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2.1.2 Management und Managementkonzept

Das Chiffre Management scheint aktuell vielfach und inflationär zur Bezeichnung von Berufen oder Positionen in Gebrauch zu sein (vgl. Pohlmann 2002: 228; Süß 2009: 27f). Der Themenbereich wird systematisch vor allem in der Ökonomie erörtert (vgl. Staehle 1999; Steinmann und Schreyögg 2005). Dem Begriff werden zwei Bedeutungen zugewiesen: Zum einen Management als Funktion in Organisationen, das alle Anstrengungen der Steuerung, Führung oder Lenkung Einzelner (mikroökonomische Entscheidungstheorien) oder von Kollektiven (makrosoziale Erweiterung) umfasst (vgl. Wunderer 1993). Management beschreibt zum anderen aber auch eine hierarchische Position im Unternehmen: den Manager, der – ausgestattet mit autoritativen und allokativen Ressourcen – eine Rolle ausfüllt, die von inner- und außerorganisatorischen Erwartungsadressierungen bestimmt ist (vgl. Neuberger 1994: 83f).

Im betriebswirtschaftlichen Kontext werden Unternehmen als Organisationen aufgefasst, die in eine dynamische Umwelt eingebettet sind (vgl. Bea und Haas 2005: 10; Camphausen 2007). In diesem Verständnis wird mit dem Managementbegriff die Steuerbarkeit von Prozessen und Strukturen assoziiert. Als Sozialtechnologien sollen strategische und operative Managementkonzepte Lösungen für Umweltanforderungen bereitstellen und damit den langfristigen Unternehmenserfolg sichern (vgl. Hungenberg 2004: 3f; Bea und Haas 2005: 168).

Einer rationalistischen Deutung bewusster Steuerung und Lenkung folgt die vorliegende Argumentation nicht. Gleichwohl wird jedoch angenommen, dass die Intention der Einführung spezifischer Managementkonzepte durch leitendes Personal im Unternehmen, also in der Position als Manager, die Sicherung des verantworteten Unternehmens (-bereichs) aktuell und zukünftig ist. Mit dieser Annahme wird zwar lediglich etwas über die Intention nicht aber über die Funktion oder mögliche Wirkung von Managementkonzepten ausgesagt, sie soll jedoch hier einleitend die Betrachtungsperspektive klären: Managementkonzepte werden in der vorliegenden Arbeit aus einer organisatorischen Perspektive erörtert. Die Argumentation folgt damit Pohlmann, der dafür plädiert, „nicht mehr die Intentionen und Ziele der Manager in den Mittelpunkt [zu – TM] stellen, sondern den reflexiven Umgang der Organisation mit diesen“(Pohlmann 2002: 233). Dieses Anliegen bezieht die vorliegende Arbeit auf das Phänomen Managementkonzept, am spezifischen Beispiel eines unternehmensethischen Managementkonzeptes. Auch wenn die Analyse – wie später genauer auszuführen sein wird – die Positionen einzelner Akteure (und eben auch: Manager) in die Analyse einbezieht, so ist das Untersuchungsinteresse primär organisationsbezogen. Die vorliegende Analyse folgt einer prozessorientierten Organisationsperspektive die kritisch hinterfragen will, welche Problemdeutungen den untersuchten Managementkonzepten zugrunde liegen und was aus den dort proklamierten Zielen im Verlauf der Managementpraxis wird. Diesen Überlegungen folgend, liegen Managementkonzepten spezifische Problemdeutungen und Ursachen-Wirkungsannahmen zugrunde.

Mit dem Begriff Management werden Funktionen sowie Positionen in Organisationen beschrieben und im argumentativen Kontext jeweils verdeutlicht, welche Betrachtungsperspektive mit dem Begriff adressiert wird. Managementkonzepte werden im Folgenden aufgefasst als Sozialtechnologien zur Bearbeitung spezifischer organisationsbezogener Problemfelder.

 
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