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5.6.2 Reliabilität

Reliabilität bezeichnet die Zuverlässigkeit einer Methode, d.h. die Ergebnisse sollten grundsätzlich reproduzierbar sein. Bezogen auf qualitative Verfahren werden darunter Verfahren zur Standardisierung von Auswertung und Fallvergleichen aufgefasst. Wesentliches Kriterium bei der Auswertung ist, dass die Art und Weise, wie ein Thema von Befragten genannt und ausgeführt wird, bedeutungsrelevant ist und methodisch kontrolliert werden muss. Im Interpretationsverfahren werden dazu unterschiedliche Textsorten systematisch unterschieden. Zum einen um die Antworten der Befragten in Bezug zu Interventionen der Interviewer zu setzen und zum anderen um die Aussagen nicht nur thematisch, sondern auch textsortenspezifisch auszuwerten (vgl. Przyborski und Wohlrab-Sahr 2010: 38f) [1]. Diese methodisch angeleitete Datenauswertung leitet auch das Vorgehen der vorliegenden Studie an und wurde oben detailliert ausgeführt.

5.6.3 Intersubjektive Nachvollziehbarkeit

Dieses Kriterium betrifft zunächst ganz grundsätzlich die intersubjektive Nachvollziehbarkeit der gewonnen Erkenntnisse durch transparente Darstellung aller Annahmen und Verfahrensschritte (vgl. Steinke 2009: 324f). Damit ist die die bereits genannte methodologische Positionierung von Forschungsprojekten angesprochen, die ausgehend von der Fragestellung und der daran angelegten theoretischen Perspektive die Methodenwahl begründen soll. Am Forschungsprozess nichtbeteiligte Dritte müssen die Ergebnisse in ihrem Entstehungsprozess nachvollziehen und bewerten können. In der vorliegenden Arbeit wird diesem Kriterium, das bereits oben in der Erörterung der Kriterien wissenschaftlicher Betrachtung bei Schütz als Postulat logischer Konsistenz eingeführt wurde (vgl. Abschnitt 4.5.2), durch die ausführliche Verortung der Fragestellung sowie des Vorgehens im Forschungs- und Diskussionsstand (vgl. Kapitel 3) Rechnung getragen. Auch die bei Mayring genannten Gütekriterien der detaillierten Verfahrensdokumentation, der argumentativen Absicherung von Interpretationen und dem regelgeleiteten Vorgehen im Forschungsprozess werden hier als Kriterien zur Absicherung intersubjektiver Nachvollziehbarkeit aufgefasst (vgl. Mayring 2002: 144ff). Die vorliegende Analyse folgt diesen Kriterien durch die ausführliche Darstellung des methodischen Vorgehens im vorliegenden Kapitel und schließlich der schrittweisen und quellenbezogenen Darstellung der Ergebnisse.

Das Kriterium der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit empirischer Daten als Gütekriterium bezieht sich schließlich auf die Qualität der Dateninterpretation. Sie sollte argumentativ abgesichert und grundsätzlich unabhängig vom Vorgang der Generierung sein (vgl. Kaune 2010: 148). Im Falle von kommunikativ generierten Daten in qualitativen Interviews wird das durch die dargestellte Transkription der Interviews, der Protokollierung des Kontextes und der methodisch angeleiteten Auswertung abgesichert.

Das Forschungsanliegen wurde damit umfassend methodisch gerahmt und die Gütekriterien, denen die vorliegende Arbeit folgt, beschrieben. Damit ist der konzeptionelle Rahmen der Studie abgeschlossen. Im nun folgenden zweiten Teil der Arbeit werden die empirischen Ergebnisse, strukturiert nach den drei Analyseperspektiven der Bezugsprobleme, erörtert und diskutiert.

  • [1] Benennt und erzählt ein Befragter A ein Thema beispielsweise selbstinitiativ im Rahmen einer Stehgreiferzählung ist das ggf. anders zu interpretieren, als die Beschreibung eines Befragten B oder der Argumentation zum Thema zum selben Thema nach einer Frage des Interviewers.
 
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