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5.3.6.3 Strukturierung

Hierbei wird mittels eines vorgefertigten Kategoriensystems versucht, eine „bestimmte Struktur aus dem Material herauszufiltern“.197 Dies können formale wie auch inhaltliche Aspekte sein. Zu betonen ist dabei, dass die Kategorien exakt bestimmt sind, wodurch eine Zuordnung von Textstellen immer möglich sein sollte. 198 Es werden demnach bei einem Materialdurchgang geeignete Passagen den verschiedenen Kategorien zugeordnet.199 „Ankerbeispiele“ dienen hierbei als Prototypen für die jeweilige Kategorie.200 Bei Problemen der Abgrenzung zwischen den Kategorien, werden „Kodierregeln“ definiert, welche ein exaktes Zuordnen ermöglichen sollen.201

Für die praktische Durchführung bedeutet dies, dass bei einem ersten Materialdurchlauf alle relevanten Textpassagen den Kategorien entsprechend nach Zahlen oder Farben markiert werden. Im Anschluss daran werden diese Stellen herausgeschrieben, Kategorien werden hinzugefügt oder umformuliert.202

Diese Vorgehensweise scheint in Anbetracht der Forschungsfrage samt ihren Unterfragen zielführend. Die Kategorien werden in Anlehnung an den Interviewleitfaden gebildet, da dieser bereits auf die Beantwortung der Forschungsfrage hin entwickelt wurde. Somit können relevante Textstellen den verschiedenen Bereichen untergeordnet und zur Bearbeitung der Forschungsfrage herangezogen werden.

Mayring beschreibt vier Formen der Strukturierung, welche ja nach Zielsetzung angewandt werden. Für die Auswertung dieser Interviews wird die „inhaltliche Strukturierung“ verwendet und im Folgenden näher erklärt. 203

Diese Art der Strukturierung soll dem/der Forscher/in ermöglichen, bestimmte Bereiche, Themen oder inhaltliche Schwerpunkte nach vorher bestimmten Kategorien aus dem Material zu extrahieren und zusammenzufassen. Gegebenenfalls werden auch Unterkategorien gebildet. Die gefilterten Textstellen werden anschließend in den unterschiedlichen Einordnungen gesammelt um auf diesem Wege zu den Ergebnissen der Auswertung zu gelangen.204

Da es bereits eigens entwickelte Computerprogramme für die Technik der Inhaltsanalyse gibt, wird hier kurz auf das in dieser Forschung verwendete Programm MAXQDA eingegangen. In den Anfängen der 1990er Jahren von Udo Kuckartz an der FU Berlin entwickelt, bietet es verschiedene Möglichkeiten um Textanalysen vereinfacht und überschaubar durchzuführen. Mehrere Dokumente können zur selben Zeit bearbeitet werden. Der/die Verwender/in kann Kategorien definieren und relevante Textstellen diesen einfach und schnell zuordnen. Diese Kategorien samt zugeordneten Textpassagen sind jederzeit aufrufbar und wieder veränderlich. Außerdem werden die Transkripte automatisch mit Zeilennummern versehen, wodurch das Anführen von Ankerbeispielen beziehungsweise Zitieren erleichtert wird.205

Bei der Verwendung dieses computergestützten Auswertungsprogramms dienten die vorformulierten Frageimpulse des Interviewleitfadens auch bei der Kodierung als Überbegriffe, denen einzelne wichtige Fragen als Subkodierungen zugeordnet wurden. Die einzelnen Transkriptionen wurden anschließend in das Softwareprogramm geladen und auf die Kodierungen hin überprüft. Einzelne Passagen, welche zur Beantwortung der Forschungsfrage sowie den dazugehörigen Unterfragen hilfreich sind, wurden den einzelnen Kodierungen zugeordnet. Der somit entstandene Überblick aller relevanten Textteile diente folglich der Auswertung der Interviews und der Darstellung der Ergebnisse, welche im nächsten Kapitel offengelegt werden.

 
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