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1.1 Problemstellung

Ausgangslage für diese Masterarbeit ist das Interesse daran, wie Menschen, welche durch die Jugendwohlfahrt als Kinder fremd untergebracht wurden, diese Maßnahme im Nachhinein wirklich beurteilen.

Durch bereits absolvierte Praktika und mittlerweile über einem Jahr Berufserfahrung in der Jugendwohlfahrtssozialarbeit, konnten verschiedene Eindrücke und Erfahrungen gesammelt werden. Immer wieder begegnen Menschen der Jugendwohlfahrt auch mit positiver Haltung, meist jedoch nur wenn sie selbst die Hilfe dieser Behörde suchen. In der Praxis wird vermehrt erlebt, dass die Kontaktaufnahme als beängstigend und unerfreulich empfunden wird, was von den betroffenen Personen jedoch auch immer wieder damit begründet wird, dass man so viel Negatives über die Jugendwohlfahrt hört.

Da diese Aussagen aber von Menschen getätigt werden, welche unmittelbar mit der Jugendwohlfahrt konfrontiert sind und da dies meist Eltern sind, welche befürchten, dass ihre Kinder fremd untergebracht werden (Eltern haben meistens diese Besorgnis, auch wenn sie nicht angebracht ist), stellte sich schon des Öfteren die Frage, wie die Unterstützung der Jugendwohlfahrt im Nachhinein von den betroffenen Minderjährigen beurteilt wird. Das Hauptinteresse und somit der Schwerpunkt dieser Masterarbeit liegt bei der subjektiven Wahrnehmung einer Fremdunterbringung nach Beendigung dieser Maßnahme.

Dieser Masterarbeit geht eine Bachelorarbeit mit theoretischem Teil zum Thema

„Fremdunterbringung durch die Jugendwohlfahrt Tirol in den 80er Jahren“ voraus, in welchem die Umstände und Gegebenheiten der Fremdunterbringung zu jener Zeit dargestellt werden. Ergänzend dazu kann der empirische Teil über die praktische Vorgehensweise der Jugendwohlfahrt Landeck bei Fremdunterbringungen in den 80er Jahren erwähnt werden. Da die Bachelorarbeit in gewisser Weise die Basis für diese Masterarbeit – vor allem in Bezug auf die Themenwahl – darstellt, konzentriert sich auch diese Arbeit bei der Darlegung der Gesetzeslage, sowie bezüglich der Arbeitsweisen der Jugendwohlfahrt, in örtlicher Hinsicht auf das Bundesland Tirol.

1.2 Zielsetzung

Das vorrangige Ziel dieser Masterarbeit ist es, auf qualitativem Weg mit Hilfe von Leitfadeninterviews zu erarbeiten, wie fremd untergebrachte Menschen diese Maßnahme aus der Retrospektive, also im Nachhinein, beurteilen. Es soll herausgefunden werden, wie diese Art der Erziehungshilfe von Betroffenen bewertet wird, ob die Maßnahme als Hilfe erlebt wurde oder überaus negativ betrachtet wird. Dabei liegt der Schwerpunkt allerdings nicht auf den gemachten Erfahrungen in diversen Einrichtungen oder Pflegefamilien. Hauptsächlich soll erörtert werden, wie damals Minderjährige den Prozess der Fremdunterbringung, das Handeln der Jugendwohlfahrt sowie Veränderungen in positiver beziehungsweise negativer Hinsicht bezüglich der Herkunftsfamilie und ihrem eigenen Leben erfuhren und welche Auswirkungen die Fremdunterbringung ihrer Ansicht nach auf ihr jetziges Leben hat.

Um die Sichtweisen der Betroffenen und vor allem um die persönlich erlebten Auswirkungen der Trennung von der Familie besser nachvollziehen zu können, soll diese Masterarbeit im Vorfeld Einblick in die Bindungstheorie geben. Dafür ist eine theoretische Aufarbeitung dieses Themas notwendig. Es soll jedoch nicht erörtert werden, welchen spezifischen Bindungsstil die fremd untergebrachten Personen im Laufe ihres Lebens entwickeln konnten.

 
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