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Sumerer-Akkad

Die Sumerer lebten sьdlich von Akkad inMesopotamien an den beiden groЯen Flьssen Euphrat und Tigris in Meeresnдhe. Im Laufe des 4. Jahrtausend v. Chr. War ihre Entwicklung entscheidend fьr den Aufbau einer mesopotamischen Hochkultur. Sumerisch wurde in Sьdmesopotamien bis gegen 1700 v. Chr. gesprochen, blieb aber bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. als Literatur-, Wissenschafts- und Sakralsprache erhalten. Die sumerische Keilschrift ist die bis heute дlteste bekannte Schrift. Sie entstand etwa um 3500 v. Chr. und konnte ihre Vormachtstellung bis ca. 1800 v. Chr.erhalten.

Die Geschichte Sumers beginnt mit der so genannten Uruk-Zeit, ab etwa 4000

bis 3000 v. Chr. Die Sumerer siedelten am Euphrat. Ihre Dцrfer entwickelten sich zu Stдdten, deren bedeutendste war Uruk, insbesondere auch als Kultstдtte. Die Stдdte entwickelten sich weiter zu Stadtstaaten, die dann um etwa 2800 v. Chr. das Altsumerische Reich unter wechselnden Stadtherrschern bildeten. Nach 2400 wurden die Sumerer unter dem Akkader Sargon zu einer Dynastie vereint. Akkadisch wurde Verwaltungssprache. Dieses Akkadische Reich endete mit der Eroberung durch die Gutдer 2191 v.Chr.Das darauf entstehendeNeusumerische Reich (2112–2004) stand unter der Herrschaft Urs, in dieser Phase entstanden die ersten Zikkurate (Abb. 3.2).

Gilgamesch, der als vergöttlichte Gestalt im gleichnamigen Epos zum Helden wurde, hat wahrscheinlich wirklich gelebt. Die im Epos beschriebene Erbauung der Stadtmauer des südbabylonischen Uruk datiert auf die Zeit zwischen 2750 und 2600 v. Chr. In dieser Zeit beherrschten die Sumerer, die schon eine eigene Schrift entwickelt hatten, den größten Teil Babyloniens. Sie waren in Stadtstaaten organisiert, die sich nicht zuletzt im Kampf um das Wasser von Euphrat und Tigris wechselseitig befehdeten und zugleich gegen die semitischen Akkader im Norden des Landes kämpften. In diesen Kontext ist Gilgamesch einzuordnen. Schon früh muss seine Geschichte – ähnlich wie bei dem im 24. und 23. Jahrhundert lebenden Sargon von Akkad – in Sagen übersetzt worden sein. Nur ist uns aus dieser Phase kaum etwas an Schrifturkunden überliefert. Vor 2000 setzte dann in einer Phase auch ökonomischer Prosperität in der sumerischen Kultur eine Art von Renaissance ein, aus der wohl die Mehrzahl der sumerischen Mythendichtungen stammt, die allerdings, und das gilt auch für das Gilgamesch-Epos, erst durch Abschriften um 1700 v. Chr. überliefert sind.

Deutlich wird uns in diesem Epos, wie die hier neu entstehende Kultur aus dem Magischen ausbricht. Das zeigt schon die Gestalt des Gilgamesch, der sich den Widernissen seiner Zeit auch gegen den etwaigen Beschluss der Götter entgegenstellt und hier letztlich auch obsiegt und so selbst vergöttlicht wird. Der magische Kreis einer sich nur in sich sichernden Natur ist hier durchbrochen. Auch einzelne, isolierte Handlungen haben jeweils messbare Effekte. Der magische Wirkungskreis ist nun aber in Funktionen zergliedert, die im Bereich des Göttlichen personalisiert werden und hier dann als Personen durchaus auch gegeneinander stehen können. Dabei besitzt der altbabylonische Götterhimmel einen Himmelsgott – Anu – dem der Wettergott Adad, die Venusgöttin Ischtar und Ea, der Gott des Süßwassers, zugeordnet sind. Dem gegenüber steht Enlil, der Länderherr, mit Sin, dem Mondgott, und Schamasch, dem Sonnengott. Der Mythos erzählt nun die Geschichte, in der sich Gilgamesch seiner selbst versichert. Dabei setzt der Mythos diesen gegen sein Schicksal kämpfenden Einzelnen doch in einen Kontext, der über dem Einzelnen steht.

 
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