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IV. Bildungspotenziale

Bildungschancen des Handys in alltagsästhetisch geprägten Jugendkulturen

Die Ausstattung mobiler Geräte – z.B. von Handys oder portablen Spielekonsolen – hat in den letzten Jahren einen erstaunlichen Umfang erreicht. Mit Handys kann man längst nicht mehr nur telefonieren oder kurze Nachrichten versenden. Dass Foto- und Videokameras in die Handys wanderten, erweiterte deren Funktionsumfang stark; die Möglichkeit, von Handys Musikdateien abzuspielen, schloss geradezu selbstverständlich daran an. Eine weitere Entwicklung in diese Richtung war, dass Nutzer mittels der Geopositionierungs-Funktion (GPS) ihren Standort bestimmen und den genauen Aufnahmestandort z.B. in den aufgenommenen Fotos weiterverarbeiten können. Mit der Entwicklung der Handys zu Smartphones hat sich aber der verfügbare Umfang der Funktionen und Möglichkeiten in den letzten Jahren stark vergrößert. So stieg durch das Aufkommen der Smartphones in den letzten Jahren vor allem die vielfältige Nutzung des Internets an. So haben die Jugendlichen insgesamt und mit steigendem Alter zu etwa einem Viertel bis einem Drittel ein Smartphone (Feierabend/Rathgeb 2011: 57) und etwa ein Drittel der Internetnutzung der Jugendlichen läuft über das Smartphone (ebd.: 32). Die schnelle Ausbreitung der Smartphones verdeutlicht die schweizerische JAMES-Studie, wonach im Jahr 2012 bereits 79% der Schweizerischen Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren Smartphones hatten (Süss/Waller 2012: 8).

Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass alle Jugendlichen von dieser schönen neuen Welt profitieren. Die JIM-Studie 2011 berichtet, dass jeder zwanzigste Jugendliche kein Handy hat (Feierabend/Rathgeb 2011: 6). Auch die tatsächliche Nutzung der Handyanwendungen ist laut JIM-Studie nicht so vielfältig, wie es die Liste der Ausstattungsmerkmale neuer Handys verspricht. Kurznachrichten (SMS) zu erhalten und zu versenden, gehört dabei, neben dem Telefonieren, nach wie vor zu den wichtigsten Eigenschaften des Handys. Funktionen wie Fotos und Videos machen oder verschicken oder mit dem Handy ins Internet gehen folgen laut der JIM-Studie 2011 erst auf den mittleren Rangplätzen (ebd.: 60). Die traditionellen Handys (auch Feature Phones genannt) bieten hier zwar viele Möglichkeiten, aber das eigentliche Potenzial mobiler Technologien entfaltet sich erst richtig in der Nutzung von Smartphones.

Im medienpädagogischen Interesse sollte es liegen, die spezifischen Potenziale herauszuarbeiten, die das Handy / Smartphone mit seinen Anwendungen den Jugendlichen bietet. Anders gefragt bedeutet das: Welche Potenziale für die Förderung der Handlungskompetenzen zur Alltagsbewältigung stecken in Handyanwendungen und wie sind diese in die kulturelle Praxis Jugendlicher eingebunden?

Mit einem kulturtheoretisch geprägten Rahmen in der Perspektive der Medienpädagogik will der folgende Artikel genauer auf Handynutzungsmuster Jugendlicher blicken. Dabei steht das Konzept der sozialen Segmentierung (Milieus) und der Lifestyles bzw. der Alltagsästhetik als zentrales Moment der Orientierung in der Alltagswelt im Mittelpunkt. Der Lifestyle der Jugendlichen steht dabei in einem funktionalen Zusammenhang mit Schulabschlüssen, Annahmen von Bildung und Lernen (auch informelles Lernen), der Wahl der Handymarke und schließlich auch dem Umgang mit speziellen Handyfunktionen sowie den sich daraus ergebenden Handynutzungsmustern.

 
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