Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Sozialwissenschaften arrow Die Wirkmächtigkeit unternehmensethischer Managementkonzepte
< Zurück   INHALT   Weiter >

1.4 Argumentativer Aufbau

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil wird der konzeptionelle Rahmen theoretisch begründet und entwickelt, der die empirische Analyse der Unternehmensfallstudie im zweiten Teil anleitet.

Einleitend werden dazu zunächst Begriffe geklärt, die zum Verständnis der nachfolgenden Argumentation grundlegend notwendig erscheinen (Kapitel 2). Zunächst werden erklärungsbedürftige Begriffe erläutert, auf die in der Arbeit deskriptiv Bezug genommen wird: Korruption, Management sowie Managementkonzept und Wertemanagement (vgl. 2.1). Danach erfolgt die Einführung in wichtige analytische Begriffe der vorliegenden Studie: Organisation und Institution, Integrität sowie Wirkmächtigkeit (vgl. 2.2).

Zur Annäherung an die Frage der Wirkmächtigkeit unternehmensethischer Managementkonzepte und Einbettung der Fragestellung in den Stand der Forschung wird im darauffolgenden Kapitel erörtert, welche Forschungserkenntnisse zur Fragestellung bereits vorliegen und welche Desiderate erkennbar sind (Kapitel 3). Dazu wird zunächst die Forschung zur Wirtschafts- und Unternehmensethik daraufhin betrachtet, welcher Beitrag dort zur Bearbeitung des angenommenen Spannungsfeldes erarbeitet wurde (vgl. 3.1). Da sich die Fragestellung auf das spezifische Problemfeld organisationaler Korruption beschränkt, wird der Stand der Korruptionsforschung danach befragt, welche Erkenntnisse dort zur Frage der Wirkmächtigkeit von Präventionskonzepten vorliegen (vgl. 3.2). Wesentlich für die vorliegende Fragestellung erscheint schließlich die Perspektive der organisatorischen Aneignung von Managementkonzepten. Dazu wird der Stand der Implementationsforschung danach befragt, welche Bedingungen dort zur Erklärung der Wirkmächtigkeit implementierter Programme identifiziert wurden (vgl. 3.3). Die Erkenntnisse aus dem Stand der Forschung ebenso wie die identifizierten Desiderate werden abschließend zusammengefasst und Konsequenzen für die vorliegende Analyse formuliert (vgl. 3.4).

Die vorliegende Arbeit verfolgt einen Forschungsansatz, der Fragestellung, Methode und Ergebnisdiskussion theoretisch begründet und reflektiert (Kapitel 4). Dazu werden fünf Perspektiven erörtert, die für die Analyse notwendig sind. Eine makrologische Perspektive erörtert zunächst die Frage, wie eine gesellschaftliche Adressierung nicht-ökonomischer Erwartungen an Unternehmen aufgefasst und begründet werden kann (vgl. 4.1). In Anlehnung an neoinstitutionalistische Organisationstheorien wird danach erörtert, dass Organisationen nicht nur ökonomische Stabilität sondern vor allem die Zuschreibung von Legitimation von spezifischen Trägergruppen zur Aufrechterhaltung ihrer Ordnung benötigen (vgl. 4.2). Unternehmensethische Managementkonzepte, die die programmatische Idee ethischer Orientierung als Korrektiv ökonomischer Renditeoptimierung vertreten, könnten dieses makrologische Ordnungsproblem lösen und Legitimation der Organisation gegenüber den adressierenden Trägergruppen gewährleisten. Um die Wirkmächtigkeit dieser Konzepte auf der Mesoebene der Organisation zu beurteilen, wird ein strukturationstheoretisches Verständnis eingeführt (vgl. 4.3). Um auch mikrologisch die Frage der Wirkmächtigkeit zu analysieren ist ergänzend dazu eine institutionentheoretische Perspektive notwendig, die genauer die Bedingungen betrachtet, unter denen Leitideen in spezifischen Kontexten handlungsleitend wirksam werden können (vgl. 4.4). Eine empirische Analyse, die Aussagen zur handlungspraktischen Wirkmächtigkeit formulieren will, muss schließlich theoretisch begründen wie sie Handlungsorientierung und handlungspraktischen Vollzug methodisch rekonstruieren will. Dazu werden handlungstheoretische Grundlagen erörtert (vgl. 4.5). Zum Abschluss warden die theoretischen Annahmen in die Fragestellung der Arbeit rückgebunden und das Gesamtvorhaben als theoriegeleitetes Forschungsprogramm vorgestellt (vgl. 4.6).

