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5.2 Allgemeines Modell zur Ermittlung eines mehrdimensionalen Entscheidungswertes

Nachfolgend wird nicht die einfachste, sondern die am meisten komplexe Konfliktsituation zugrunde gelegt. Es geht um die Ermittlung eines mehrdimensionalen Entscheidungswertes. Die dabei entwickelte Methodik kann grundsätzlich in allen Situationen angewandt werden. Freilich gibt es für die weniger komplexen Situationen einfacher zu handhabende Vorgehensweisen.

5.2.1 Entscheidungswertermittlung als zweistufiger Kalkül

Aus dem allgemeinen Modell der Ermittlung des Entscheidungswertes nach Matschke (vgl. Matschke 1975, S. 387–390) können alle Methoden der Entscheidungswertermittlung hergeleitet werden. Dieses Modell bedingt weder Festlegungen hinsichtlich der Ziele und Entscheidungsfelder der Konfliktparteien noch im Hinblick auf die Anzahl und die Art der konfliktlösungsrelevanten Sachverhalte.

Die Ermittlung des Entscheidungswertes erfolgt auf Basis eines zweistufigen Konzepts:

1. Die erste Stufe umfaßt die Ermittlung des Vergleichsmaßstabs im Sinne des für die Konfliktpartei erreichbaren Nutzwerts ohne Einigung. Es geht um die Ermittlung des Basisprogramms.

2. Die zweite Stufe umfaßt die Ermittlung der aus der Sicht der Konfliktpartei abzulehnenden, vorzuziehenden oder indifferent zu beurteilenden Festlegungen der konfliktlösungsrelevanten Sachverhalte. Bei einer Einigung darauf erreicht diese Konfliktpartei ein geringeres, höheres oder gleich hohes Nutzenniveau. Diejenigen Festlegungen der konfliktlösungsrelevanten Sachverhalte, die nach einer Einigung darauf zum gleichen Nutzenniveau wie ohne Einigung, also zu einer indifferenten Beurteilung führen, geben den Entscheidungswert der jeweiligen Partei an. Es handelt sich um die Ermittlung des Bewertungsprogramms.

5.2.2 Ermittlung des Basisprogramms

Ohne Einigung in der betrachteten Konfliktsituation kann das Bewertungssubjekt zwischen den Handlungsmöglichkeiten aus der Alternativenmenge A =

{a1, .. ., ai, .. ., ak} wählen. Die Annahme einer abzählbaren Menge von Alternativen reicht dabei; die hier unterstellte endliche Menge von Alternativen dient nur der Vereinfachung. Jeder Alternative ai ∈ A ordnet das Bewertungssubjekt aufgrund der erwarteten Ergebniskonstellationen seiner von ihm erstrebten Sach-

verhalte und seiner Präferenzen einen bestimmten Nutzwert N(ai) zu. Bei rationaler Handlungsweise wählt es diejenige Alternative, deren Nutzwert am größten ist. Für

die optimale Alternative aopt gilt daher: N (aopt) = maxfN (ai ) |ai ∈ A1. Die op-

timale Alternative aopt ohne Einigung hat den größten Nutzwert N(aopt) und wird Basisprogramm genannt.

Der Nutzwert N (aopt) des Basisprogramms ist bei rationalem Handeln des Be-

wertungssubjekts nach einer Einigung mindestens wieder zu erreichen. Er wird zum Vergleichsmaßstab für jede Einigungslösung. Dieser Vergleich zwischen den Alternativen ai erfolgt für die jeweilige Partei auf ihrer Nutzenebene, so daß es zu keinem interpersonalen Nutzenvergleich kommt.

 
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