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3 Zweiter Schritt: Treffen von strategischen Grundsatzentscheidungen

Zweiter Schritt im Rahmen des Strategieprozesses ist das Treffen von strategischen Grundsatzentscheidungen. Hierdurch wird aufbauend auf den Ergebnissen der strategischen Analyse der strategische Rahmen gestaltet. Die strategischen Grundsatzentscheidungen beinhalten die Formulierung von Vision und Mission ebenso wie die Gestaltung des Geschäftsmodells des Unternehmens und die Festlegung der grundsätzlichen Ziel-Position des Unternehmens (zur Differenzierung in den strategischen Rahmen und das strategische Zielsystem vgl. Horváth & Partners 2007, S. 114 ff.).

Der Zweck des Unternehmens wird in der Mission formuliert. Sie beantwortet die Frage, welche Rolle das Unternehmen heute und zukünftig einnimmt. Die Mission hat langfristig Bestand. Sie ist zeitlich unbefristet und beschreibt die

„Existenzberechtigung“ des Unternehmens.

Die auf die Zukunft gerichtete Leitidee des Unternehmens wird in der Vision formuliert. Eine Vision wird so formuliert, dass sie sinnstiftend, motivierend und handlungsleitend für das Unternehmen und seine Mitarbeiter wirkt (vgl. MüllerStewens und Lechner 2005, S. 235). Die formulierte Vision beinhaltet idealtypisch den zeitlichen Horizont, bis zu dem die Vision Realität geworden ist. Damit kann die Vision auch als „Traum mit Verfallsdatum“ bezeichnet werden.

Darüber hinaus werden Aussagen zu den angebotenen Leistungen des Dienstleisters sowie den Zielkundengruppen getroffen. Schließlich sollte in der Vision formuliert sein, durch welche Merkmale sich das Unternehmen von den Wettbewerbern abgegrenzt.

Im Folgenden wird das dargestellte Vorgehen anhand eines BeispielUnternehmens konkretisiert (vgl. Abb. 3.1).

Aufbauend auf den strategischen Grundsatzentscheidungen, die in der Vision und Mission formuliert werden, wird die Ziel-Position des Industriedienstleisters konkretisiert. Das Vorgehen orientiert sich analog zur Analyse der Ist-Position an

Abb. 3.1 Mission und Vision des Beispiel-Unternehmens

den identifizierten Erfolgspotenzialen. Zu jedem Erfolgspotenzial wird festgelegt, wie das Unternehmen zu einem definierten zukünftigen Zeitpunkt diesbezüglich aufgestellt sein will. Dabei muss die zukünftige Ausgestaltung der Erfolgspotenziale geeignet sein, die Vision des Unternehmens zu realisieren. Geeigneter Zeithorizont für die Vision und die Ziel-Position sind fünf Jahre. Damit zeichnet die Ziel-Position ein die Vision konkretisierendes Bild des Unternehmens, wie es in fünf Jahren aussieht.

 
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