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4.1.2 Nachsokratische Naturlehre

399 Verurteilung des Sokrates

387 Gründung der Akademie von Athen

~428–347 Platon

~408–355 Eudoxos von Knidos 384–322 Aristoteles

371–287 Theophrast

336–323 Herrschaft Alexander des Großen

335 Gründung des Lykeions – peripatetische Schule 306–283 Euklid

310–230 Aristach von Samos

290 Gründung des Museum in Alexandria 287–212 Archimedes

282–180 Apollonius von Perge

280 Leuchtturm von Pharos bei Alexandria 276–195 Eratosthenes von Kyrene

264–241 Erster punischer Krieg 282–180 Apollonius von Perge

~190–127 Hipparchos von Nikaia

Mit Sokrates gewann die Philosophie eine neue Qualität. Es stand nicht mehr die spekulative Beschreibung von Prinzipien und die daraus folgende Systematisierung eines möglichen Wissenszusammenhanges im Mittelpunkt des Interesses. Ziel seines Philosophierens war nunmehr – wie schon angedeutet – abzusichern, ob das, was wir für wahr halten, denn auch wirklich wahr ist. Es ging nicht mehr einfach nur darum, sich in der öffentlichen Diskussion zu behaupten, eine Meinung, von der man selbst überzeugt war, durchzusetzen. Vielmehr stand diese eigene Überzeugung selbst auf dem Prüfstand, wie denn auch ein entsprechendes Philosophieren nicht einfach mehr die Geltung von Prinzipien demonstrierte, sondern danach fragte, wie man sich überhaupt einer Position sicher sein kann. So verändert sich dann auch die Art und Weise Wissen zu systematisieren. Nun galt es nicht einfach zu begründen, dass ein System anwendbar war. Diese einfache Passung einer Annahme, wie die Dinge zu strukturieren wären, mit der Einsicht in eine mögliche Ordnung der Dinge, greift viel zu kurz. Sie etabliert einen Zirkel, in dem ich eine Sichtweise vorschreibe, nach der ich die Dinge der Natur registriere, um dann – sinnigerweise – in dieser Sichtweise die Ordnung zu finden, nach der dann auch die so wahrgenommenen Dinge in einen Ordnungszusammenhang gesetzt erscheinen. Es geht also nicht einfach darum, zu demonstrieren, dass diese Art des Nachhalls der eigenen Vorgaben Ordnung in ein Gefüge von Daten hereinbringt. Vielmehr ist gerade dieses Ordnen selbst, die Möglichkeit, etwas anzuwenden, zu begründen: Schließlich ist die Feststellung, dass etwas funktioniert, zunächst nur eine Feststellung, die in dem Rahmen bleibt, der für uns einsehbar ist. Dieser Rahmen kann nun aber jeweils nur einen Aspekt dessen, was Welt ist, in den Blick nehmen. Wenn dies so der Fall ist, sollte der in Blick genommene Aspekt aber zumindest wesentlich sein. Wenn dann in einer entsprechenden Perspektive eine Annahme zu den bisher erhobenen Daten passt, sagt das noch nicht notwendig, dass das, was wir damit zu erkennen glauben, sich dann auch im Gesamtkontext des Naturalen so verhält, wie wir es unter der zunächst gewonnenen Teilperspektive meinten feststellen zu können: Ist es nun aber überhaupt möglich, dieses Ganze selbst in den Blick zu nehmen, oder sind wir nicht schon auf Grund der Einschränkungen unserer Sinnesorgane verurteilt, immer nur einen Aspekt von Welt erkennen zu können: Wie kann ich mir dann aber sicher sein, aus diesem Aspekt auch sinnvoll auf das Ganze der Natur schließen zu können. Sind demnach die etwaig zu findenden Aussagen, die ja immer nur auf der Kenntnis von Teilaspekten des Ganzen aufbauen, bestenfalls doch nur Hypothesen, die uns einen Datenraum in optimaler Weise strukturieren. Wird der für uns verfügbare Aspekt von Welt erweitert oder auch nur verlagert, ändern sich die Bezugnahmen auf das Ganze. Die Hypothese ist zu variieren, mit der vorab gewonnene Hypothese zu vergleichen sind. Dabei bin ich mir in solch einem Vorgehen allerdings sicher, nie zu absoluten Geltungen kommen zu können. Aller-dings kann ich mir der Stringenz der mir möglichen Aussagen sicher sein: Sokrates suchte nach Prinzipien, in denen derart zu fassen war, ob die Aussagen, die ich in meiner Teilsicht gewonnen habe, zumindest in sich abgestimmt sind. Die Wahrheiten, die er fand, waren die verlässlichen Aussagen darüber, wo wir uns der Art und Weise, wie wir argumentieren, sicher sein können, wie wir unsere Weise, Schlüsse zu ziehen, absichern und was wir mit dieser Art des Urteilens über Dinge dann auch begründen können. Die Aussagen, die Sokrates so über die ihn umgebende Welt gewinnen konnte, blieben so offen. Er behandelte das, was und inwieweit er wissen konnte, wenn er über die Dinge redete. Geltungssicherheit gewann sich hier im Bezug auf die Absicherung des Argumentierens. Sie gründete nicht in einem vorgegebenen und im Nachhinein plausibel gemachten Prinzip. Solch ein Prinzip kennt Sokrates nicht. Allerdings benennt er Methoden dazu, abzusichern, wie eine Wissenschaft zu solchen Prinzipien kommt. Sind es Abstraktionen der Erfahrungszusammenhänge, Regeln, nach denen wir uns Vielfalt denken, oder die Struktureigenheiten der betrachteten Dinge selbst, mit denen wir so umgehen? Damit stellt solch ein vorgegebenes Prinzip, von dem aus zu argumentieren wäre, für Sokrates genau diese Art von Vorgaben; und hier steht Sokrates, wie aufgewiesen, in der Tradition eines skeptischen Umgangs mit Ideen, nach denen die Welt zu begreifen wäre. Dieses skeptische Denken vermittelte schon die dritte Generation der vorsokratischen Naturphilosophen. Dort war die Strategie nun aber nicht nur, vorgegebene Argumentationsmuster zu kritisieren, sondern seinerseits einen Gegenentwurf vorzulegen, der zumindest plausibler erschien. Formuliert wurden so Ideen von Weltordnungen, die auf Grundprinzipien verwiesen, nach denen die Weltsichten zu systematisieren waren. Demgegenüber fand Sokrates die Prinzipien seines Argumentierens nicht in einer solch zündenden Idee, die die Vielfalt möglicher Denkfäden zu einem Ganzen verknüpfte. Ihn interessierte letztlich nicht solch ein sich in Plausibilitäten absicherndes Argumentieren. Hier gab es – wie die beschriebene Geschichte zeigt – immer wieder einen Gegenentwurf. Nötig war immer aufs Neue, die so formulierten Alternativen abzuwägen, ohne derart wirkliche, das bedeutet hier, gegen einen möglichen weiteren Alternativentwurf gesicherte Einsicht gewinnen zu können. Sokrates ging es entsprechend nicht um mögliche Positionen, sondern um die Möglichkeit solcher Positionen. Wie überhaupt können wir, mit unserer beschränkten Einsicht, unserem doch sehr eingegrenzten Erfahrungsraum über das hinaussehen, was uns direkt umgibt: Folgen wir Notwendigkeiten und begeben uns so blind in Zwänge, die wir kaum mehr überblicken können, oder ist es uns möglich, Notwendigkeiten als solche zu erkennen und uns so von diesen frei zu machen? Gelingt dies, können wir etwaige Positionen, die wir einnehmen, eingehender beschreiben, diese diskutieren, und so eine neue offene Form zur Systematisierung von Wissenszusammenhängen gewinnen. Heute sprechen wir von Hypothesen, die wir austesten. Dies ist uns aber nur möglich, wenn wir um den Status der uns möglichen Aussagen wissen, Werkzeuge verfügbar haben, mit denen wir die uns eigenen Positionen bestimmen, und so nicht nur um Dinge wissen, sondern auch darum wissen, was wir über Dinge überhaupt und auch über unsere Art des Umgehens mit und des Bewertens von diesen Dingen wissen. Diese Art des wissenschaftlichen Denkens, die ein System von Aussagen nicht einfach dogmatisch festschreibt, sondern in ihrer Systematik auch immer wieder neu zur Disposition stellt, beginnt in Athen mit Platon und Aristoteles. Diesen ging es nicht einfach darum, die naturphilosophischen Entwürfe der griechischen Denker neu zu bündeln oder gar abschließend zu bewerten. Hinter diesem Philosophieren stand nicht mehr die Idee, eine schlüssige, stringente Darstellung zu geben, die als Alternative zu mythisch/magischen Naturdarstellungen durchzusetzen war, und mit der so den vormaligen Weltanschauungen durch eine Systematisierung möglicher Wissenszusammenhänge entgegengetreten werden konnte. Im Zuge der Entwicklung dieses spekulativen Denkens hatte sich vielmehr das Wissen um die Dinge soweit von den alten Denklinien freigeschwommen, dass es klar wurde, dass ein mögliches System von Begriffen zwar plausibel sein konnte, aber dennoch falsch. Es reichte eben nicht zu, Prinzipien so aufzustellen, dass sie möglichst viel widerspruchsfrei erklärten. Damit würde ja nur benannt, war für uns einsichtig erschien, nicht aber unbedingt, was denn den Dingen selbst als ihnen wesentliche Eigenheit zukomme. Entsprechend wären solche Prinzipien zunächst daraufhin abzuklopfen, was dafür spricht, dass sie Sachzusammenhänge nicht einfach nur für uns plausibel erscheinen lassen, sondern dass ihnen auch an sich Geltung zukam. Diese Selbstversicherung eines spekulativ ansetzenden Denkens können wir schon im 5. Jahrhundert v. Chr. erkennen. Gelöst werden die hier dann auftauchenden Irritationen allerdings nicht mit einem Schnitt durch die Argumentationsgefüge der ionischen Naturphilosophie, sondern durch Variationen der jeweils vorgegebenen Prinzipien, oder Einschränkungen der mit diesen zu gewinnenden Schlussfolgerungen. Nur langsam wurde erkannt, dass die Bedingungen, unter denen solche Prinzipien – wie die Grundsätze Anaximanders oder die Vorstellungen eines Demokrit – eben nicht einfach durch unmittelbare Einsicht zu sichern waren, sondern ihrerseits immer schon durch Vorgaben wie Vorstellungen und Denkausrichtungen bestimmt waren. Wissen über die Dinge war also nicht einfach zu erreichen, indem solche Prinzipien immer wieder neu variiert wurden, sondern vor allem dann, wenn um diese Voraussetzungen selbst Klarheit bestand. Da diese Voraussetzungen eben Bestimmungen unseres Denkens waren, galt es also, nach den Gesetzmäßigkeiten Ausschau zu halten, nach denen sich dieses Denken selbst bestimmte. Dieser Weg führt zunächst einmal weg von den Dingen. Und Sokrates zeigt dies denn auch, wenn er – zumindest nach der Überlieferung – seine Missachtung einer Naturlehre gegenüber aussprach, die über Dinge redete, die ja nicht im Alltag so einfach zu erfahren waren, sondern unser Nachdenken bemühte, um sich Klarheit über das zu verschaffen, was eben nicht direkt einsichtig war. Er setzt dagegen den Anspruch einer Philosophie, sich selbst in ihren Voraussetzungen abzufragen. Er sucht nach dem Wissen um das Wissen. Das ist in der Tat in dieser Konsequenz neu. Und so finden wir nun nach Sokrates in schneller Folge bei seinem Schüler Platon und dessen Schüler Aristoteles eine Vergewisserung über dieses Wissen, und dann – aufbauend auf den so gewonnenen Bestimmungen dessen, was uns zu wissen möglich ist – eine umfassende Systematik des zu Wissenden. Schließlich war dann mit dem Werk des Aristoteles ein Kanon der Denkbestimmungen, der Wissenssystematik und der Wissenssystematisierungen formuliert, der bis in das Ende des 17. Jahrhunderts nicht nur zentrale Bedeutung besaß, sondern bis in den Begriffsgebrauch hinein die Wissensordnung und die Bestimmung von Wissenszusammenhängen unserer Kultur ausrichtete. Die mittelalterliche Philosophie et wa kann über weite Strecken als ein Ringen um eine adäquate Ausdeutung des Aristoteles beschrieben werden. Damit formiert sich in dieser kurzen Phase des antiken Denkens die Grundlage der europäischen Wissenschaft. Wir werden in der Darstellung der Entwicklung der Mathematik noch sehen, wie schon Platon die Grundbestimmungen unserer bis heute wirkenden Vorstellung von Wissenschaft formulierte. Wir werden sehen, wie er dabei in seiner Zeit das Ideal einer mathematischen Wissenschaft als einer sich dem Aufbau ihres Argumentationsganges sicheren Wissens bestimmte, und wir werden sehen, wie wir in direkter Folge bei Aristoteles nicht nur die Details einer Bestimmung des zu Wissenden, sondern gleichsam das Instrumentarium zur Systematisierung, Ordnung und Abstimmung von Wissensformen und den in diesen Formen zu fassenden Inhalten vorgelegt bekommen. Damit sind die hier zu behandelnden Philosophien auch und gerade in ihrer wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung detaillierter nachzuzeichnen, dies zumal, als die Folge Sokrates, Platon, Aristoteles nicht einfach eine Linie nachzeichnet, sondern mit diesen Denkern ganz unterschiedliche Positionen benannt sind, die in den Entwürfen von Platon und Aristoteles dann auch eine explizite Systematik der möglichen Wissensbeziehungen und Aussagen vorlegten, die nun ebenfalls nicht einfach organisch aufeinander abgestimmt sind, sondern differente Pole in der Bewertung von Wissen über Wissen und dem Wissen über Dinge aufzeigen. Sokrates war – bezogen auf die Entwicklung dieses Denkens – der Stimulator, seine Auslegungen bleiben in ihrer kritischen Funktion auf die Frage der Bewertung von Zielstellung und Perspektivierungen eines Wissens über die Dinge ausgerichtet. Platon leitete hieraus eine enorme Skepsis gegenüber der Erfahrung ab. Schließlich ist nichts wirklich so, wie es uns erscheint. Es sind die Konventionen einer Kultur, die Einschränkungen unserer Sinne und die Beschränktheit unseres Verstandes, der uns eine Vielfalt immer nur in Folge ihrer Explikation, nie aber an sich in der Totalität ihrer Bestimmtheit vor Augen setzt. Demnach ist unser Verständnis der Dinge immer nur unvollkommen. Es greift gleichsam nur die Schatten der wirklichen Dinge, die eben nicht einfach das sind, was unserer so eingeschränkten Erfahrung verfügbar scheint.

Demgegenüber sieht Aristoteles Regeln, denen zu folgen ist, um die Erörterung eines komplexen Zusammenhanges doch so zu gestalten, dass wir zumindest verstehen, worum es geht, und wie die prinzipielle Schichtung eines solchen von uns erfahrenen Zusammenhanges aufgebaut ist. Er sieht aber wohl, dass, um hier Ordnung zu gewinnen, das Instrumentarium zu schärfen ist, das es uns erlaubt, Aussagen darüber zu treffen, ob ein uns möglich erscheinender Schluss zumindest von der Art und Weise, wie wir dabei mit unserem Wissen und der uns möglichen Erfahrung umgehen, zu rechtfertigen ist. Sind hier erste Ordnungskriterien bestimmt, so sind aufbauend auf diesen zumindest prinzipielle Systematisierungen möglich. Weiß ich, wie ich Grundbegriffe anzusetzen habe, mit denen ich die Natur beschreibe, so kann ich an Hand der Regeln weitere Schlüsse ziehen und mich so nicht einfach nur einzelner Erfahrungen versichern, sondern diese Erfahrungen in einem Erfahrungsraum ordnen. In diesem Erfahrungsraum kann ich nun Systematiken austesten und damit Wissenszusammenhänge bestimmen. Erfahrungen sind demnach Teil eines geordneten Aussagezusammenhanges, der diese Erfahrungen nicht einfach vorherbestimmt, das heißt, nach schon vorgegebenen Prinzipien feststellt, sondern vielmehr auch gänzliche Neues mit in einen vorgegebenen Erfahrungszusammenhang einbindet und dabei sogar ggf. ein vorgegebenes System variiert. So beschreibt Aristoteles in seiner Tierkunde die Geschichte von Lebensprozessen, setzt sie zueinander in Bezug und gewinnt Systematiken, die ihm Erfahrungsbereiche neu erschließen. Dabei lebt er am Ende des vierten Jahrhunderts in einer Phase, in der der bisher gültige Erfahrungsraum der griechischen Kultur vollends aufreißt und, mit den Eroberungen von Alexander dem Großen, der Gedankenraum des Orients, Persiens und Indiens nicht einfach nur in den übernommenen Mythen weiterlebt, sondern sehr direkt in den neu gefundenen Pflanzen und Tieren, den neuen Krankheiten und den neu erfahrenen, bisher nur indirekt vermittelten Denksystemen einer eben doch ganz anderen Kultur direkt gegenübersteht. Zwar zerbricht mit dem Tod Alexanders das nur lose gefügte großmazedonische Reich, doch halten sich in den sogenannten Diadochenreichen noch über Jahrzehnte die größeren Verwaltungseinheiten und sind als solche auch weiter im engeren griechischen Kulturraum präsent. Und schließlich wird mit der Gründung der Ptolemäerdynastie in Ägypten – eines dieser Diadochenreiche – diese neue politische Ordnung auch direkt wissenschaftsgeschichtlich bedeutsam. Trifft doch hier in der neuen Hauptstadt Alexandriens der alte Orient unvermittelt auf das neue Griechenland und wird durch den Impetus einer sich rasant entwickelnden Kultur der Analysis und der kritisch gesicherten Erfahrung zunächst an die Wand gespielt. Zugleich aber verlagert sich im 3. Jahrhundert n. Chr. damit auch der kulturelle Schwerpunkt der Antike wieder zurück aus den Kernbereichen des griechischen Festlandes an die östliche Mittelmeerküste. Alexandrien mit seinem sogenannten Museum wird über Jahrhunderte der Wissenschaftsstandort des antiken Denkens. Erst im Untergang der von einer enorm differenzierten Kultur getragenen analytischen Wissenschaften der Antike – und hier können wir diesen Term erstmals mit vollem Recht verwenden – gewinnt die Mystik des Orients wieder Bedeutung, amalgamiert sich mit den Restbeständen der hier zunächst in ihren Anfängen zu betrachtenden Wissenschaftskultur des Hellenismus und wirkt mit diesem Amalgam dann insbesondere in Teilbereichen des Naturwissens – Astrologie und Chemie und der Medizin – fort. Doch haben wir mit dieser Perspektive weit über den hier zunächst zu betrachtenden Zeitraum hinausgegriffen. Wobei dieser in seiner Bedeutung eben auch für unsere weitere Geschichte allerdings nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Raffaels Gemälde der Schule von Athen hat dies gleichsam emblematisch verdichtet. Es ist die Schule von Athen, auf die hin und von der ausgehend die Kultur der Wissenschaften begriffen und als Fanal den Denkern seiner Zeit vor Augen geführt wird. Aristoteles und Platon sind die Figuren, die den hier gezeichneten Denkraum durchschreiten, auf die hin und von denen her sich die Vielfalt der Gedanken ordnet und – so die Botschaft des Gemäldes – auch weiter zu ordnen hat. Es sind nunmehr erstmals Wissenschaftler gezeichnet, Denker, die in dem Bestreben geeint sind, Welt zu begreifen. Und so fängt in diesem Athen das an, was wir im engeren Sinne Wissenschaft nennen können.

Abb. 4.16 Darstellung der Athener Akropolis, Modell, Royal Ontario Museum Toronto

 
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