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5 Resümee

Ausgehend von der Annahme, dass die Entwicklung von demokratischen Haltungen und Kompetenzen auch in gefestigten Demokratien nicht selbstläufig erfolgt, lässt sich der Anspruch der Demokratiepädagogik dahingehend zusammenfassen, dass es in allen Bildungseinrichtungen darum gehen muss, Kinder und Jugendliche frühzeitig in die Verantwortung für die Gestaltung ihres gemeinsamen Zusammenlebens zu bringen. Die damit verbundenen Koordinationsaufgaben schaffen Reflexionsanlässe, die pädagogisch zur Einübung in demokratische Praktiken genutzt werden sollten. Indem man lernt, Differenzen in wertschätzenden, informierten, abwägenden und verständigungsorientierten Diskussionsprozessen zu klären, um Lösungen zu finden und Entscheidungen vorzubereiten, die man treffen und danach verbindlich einhalten muss, begreift man den Sinn und Wert von demokratischen Prozeduren und Institutionen nachhaltiger, insbesondere dann, wenn der fachpolitische Unterricht auf diesen Erfahrungen aufbauen kann. Es gibt keinen Grund, warum es in öffentlichen Bildungseinrichtungen nicht möglich sein soll, in diesem Sinn pädagogische Bezüge von Anfang an demokratisch zu gestalten. Praxiswirksame Initiativen wie das Förderprogramm Demokratisch Handeln und der Aktionsplan Demokratiebildung tragen dazu bei, die zahlreichen diesbezüglichen Aktivitäten zu bündeln und zu systematisieren, um sie in der Beratung und Begleitung von Schule und Schulentwicklung zu nutzen, aber auch um sie öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. In der Summe ergibt sich damit ein differenziertes Bild von demokratiepädagogischer Grundlagenforschung, damit korrespondierender Praxisprogramme und Öffentlichkeitsarbeit, deren gemeinsamer Fokus die Idee präventionswirksamer Konzeptentwicklung bildet.

 
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