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2 Anforderungen an die inhaltliche Gestaltung

Das Internet ist ein Medium, das eine Vielzahl ungenützter Chancen birgt. Seine Nutzer lernen sie in zunehmendem Masse zu schätzen und zu nützen. Globale Webauftritte stellen den ersten Schritt dar, um sich von lokaler Konkurrenz abzuheben und die Globalisierungs-Chance zu nützen. Sie bauen dabei auf einer wesentliche Grundlage auf, die jeglichen Zugriff bedingt: Es handelt sich um die Tauglichkeit einer Webseite für den Benutzer. Entsprechend ergeben sich Anforderungen an ihre Gestaltung.

Vor dem Konzipieren eines Webauftrittes muss man die hauptsächliche Funktion der Webseite in Betracht ziehen. Ein ansprechendes Gesamtbild entsteht durch das optimale Zusammenspiel der drei grundlegenden Erfolgssäulen: Content, Design und Usability. Der daraus resultierende, starke Kommunikationsstil hat mitunter den Effekt, den man vom Lesen von Büchern als „Page-Turner“ kennt. Dabei wird der Leser sosehr in den Bann gezogen wird, dass er es kaum erwarten kann, umzublättern bzw. die Folgeseite anzusteuern. Webseiten ziehen durch ein ausgewogenes Mix von qualitativ hochwertigen Inhalten, einfacher Bedienbarkeit und Auffälligkeit Aufmerksamkeit auf sich, wobei gerade ihre ansprechende Gestaltung da Interesse ihrer Besucher anregt und Emotionen auslöst.

Leichte Bedienbarkeit, Verständlichkeit, gute Strukturierung und das optische Erscheinungsbild bestärken beim Benutzer einer Webseite das Gefühl der Freude, der Aktivierung und sein Interesse. Die Nützlichkeit einer Seite kann jedoch auch das Interesse senken, da sehr zweckdienliche Seiten oft als langweilig wahrgenommen werden. Die Zweckmäßigkeit wird dabei von dem Angebot an qualitativ hochwerten Inhalte bestimmt.

2.1 Gestaltung von Web-Content

Nach dem Auffinden einer Seite, sei es mithilfe einer Suchmaschine, eines Werbebanners oder einer E-Mail, ist der erste Eindruck von entscheidender Bedeutung. Er bestimmt, wie lange sich ein potentieller Kunde Zeit für einen Webauftritt nimmt. Ein erstes Kriterium ist hierbei die Gestaltung der Landing Page und damit der Webinhalte, mit denen der Benutzer zuerst konfrontiert wird.

Man unterscheidet zwei Arten von Content auf kommerziellen Webseiten: Texte sind entweder funktionaler Natur, etwa eine Option „unser Produkt“ in einer Navigationsleiste, oder verkaufsfördernder Natur, beispielsweise Informationen zur Promotion von Produkt- und Markennamen. Während Werbetexte für bestimmte Produkte oft Anpassungen erfahren, um lokale Geschmäcker besser anzusprechen, weisen Texte, die Information über ein Unternehmen beinhalten, ein hohes Maß an globaler Konsistenz auf. Leider kann das so weit gehen, dass in lokalen Texten Spuren der zugrundeliegenden, meist englischen Quelltexte weiterhin klar ersichtlich sind, was zu einem Bruch im Schreibstil im Vergleich zu anderen Passagen der Webseite führt.

Der Schreibstil ist ein Punkt, der das Verständnis und das Erreichen des Benutzers mit Inhalten begünstigen kann. Überschriften und Untertitel helfen, eine Webseite aufzuteilen, und dienen dem Auge des Betrachters gleichsam als Orientierungshilfe beim Scannen von Inhalten. Die plakative Überschrift oder „Catch Line“ gehört hier ebenso dazu wie eine kurze, einführende Zusammenfassung, die das Interesse des Lesers dazu stimuliert, sich auch auf den längeren Hauptteil einzulassen. Der ganze Text sollte in leicht les- und scanbare Absätze untergliedert sein, um den kurzen Aufmerksamkeitsspannen vieler Web-Besucher Rechnung zu tragen, die lange Texte nach Möglichkeit vermeiden. Formatierung in schmalen Spalten erhöht zudem die Lesbarkeit, da es den Zeilenwechsel erleichtert.

Die Definition von Schriftarten beinhaltet die Festlegung von Schriftgröße, Zeilenhöhe, Zeichenabstand, Schriftfarbe und Unterschieden zwischen Überschriften und dem Textkörper. Die Schriftgröße ist bei vielen Seiten fix vorgegeben, um unerwünschte Effekte bei Veränderung derselben auszuschließen. Jedoch nimmt mit der steigenden Zahl von Internet-Benutzern fortgeschrittenen Alters die Wahrscheinlichkeit zu, vermehrt Benutzer mit zumindest beginnender Sehschwäche zu erreichen. Diese wären wiederum dankbar für eine Möglichkeit zur Anzeige in einem größeren Schriftgrad.

Da viele Besucher einer Webseite ihren Content vorrangig nach für sie relevanten Informationen scannen, bevor sie sich entscheiden, ihn vollständig oder auch nur auszugsweise zu konsumieren, empfiehlt sich ein Aufbau in Form einer auf den Kopf gestellten Pyramide: Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als die wichtigsten Punkte voranzustellen, gefolgt von hilfreicher, weiterführender Information und zuletzt den unwichtigsten Details, etwa Hintergrundinformation oder der Beantwortung von häufig im Zusammenhang auftretenden Fragen.

Kunden schätzen dabei vor allem informative Beiträge, die Inhalte webgerecht prägnant und faktengebunden aufbereiten und so den Nutzen von Produkten oder Dienstleistungen adressieren. Als hilfreich werden gut in den Content integrierte Anzeigen und Links zu Kaufmöglichkeiten angesehen, solange die zugehörigen Werbetexte nicht zu aufdringlich wirken. Informative Texte untermauern dabei die eigene Glaubwürdigkeit, unterstützen den Kunden bei der Festigung der Kaufentscheidung und erhöhen durch die in ihnen enthaltenen Schlüsselworte die Relevanz bei Suchmaschinen und damit den Traffic auf die eigene Seite.

Umgekehrt sind es gerade typische Content-basierende Usability-Probleme, welche den Besucher nur kurze Zeit verweilen lassen. Dazu gehören Redundanz und Inkonsistenz von Information ebenso wie ihre Unvollständigkeit und gar Überholtheit, welche einen Vertrauensverlust der Besucher zur Folge haben kann. Entsprechender qualitativ-hochwertiger Content tritt immer dann in den Hintergrund, wenn die Navigationsstruktur sein Auffinden erschwert. Hier schafft ein lares Webdesign Abhilfe.

 
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