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2 Konzeptionen der Unternehmensbewertung

Die Konzeptionen der Unternehmensbewertung unterscheiden sich im Hinblick auf die Integration des Bewertungssubjekts in die Bewertung sowie im Hinblick auf die mit der Bewertung verfolgten Zwecke (Funktionen, Aufgaben).

2.1 Objektive Unternehmensbewertung

Bis ca. 1960 war die objektive Unternehmensbewertung dominierend. Im Mittelpunkt stand der objektive Wert als Quasi-Eigenschaft des Unternehmens. In der objektiven Unternehmensbewertung ging es nicht um Aufgabenstellungen von Normwerten (etwa für Besteuerungszwecke), sondern um Hilfen bei der Bewältigung individueller Konflikte bei Unternehmenstransaktionen.

Die Bestimmung des objektiven Unternehmenswertes sollte losgelöst von subjektiven Interessen und Möglichkeiten erfolgen. Mit einem entpersonifizierten

„objektiven“ Wert sollten Interessengegensätze zwischen den Konfliktparteien überwunden werden. Objektbezogenheit und Entpersonifizierung hatten eine starke Gegenwarts- und Vergangenheitsorientierung sowie eine Vielzahl von widersprüchlichen Meinungen hinsichtlich der Lösung von Einzelproblemen zur Folge, weil eine konsistente theoretische Fundierung der Ermittlung des Unternehmenswertes fehlte.

Abgewandelt findet sich die objektive Konzeption im Standard IDW S1 des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) (vgl. IDW 2008 und zur Kritik Matschke und Brösel 2013, S. 782–794) und in dem vom IDW geprägten Begriff des „objektivierten Unternehmenswertes“ wieder. Dessen Objektbezogenheit sowie Gegenwarts- und Vergangenheitsorientierung kommt darin zum Ausdruck, daß von der „am Bewertungsstichtag vorhandenen Ertragskraft“ (IDW 2008, Rz. 32) auszugehen ist, also vom Unternehmen, wie es steht und liegt. Dessen „Entpersonifizierung“ zeigt sich darin, daß er auf „zum Bewertungsstichtag ... bereits eingeleiteten oder... hinreichend konkretisierten Maßnahmen im Rahmen des bisherigen Unternehmenskonzepts“ (ebenda) sowie auf typisierten „Managementfaktoren“ (IDW 2008, Rz. 38–42) basieren soll. Eine theoretische Fundierung, aus der das IDW-Konzept des „objektivierten Unternehmenswerts“ konsistent entwickelt werden könnte, fehlt und kann es auch nicht geben.

Während nach der ursprünglichen Konzeption des objektiven Wertes wie auch nach der IDW-Variante noch zwischen Wert und Preis unterschieden wird, insbesondere weil das IDW auch „subjektive Entscheidungswerte“ (IDW 2008, Rz. 48–58) anerkennt, negieren die Varianten der marktwertorientierten Konzeption einen solchen Unterschied. Deren „Marktwert“ ist indes kein Resultat realen Markthandelns, sondern ein formelgeborenes Mysterium (vgl. Matschke und Brösel 2013, S. 26–51, 676–746).

 
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