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5.3.6.1 Zusammenfassung und induktive Kategorienbildung

Bei der Verwendung dieser Technik lehnt man sich sehr stark an Vorarbeiten an, mit dem Ziel, das vorhandene Material so zusammenzufassen, dass „wesentliche Inhalte erhalten bleiben“. In mehreren Schritten wird das auszuwertende Material Überbegriffen untergeordnet und stetig reduziert, Wiederholungen werden gestrichen und irrelevante Textteile weggelassen. Ähnliche Überbegriffe werden anschließend noch einmal auf homologen Inhalt hin überprüft und gebündelt. Abschließend muss das präzise zusammengefasste Material mit samt den Überbegriffen am Ausgangsmaterial rücküberprüft werden.194

Die Überbegriffe oder auch Kategorien werden bei dieser Technik auf induktivem Wege gebildet. Das bedeutet, dass die Kategorien durch die Auseinandersetzung mit dem Material entstehen und vorher gebildete Theorien nicht berücksichtigt werden.195

Diese Technik scheint für die hier zugrunde liegende Forschung nicht zielführend. Die Transkripte sollen nicht zusammengefasst und reduziert werden, wenn dies bedeutet, dass Ähnliches gestrichen wird. Auch wenn die qualitative Forschung dieser Masterarbeit keine Häufigkeiten im Sinne von quantitativen Untersuchungen als Belege heranzieht, so soll trotzdem noch ersichtlich werden, ob die Mehrheit der Interviewten Ähnliches im Rahmen ihrer Fremdunterbringung erfahren hat oder ob es einzelne Ausnahmen mit speziellen Erfahrungen gibt. Dies wäre beim Streichen ähnlicher Textpassagen nicht mehr möglich.

Des Weiteren spricht auch die induktive Kategorienbildung nicht für das Forschungsvorgehen dieser Masterarbeit. Zwar ist die Forschung an sich induktiv aufgebaut, da aus der Untersuchung erst Hypothesen und Theorien über das grundlegende Thema dieser Masterarbeit gebildet werden (siehe wiederum Abschnitt 5.2 Forschungmethodik), jedoch werden hinsichtlich der Auswertung der Interviews die notwendigen Kategorien nicht erst aus der Beschäftigung mit dem Material entwickelt. Aufgrund der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema im Vorfeld und vor allem durch die Interviewleitfadenentwicklung, steht bereits zu Beginn der Auswertung fest, welchen Kategorien einzelne Ausschnitte zugeordnet werden sollen. Eine genauere Erklärung folgt in Abschnitt 5.3.6.3 Strukturierung.

5.3.6.2 Explikation (Kontextanalyse)

Diese Technik stellt in gewisser Weise den Gegenpol zur Zusammenfassung dar. Hier liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Reduzieren sondern auf dem Hinzufügen weiterer Informationen aus zum Beispiel Lexika oder Wörterbüchern, um einzelne Textpassagen explizit auf ihre grammatikalische und lexikalische Bedeutung hin zu erklären und zu erörtern.196

An dieser Stelle wird auf eine eingehendere Beschreibung dieser Auswertungstechnik verzichtet, da sie nicht im Sinne dieser Masterarbeit ist, weil der Fokus der vorliegenden Forschung nicht auf der sprachtheoretischen Untersuchung der Interviewtranskripte liegt.

 
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