschnitt doppelt so hoch wie fur Wettbewerber in den USA (IEA 2013b, S. 261).

2.2.3 Kohlesektor: Niedergang eines Energietragers?

Die USA verfugen uber die weltweit gro¨ßten erwiesenen Kohlereserven (27,6 % der weltweiten Reserven) (BP 2013, S. 30). Seit dem Beginn des Schiefergasbooms ist der Anteil von Kohle sowohl an der Energieproduktion als auch am Energiekonsum jedoch deutlich gesunken. 2012 wurden zwar 7,5 % weniger Kohle produziert also noch 2011. Dennoch ist das Land nach wie vor der zweitgro¨ßte Kohleproduzent weltweit nach China mit einem Anteil von 13,4 % (2012) an der globalen Produktion (BP 2013, S. 32-33). In Wyoming findet sich das Zentrum der Kohleproduktion. Der Bundesstaat produziert mehr Kohle als die vier nachfolgenden Top-Kohleproduzenten (West-Virginia, Kentucky, Pennsylvania und Texas) zusammen (EIA 2011a). Die EIA erwartet im Referenzfall – also unter der Annahme, dass keine großen energiepolitischen Neuerungen eintreten –, dass die Kohleproduktion in den USA aufgrund schwacher Nachfrage noch fur ein paar Jahre weiter sinkt, sich ab 2015 jedoch erholt und insgesamt zwischen 2012 und 2040 pro Jahr um durchschnittlich 0,3 % wachst (EIA 2013o). Dieser Produktionsanstieg ist auf steigende Exporte, ho¨here Gaspreise und einen Anstieg des heimischen Stromverbrauchs zuruckzufuhren. Im Jahr 2012 waren die USA der viertgro¨ßte Nettoexporteur von Kohle weltweit (die Nettoexporte beliefen sich auf 106 Mio. Tonnen). Gleichzeitig hangt viel von Entwicklungen in der US-Umweltpolitik ab: Hohe Preise fur CO2-Emissionen wurden den Kohlepreis erho¨ hen und die Produktion deutlich hemmen (EIA 2013a, S. 85-86).

Kohle ist seit mehr als 60 Jahren die wichtigste Quelle fur die Stromerzeugung. Derzeit gibt es rund 600 Kohlekraftwerke in den USA. Wahrend Kohle im Jahr 2007 noch einen Anteil von 50 % an der Nettostromerzeugung des Landes hatte, lag dieser im Jahr 2012 allerdings nur noch bei 37 %. Dies liegt insbesondere am vermehrten Einsatz von Erdgas und erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung. Der Anteil von Kohlekraftwerken an der heimischen Stromerzeugung wird bis 2040 weiter sinken (EIA 2013b, S. 14).

2.2.4 Erneuerbare Energien

Am Primarenergiemix der USA machen erneuerbare Energien einen Anteil von 11 % aus (EIA 2013i, S. 3). Im Jahr 2012 basierten 12 % der Nettostromerzeugung auf dem Einsatz erneuerbarer Energien. Den gro¨ ßten Anteil bei den erneuerbaren

Energien hatte Wasserkraft (56 %), gefolgt von Windkraft (28 %), Biomasse (12 %), Erdwarme (3 %) und Solarenergie (1 %) (EIA 2013i, S. 95).

Laut dem Referenzfall der EIA wird die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien zwischen 2012 und 2040 um durchschnittlich 1,7 % pro Jahr wachsen. Dabei wachst die Solarenergie am starksten (relativ, nicht absolut) (um 8,9 % pro Jahr), gefolgt von Biomasse und Geothermie. Die Stromerzeugung durch Windkraft wachst absolut am starksten. Wasserkraft bleibt die mit Abstand wichtigste Form der erneuerbaren Energien, auch wenn die installierte Kapazitat bis 2040 kaum wachst (EIA 2013p). Sollten jedoch Gesetze zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen verabschiedet werden, hatte dies einen gravierenden Einfluss auf die erneuerbaren Energien (EIA 2013a, S. 6).

2.2.5 Kernenergie

Seit den 1950er Jahren kommt auch der Kernenergie eine bedeutende Rolle zu, auch wenn ihr Anteil am gesamten Energiemix seit den 1990er Jahren stagniert. Bei der installierten Kapazitat von Kernenergie (2011: 102 Gigawatt) sind die USA weltweit an der Spitze (gefolgt von Frankreich: 63 GW, Japan: 44 GW und Russland: 24 GW) (IEA 2013a, S. 17).

In den USA gibt es derzeit 104 betriebsfahige Reaktoren und 65 Kernkraftwerke. Viele der Kernkraftwerke beherbergen somit mehr als einen Reaktor. Die meisten davon, 56 Kraftwerke, befinden sich o¨stlich des Mississippi River. Illinois ist fuhrend in der Kernenergieerzeugung mit 11 Reaktoren und der ho¨ chsten installierten Kapazitat. Nachdem uber 30 Jahre lang keine Baugenehmigungen fur neue Reaktoren erteilt worden waren – nach dem Unfall von Three Mile Island 1979 (Harrisburg, PA) war der Bau neuer Anlagen temporar gestoppt worden –, erlaubte die Nuclear Regulatory Commission dem US-amerikanischen Energieunternehmen Southern Company im Februar 2012 den Bau und Betrieb zweier neuer Reaktoren in seinem Kernkraftwerk Vogtle im US-Bundesstaat Georgia. Diese werden voraussichtlich 2016 und 2017 in Betrieb gehen (EIA 2012b). Die Reaktorkatastrophe in Folge des Erbebens und Tsunamis im japanischen Fukushima tat der Fo¨ rderung der Kernenergie in den USA keinen Abbruch.

 
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