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7.2 Domain- und URL-Gestaltung globaler Webseiten

Das Abrufen von Webseiten basiert auf einer Kommunikation zwischen Rechnern im Internet auf Grundlage des „Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP)“-Standards, einem Satz von Kommunikationsprotokollen und Schnitt-stellen zur Verknüpfung unterschiedlicher Rechnernetzwerke. Zum Aufruf einer Webseite wird das Hypertext Transfer Protokoll verwendet, was zur Folge hat, dass Internet-Adressen mit „http“ beginnen. Ein weiteres netztypisches Verständigungsformat bildet die Hypertext Markup Language, welche auch Meta-Informationen zur bildlichen Gestaltung einer Webseite beinhaltet. Identifiziert wird eine Webseite anhand einer Zahlenkombination, ihrer IP-Adresse. Um die Merkbarkeit zu erhöhen, wird diese durch einen Buchstabencode, den „Uniform Resource Locator“, ersetzt.

Die URL beschreibt dabei Format und Ort, in dem und wo die gewünschte Information abgerufen werden kann. Typischerweise besteht eine URL aus der Protokollangabe „“, der Netzangabe „“, der frei wählbaren Second Level Domain und einer Top Level Domain wie „.com“, „.gov“ oder „.at“. Danach befinden sich der Pfad und der Dateiname. Bookmarks sind optionale Teile von Domains, welche durch ein Hash-Symbol vom Dateinamen getrennt sind.

Gesunder Menschenverstand sowie die Logik von Suchmaschinen sprechen dafür, dass die Adresse eines Online-Auftritts den Namen oder den Gegenstand des Unternehmens wiederspiegelt. Viele Organisationen reservieren zusätzlich ihre bekannten Markennamen und Slogans. Die zuständige Stelle für die Registrierung von Internet-Adressen, das „Network Information Center (NIC)“, akzeptiert dabei Domain-Namen in der Reihenfolge der eingehenden Anträge. Von Domain-Grabbing oder Cybersquatting spricht man bei Registrierungen, die das Kennzeichnungsrecht Dritter verletzen, mit dem Ziel, die Domäne dem Rechteinhaber zum Kauf anzubieten. Kennzeichenrechtliche Vorschriften kommen bei Domainstreitigkeiten dann zur Anwendung, wenn die Domainverwendung eine Benutzung einer geschützten Marke, eines Werktitels oder eines Unternehmenskennzeichens darstellt. Wettbewerbsrechtliche wie markenrechtliche Ansprüche, inklusive das Verhindern unlauterer Ausnutzung von Verwechslungsgefahr bei der Verwendung ähnlicher Kennzeichen, sind jedoch nur bei einer Domain-Verwendung im geschäftlichen Verkehr gegeben.

Die hierarchische Struktur des Domain Name Service beinhaltet generische und landesbezogene Top Level Domains wie das in den USA bevorzugte „.com“ für „commerical“, die Landesdomain „.de“ für Deutschland sowie die darunterliegenden Subdomains. Dabei steht „.co.jp“ beispielsweise für eine „commercial enterprise“ in Japan, denn nicht alle Länder administrieren ihre Domain-Namen gleich. In China finden sich oft Domänen, die auf „.com.cn“ enden. Mit über 12 Millionen Registrierungen ist Chinas Landesdomain „.cn“ die weltweit zweithäufigste Top Level Domain.

Unter den Top Level Domains ist „.com“ am weitesten verbreitet und wird daher oft von Kunden erwartet. Das kann bei Seiten, die mit „.net“, „.org“ oder „.biz“ enden, zu Verwechslungen führen. Wenn ein Domainname bereist vergeben ist, empfiehlt es sich, einen unterschiedlichen Begriff zu verwenden, um zu vermeiden, dass ein Kunde irrtümlich auf der Webseite der Konkurrenz landet. Einen guten Domain-Namen zeichnet aus, dass er im Gespräch eindeutig artikuliert werden kann und nicht für Tippfehler anfällig ist.

Länder-Codes spielen eine wichtige Rolle bei großen, internationalen Webseiten. Sie werden von der „Internet Assigned Numbers Authority (IANA)“ verwaltet und sie spielen auch eine Rolle dabei, wie Firmen ihre Webauftritte intern organisieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Auswahl des entsprechenden Landes auf der Hauptseite des Unternehmens und ein nachfolgendes Redirect zur Landes-URL, die mittels Subdirectory angelegt wird. Während die meisten Domain-Namen auf dem internationalen Standard-Zeichensatz basieren, erlauben Verfahren wie RACE und Punycode auch multilinguale Domain-Namen (MDNs). Mittels Übersetzung von Sonderzeichen in den ASCII-Code ermöglichen sie das Darstellen nationaler Zeichensätze.

In weiterer Folge stellt sich die Frage nach der Architektur eines Gesamtkonzeptes zur Realisierung einer „global Website“, das den vielfältigen Ansprüchen an sie gerecht wird. Zu diesen und weiteren Fragen sei an dieser Stelle auf das Buch „Global Website – Webdesign im internationalen Umfeld“ verwiesen. Es führt die besprochenen Themen im Detail weiter aus, um mögliche Konsequenzen auf Umsetzungsprojekte abzuleiten. Zudem geht es vertiefend auf Erfolgsmessung durch Web-KPIs ein. Dabei beschreibt es ein Modell zur Bewertung globaler Webseiten vom wohl wichtigsten Standpunkt: aus der Sicht des Kunden.

 
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