Als letztes Kapitel im ersten Teil der Arbeit schließt sich die Begründung sowie Beschreibung des methodischen Vorgehens der empirischen Untersuchung an (Kapitel 5). Zunächst wird die Methode und die Konzeption der Analyse allgemein unter Bezugnahme auf das Erkenntnisinteresse begründet (vgl. 5.1), bevor das qualitative Forschungsprogramm methodologisch gerahmt wird (vgl. 5.2). Die Darstellung der Analyseschritte folgen in chronologischer Reihenfolge derart, dass jeder Schritt zunächst methodisch begründet und dann forschungspraktisch vorgestellt wird: Das qualitative Sampling (5.3), Erhebungsinstrument und –methode (5.4) und schließlich die Aufbereitung und Auswertung des Datenmaterials (5.5). Abschließend reflektiert ein eigener Abschnitt, welche Gütekriterien die Qualität des vorliegenden Forschungsprojekts angeleitet haben und wie sie umgesetzt wurden (vgl. 5.6).

Im zweiten Teil der Arbeit werden die Ergebnisse der empirischen Mehrebenenanalyse vorgestellt. Für jede Betrachtungsebene wurde ein spezifisches Bezugsproblem formuliert, das die Analyse als zu untersuchenden Fall anleitete.

Die Wirkmächtigkeit des untersuchten unternehmensethischen Managementkonzepts auf der makrologischen Betrachtungsebene Organisation-Umwelt wird über die Analyse von Deutungsmustern extern adressierter Erwartungen rekonstruiert und diskutiert (Kapitel 6). Nach einer Analyse der Themensetzung (vgl. 6.1) werden dazu Begründungsmuster und Stellungnahmen von Mitarbeitern sowie Entscheidern unterschiedlicher Unternehmen analysiert und Erwartungen sowie Trägergruppen rekonstruiert (vgl. 6.2 und 6.3). Eine Ergebnisdiskussion arbeitet Deutungsmuster externer Erwartungen heraus (vgl. 6.4).

Auf der Mesoebene untersucht das zweite Bezugsproblem die Frage, in welcher Art und Weise das unternehmensethische Managementkonzept in einem Unternehmen (EFS) eingeführt und strukturell verankert wurde (Kapitel 7). Nachdem eine Themensetzungsanalyse darüber aufklärt, wie Ziele und Maßnahmen des WMS in Dokumenten und Äußerungen der Befragten gerahmt werden (vgl. 7.1) wird das Unternehmen vorgestellt (vgl. 7.2) und die formalstrukturelle Repräsentation des implementierten Wertemanagements ebenso nachvollzogen (vgl. 7.3) wie seine Repräsentation in Wahrnehmungen der Mitarbeiter (vgl. 7.4). Abschließend werden organisationsbezogene Bedingungen resümiert, die als Voraussetzung der handlungspraktischen Relevanz unternehmensethischer Normen diskutiert werden (vgl. 7.5).

Das dritte Bezugsproblem erörtert die handlungsbezogene Wirkmächtigkeit von Wertemanagementsystemen auf der Mikroebene. Ausgehend von einer Themensetzungsanalyse, die Deutungs- und Handlungsorientierungen im Alltag von Mitarbeitern herausarbeitet (vgl. 8.1), werden im ersten Schritt Rationalitätskriterien im Geltungskontext des Geschäftsprozesses „Einkauf von Bauleistungen“ rekonstruiert (vgl. 8.2). Der zweite Analyseschritt arbeitet die Handlungsrelevanz unternehmensethischer Normen in Bezug auf das gesamte Sample heraus (vgl. 8.3). Abschließend wird die handlungsrelevante Institutionalisierung unterschiedlicher Rationalitätskriterien im Unternehmen diskutiert (vgl. 8.4).

Das letzte Kapitel fasst die Einzelergebnisse aller drei Analyseebenen zusammen, stellt sie in den Gesamtkontext der Fragestellung (vgl. 9.1) und schließt mit einem forschungswie anwendungsbezogenen Ausblick (vgl. 9.2).

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften