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4.3.1.3 Die pythagoreische Schule zu Kroton

Diese Schule entwickelt sich in direkter Folge der naturphilosophischen Erklärungsansätze des Alkmaion von Kroton. Bekannte Vertreter sind ferner der schon benannte Demokedes, dessen Lebensweg aufzeigt was schon in dieser frühen Phase Professionalisierung des Arztes bedeutete, der Pythagoreer Philolaos, von dem überliefert ist, dass er Platon für ei- ne erkleckliche Summe Geldes eine pythagoreische Schrift verkauft hat, und Hippon von Rhegion, Hippon lebte etwa von 470–400 v. Chr. Ausgehend von Beobachtungen zu physiologischen Erscheinungen am Menschen, suchte der die Lehre des Th es, dass das Wasser der Ursprung aller Dinge sei, wiederzubeleben. Hier zeigt sich also schon im Rahmen dieser ersten Schule, wie flexibel jeweilige Lehrinhalte gehandhabt wurden. Hippon geriet mit dieser Lehre um 430 ins Visier der Athener Komödiendichter Kratinos und Aristophanes, was nicht nur zeigt, wie kritisch einzelne solcher Konzeptionen diskutiert wurden, sondern vor allem auch kenntlich macht, dass diese Konzeptionen und damit die Diskussionen innerhalb der Ärzteschaft eine breite gesellschaftliche Resonanz fanden. Dabei sind Hippons Ansichten, der nur mehr versucht, die abstrakten Prinzipien des Alkmaion, auf Grund seiner Erfahrungen mit der Physiologie des Menschen, direkt in verfügbare Substanzen und damit in Therapiemaßnahmen umzusetzen, kennzeichnend für diese Schule. Hier finden sich Arbeiten zur Anatomie, Physiologie, Pathologie. Ausgehend von diesen Arbeiten wird die Diätetik weiterentwickelt, in der durch sorgsame Wahl der dem Körper zugeführten Nahrung Ungleichgewichte behoben und demnach Krankheiten zu therapieren waren.

Aristophanes

Der Athener Aristophanes war zusammenmit Eupolis und Kratinos der berьhmtesteDichter der alten griechischen Komцdie. In seinen Stьcken kritisiert er politischeSituationen, wie die Bьndnispolitik der Athener, die Demagogie oder den Gerichtsterror des Kleon, er thematisiert dann aber auch kulturelle und gesellschaftliche Praktiken. So schreibt er gegen die reiЯerische Rhetorik der sophistischen Dialektik und verspottet so auch in einem seiner Stьcke, Die Wolken, den Sokrates und seine Schьler. In diesem Stьck will ein alter Bauer sich von Schulden, die sein Sohn angehдuft hat, befreien. Hierzu lдsst er sich in der rhetorischen Kunst der Sophisten unterweisen, mit dem Ziel, fьr sich die schlechte Sache zur Guten zu machen. Sein Sohn wendet nun aber die gegen ihn gerichteten rhetorischen Tricks gegen den Vater selbst an, der schlieЯlich voller Wut das Haus des Sokrates, dessen Lehren er ungewollt selbst erliegt, anzьndet.

 
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