< Zurück   INHALT   Weiter >

2.2 Design und Erscheinungsbild von Web-Inhalten

Die Hauptanforderung an das Design einer Webseite ist es nicht nur, attraktiv zu sein, sondern auch wartbar, verlässlich und verwendbar. Daher ist eine der wichtigsten gestalterischen Anforderungen an eine Webseite ihre klare Strukturierung und die Präsentation auch komplexer Inhalte in klarer und für den Benutzer leicht zugänglicher Weise. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen konzeptionellem Design und dem Design der tatsächlichen Präsentation, welches Implementierungsdetails wie Seitengruppierung, Menüaufbau und Verlinkungen berücksichtigt. Im Vordergrund steht die konsistente Benutzererfahrung, welche das einheitliche Erscheinungsbild als Marke prägt.

Die Regel „weniger ist mehr“ gilt sowohl für den Informationsgehalt auf Schirmen als auch für Wahlmöglichkeiten bezüglich Programm-Funktionalitäten und Interaktionsmechanismen. Geschätzt wird vor allem ästhetisches und minimalistisches Design, ein Mix aus Blickfänger und einer überschaubaren Anzahl von Einträgen mit relevanten Informationen, um die Seite nicht zu überladen. Leerer Raum zwischen den Beiträgen kann durchaus dazu dienen, das Auge zu leiten und Gruppierungen in der Anordnung von Informationen zu verdeutlichen, wobei wichtige Inhalte typischerweise in der Seitenmitte platziert werden.

Lesbarkeit ist eine Grundvoraussetzung für die schriftliche Vermittlung von Web-Inhalten. Ein Einflussfaktor ist dabei der logische Aufbau des Navigationsbaumes. Die Unterteilung der Webpräsenz und Gruppierung der Seiten in thematisch verwandte Bereiche ist etwas, was nicht immer rein intuitiv erreicht werden kann, sondern erfordert ein gut geplantes Navigationsdesign. Die Modellierung eines Navigationspfades für den Besucher einer Webseite hilft beim Konzipieren ihres hierarchischen Aufbaus.

Unmittelbar sichtbarer Teil im Webdesign ist die Seitengestaltung, wobei hier die Architektur einer Seite einen der wichtigsten Faktoren für die Benutzerfreundlichkeit darstellt. Eine Seitenstruktur hat den Bedürfnissen eines Anwenders zu entsprechen und ein Navigationssystem zur Verfügung zu stellen, das es ermöglicht, die gewünschten Informationen aufzufinden. Hierbei gilt die „Drei-KlickRegel“. Sie besagt, dass der Besucher einer Webseite nicht auf einer Seite verweilen wird, wenn er nicht nach drei Mausklicks die von ihm gewünschte Information gefunden hat. Tatsächlich frustriert es die Benutzer, wenn sie nicht finden, wonach sie suchen. Wenn Benutzer dagegen finden, was sie suchen, beschweren sie sich kaum über die Anzahl der Klicks, die dazu nötig waren.

Benutzerpräferenzen zur Navigation auf Webseiten können in drei grundlegende Bereiche zusammengefasst werden: Dazu gehören sowohl ein hierarchischer Navigationsbaum, vertikale Navigation durch direkte Verlinkung unterschiedlicher Bereichen einer Webseite als auch integrierte Suchfunktionen, die alternative Navigation durch die Eingabe von Suchbegriffen ermöglicht.

Für das Design von Benutzerinterfaces hat sich eine Reihe von Grundregeln herauskristallisiert, die als „Usability-Heuristiken“ zusammengefasst werden können.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >