< Zurück   INHALT   Weiter >

4.1.3 Hellenismus

334 Beginn des Feldzugs Alexanders des Großen gegen das Perserreich

332 Gründung des ägyptischen Alexandria

331 Entscheidungsschlacht von Gaugamela, Flucht des Perserkönigs Dareios, der 330 ermordet wird.

327–325 Alexander unternimmt einen Feldzug nach Indien

323 Tod Alexanders des Großen

320 Konferenz von Triparadeisos und Neuordnung unter den verbliebenen Diadochen

304 Begründung der Dynastie der Ptolemäer in Ägypten, Ptolemäus I Soter wird Pharao von Ägypten

301 Schlacht von Ipsos. Der letzte Versuch, die Reichseinheit zu bewahren, scheitert

281 Schlacht von Kurupedion, Ende der Diadochenzeit

280 Gründung des Museions in Alexandrien

250 Das Gräko-baktrische Reich wird gegründet, die Parther beginnen ihre Eroberungszüge

216 Die Schlacht bei Cannae

192–188 Antiochos III. unterliegt, wie schon 197 Philipp V. von Makedonien, den Römern

168 Die Römer zerschlagen Makedonien

146 Die Römer zerstören Karthago und Korinth

141 Die Parther nehmen Mesopotamien in Besitz

133 Attalos III. vermacht Pergamon testamentarisch den Römern

88 Vesper von Ephesos: Ermordung von etwa 80.000 Römern und Italikern in Kleinasien

86 Der römische Feldherr Sulla plündert Athen

64 Der römische General Pompeius erobert Syrien und richtet die Provinz Syria ein, Ende des Seleukidenreichs

30 Ägypten wird römische Provinz

Hellenismus

Zeitlich gesehen umspannt die Periode des Hellenismus die Spanne vom Tod Alexander des Großen bis zum Ende eines eigenständigen ägyptischen Reiches 30 v. Chr. und damit einen Zeitraum, in dem die Entwicklungen im Bereich des kulturellen und des politischen Raumes nur schwer in Deckung zu bringen sind. Vollzieht sich doch in dieser Periode der Aufstieg Roms und damit das Einbrechen einer bisher im Gefüge des griechisch-kleinasiatischen Raumes kaum relevanten Kultur. Rom war durch die italischen Kolonien der griechischen Stadtstaaten schon lange in Kontakt mit dem griechischen Raum, ohne hier doch viel mehr als einen Absatzmarkt für die griechischen Produkte zu bieten. So wurde denn bei der Expansion dieser neuen Macht nach Osten von dieser das dort vorgefundene Kulturgut weitgehend ungefiltert angeeignet. Dennoch stellten sich mit dem politischen Aufbruch Roms die Rahmenbedingungen für eine weitere kulturelle Entwicklung der Antike um. Karthago, das Erbe der Phöniker im westlichen Mittelmeerraum, wird zerschlagen, dessen weitausgreifende Handelsrouten werden nur in Teilen übernommen. Rom richtet den Handel und die Politik der Antike neu aus. Am Ende dieser Periode hat sich dann auch das machtpolitische Zentrum der Welt nach Rom ins westliche Mittelmeer verlagert, ohne dass damit aber eine nachhaltige kulturelle Umlagerung verbunden ist: Alexandria mit seinem Museum und seiner Bibliothek beherbergt weiter die zentrale Forschungs- und Bildungseinrichtung der Antike. Die Wissenschaft spricht weiterhin Griechisch. Die Akademie Platons und das Lyceum des Aristoteles verbleiben in Athen und sind weiter die führenden Bildungseinrichtungen des griechischsprachigen Raumes, ohne dass diesen nun im Westen des neuen Roms etwas Gleichartiges entgegengesetzt wird. Die griechische Kultur dauert so ins römische Reich fort, nur fehlen ihr im Weiteren zusehends Impulse. Das neue römische Reich fokussiert seine Interessen zunächst auf die direkten Anrainer des Mittelmeerraumes, die vormaligen Eroberungen des Alexander sind nicht mehr im Horizont der neuen Politik.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >