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4.2 Messgrößen und Maßnahmen zur weiteren Operationalisierung der Strategie

Mit der Formulierung der strategischen Ziele ist der erste Schritt der Operationalisierung der Strategie im Sinne der Balanced Scorecard erarbeitet. Analog zu der bekannten Aussage „If you can't measure it, you can't manage it.“ (Drucker) bedarf eine konsequente Strategieoperationalisierung zusätzlich der Festlegung von Messgrößen. Diese geben Auskunft darüber, woran festgemacht werden kann, ob ein Ziel erreicht worden ist. Dabei kommt es bei jedem Ziel darauf an, nicht einfach mögliche Messgrößen zu finden, sondern die bestgeeigneten Messgrößen auszuwählen.

Das Ablesen der Zielerreichung ist ausschlaggebendes Qualitätskriterium für die Eignung einer Messgröße. Darüber hinaus muss die Messgröße gewährleisten, dass sie das Verhalten der Mitarbeiter in die richtige Richtung lenkt. Erst im Anschluss an die Prüfung dieser beiden Anforderungen ist zu untersuchen, ob die Messgröße prinzipiell erhebbar ist, welche Schritte ggf. erforderlich sind, um die Messgröße im Unternehmen zu erheben, und wie aufwändig die laufende Erhebung der Messgröße ist. Erst die Beantwortung all dieser Fragen erlaubt die schlussendliche Auswahl der Messgrößen, die in der Balanced Scorecard Verwendung finden sollen.

Wesentliche strategische Messgrößen für den Industriedienstleister sind in der Abb. 4.3 dargestellt.

Das Setzen und Messen der strategischen Ziele allein generiert noch keine Aktionen. Das Unternehmen und seine Mitarbeiter werden dadurch allein nicht veranlasst, etwas zu unternehmen, das auf die Realisierung der Vision hinwirkt. Da-

Abb. 4.4 Auszug der strategischen Maßnahmen des Beispiel-Unternehmens

zu bedarf es zusätzlich der Definition strategischer Maßnahmen. Diese beantworten die Frage, was zu tun ist, um das jeweilige Ziel zu erreichen.

Maßnahmen im Sinne der Balanced Scorecard haben Projektcharakter. Sie zielen auf die Erreichung eines einmaligen Resultates ab. Maßnahmen sind damit gekennzeichnet durch einen definierten Start- und Endtermin sowie einen beschreibbaren Ressourcenbedarf. Um die Umsetzung der Maßnahmen zu unterstützen, ist für jede Maßnahme eindeutig die Verantwortlichkeit festzulegen.

Der Beispiel-Industriedienstleiter hat ein umfassendes Maßnahmenprogramm formuliert, um die Erreichung der strategischen Ziele sicherzustellen. Die Verantwortung für die Durchführung der Maßnahmen haben vornehmlich Führungskräfte der ersten und zweiten Führungsebene übernommen, um so zum einen ein klares Commitment des Managements in Bezug auf die Strategie aufzuzeigen, zum anderen ihre Durchsetzungskraft bei der Strategieumsetzung zu nutzen. Wesentliche Maßnahmen sind in der Abb. 4.4 beispielhaft dargestellt.

Damit ist die erste Voraussetzung dafür gegeben, dass der Industriedienstleister im Wettbewerb erfolgreich agieren kann: Eine tragfähige Strategie ist entwickelt und operationalisiert.

 
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