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3 Wertarten der Hauptfunktionen der Unternehmensbewertung

Nachfolgend geht es um eine erste Verbindung zwischen Unternehmenswert und Aufgabenstellung der Unternehmensbewertung.

Zentraler Aspekt der Hauptfunktionen sind interpersonale Konflikte, in denen die Bedingungen über die Änderungen der Eigentumsverhältnisse des Bewertungsobjekts strittig sind. Die Änderung der Eigentumsverhältnisse und somit die Ausrichtung auf interpersonale Konfliktsituationen stellen das „Bindeglied“ zwischen den drei Hauptfunktionen dar. Unter die Anlässe, die eine „Änderung der Eigentumsverhältnisse“ nach sich ziehen, fallen neben den Anlässen, in denen ein

„Eigentümerwechsel“ eintritt (Kauf/Verkauf), auch jene Anlässe, bei denen „kein Eigentümerwechsel“ im wirtschaftlichen Sinne erfolgt, sich aber für die gleichen Eigner (im Sinne eines unveränderten Kreises der Eigentümer) nach der Konfliktlösung veränderte Eigentumsverhältnisse im Hinblick auf die Bewertungsobjekte (bei Fusion/Spaltung) ergeben.

Hinsichtlich der drei Hauptfunktionen besteht weitgehend Einigkeit, sieht man von eher sprachlichen Nuancierungen ab. Es sind dies die Entscheidungs-, die Vermittlungs- und die Argumentationsfunktion.

Das Ergebnis einer Unternehmensbewertung in der Entscheidungsfunktion ist der Entscheidungswert des Unternehmens. Der Begriff „Entscheidungswert“ stellt auf den Zweck des Unternehmensbewertungskalküls ab, für ein bestimmtes Bewertungssubjekt in einer ganz speziellen Entscheidungs- und Konfliktsituation Grundlagen für rationale Entscheidungen in dieser Situation zu liefern. Bei gegebenem Zielsystem und Entscheidungsfeld gibt der Entscheidungswert an, unter welchen Bedingungen die Durchführung einer bestimmten vorgesehenen Handlung das ohne diese Handlung erreichbare Niveau der Zielerfüllung (Nutzwert) gerade noch nicht mindert. Er bezieht sich auf alle für die Einigung zwischen den Parteien relevanten Bedingungen (konfliktlösungsrelevante Sachverhalte) und sagt aus, welche Kombinationen der Ausprägungen dieser Sachverhalte äußerstenfalls noch bei einer Einigung akzeptiert werden können. Er sollte deshalb der anderen Seite nicht bekannt werden: „Wert hinter vorgehaltener Hand“ (Sieben 1988, S. 86). Der Arbitriumwert ist das Ergebnis der Unternehmensbewertung im Rahmen der Vermittlungsfunktion. Er soll eine Einigung zwischen Käufer und Verkäufer über die Bedingungen der Eigentumsänderung des zu bewertenden Unternehmens erleichtern oder bewirken. Auf seiner Basis hält der Unparteiische als Gutachter und Vermittler eine Konfliktlösung für möglich. Der Arbitriumwert ist ein den

Parteien vorgeschlagener Kompromiß.

Der Argumentationswert ist das Ergebnis einer Unternehmensbewertung im Sinne der Argumentationsfunktion. Er ist ein Instrument zur Beeinflussung des Verhandlungspartners. Der Argumentationswert ist ein parteiischer Wert, der ohne Kenntnis des eigenen Entscheidungswertes und ohne Vermutungen über den gegnerischen Entscheidungswert nicht sinnvoll bestimmt werden kann. Erst der Abgleich mit ihrem Entscheidungswert ermöglicht einer Partei die Aussage, welche Verhandlungsresultate für sie mit rationaler Handlungsweise vereinbar und mittels eines Argumentationswertes anzustreben sind.

Während eine Bewertung in der Vermittlungsfunktion auf alle Konfliktparteien abstellen muß, sind Bewertungen in der Entscheidungs- und in der Argumentationsfunktion auf eine einzige Konfliktpartei fokussiert. Die Ergebnisse der Entscheidungsfunktion stellen vertrauliche Selbstinformationen (interne Ausrichtung im Verhandlungsprozeß) dar. Die Ergebnisse der Argumentationsfunktion sind an den Verhandlungspartner gerichtete Informationen (externe Ausrichtung im Verhandlungsprozeß).

 
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