Ausblick: Herausforderungen fu¨ r die US-Energiepolitik

Die Energiepolitik der USA steht tektonischen Veranderungen gegenuber: Der EIA

zufolge wird der Nettoimportanteil am US-Energiekonsum von 16 % im Jahr 2012 auf 4 % im Jahr 2040 fallen (EIA 2013b, S. 12). Die Abhangigkeit von auslandischem O¨ l ist heute auf dem niedrigsten Stand seit den 1990er Jahren. Der Nettoimportanteil von US-Petroleum am Konsum ist von 60 % im Jahr 2005 auf 40 % 2012 gesunken (EIA 2013b, S. 13). Die Produktion von Erdgas hat einen historischen Ho¨chststand erreicht. Gas hat heute Kohle als wichtigsten heimischen Energietrager abgelo¨st. Aktuellen Prognosen zufolge werden die USA im Jahr 2018 zum Nettoexporteur von Erdgas.

Wie sich diese Entwicklungen langfristig auf die Energiepolitik der USA und die Prioritatensetzung im energiepolitischen Zieldreieck der Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit auswirken werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig. Dies hangt von vielen Faktoren ab: der Preisentwicklung bei Gas, der wirtschaftlichen Lage, technologischen Entwicklungen und den o¨kologischen Folgen des Shale-Booms, um nur einige Faktoren zu nennen. Klar ist jedoch, dass es unter den gegeben Umstanden in den USA schwierig ist, das Ziel der Nachhaltigkeit erfolgreich umzusetzen. Dies hat sich unter der ObamaAdministration wiederholt gezeigt. Der Shale-Boom schafft Arbeitsplatze und befo¨ rdert die heimische Industrie. Angesichts der Vorkommen billiger fossiler Energietrager und der Aussicht auf Unabhangigkeit von Importen aus politisch instabilen Regionen ist es schwierig, erneuerbare Energien zu fo¨rdern. In der Folge ko¨nnte der Boom bei den fossilen Energietragern zu einer Perpetuierung des fossilen Nutzungspfades fuhren statt als Brucke zu einem nachhaltigeren Energiesystem genutzt zu werden.

Eine energie- und klimapolitische Wende, wie sie Prasident Obama in seinem Wahlkampf 2008 noch angekundigt hatte, wird daher vorlaufig wohl ausbleiben. Ohnehin ware eine solche nicht ohne den Kongress mo¨glich. Der Prasident kann zwar uber Regulierungen der EPA und des Transportministeriums sowie uber die Fo¨rderprogramme des DOE energiepolitische Weichen stellen. Fur eine energiepolitische Wende braucht er jedoch den Kongress. Denn nur der Kongress kann ein landesweites Emissionshandelssystem einfuhren oder auch nationale Ziele fur den Anteil erneuerbarer Energien setzen. Der Kongress ist jedoch so polarisiert und zerstritten wie kaum jemals zuvor. Mit einem energiepolitischen Reformgesetz ist daher so bald nicht zu rechnen.

 
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