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1.2 Fragestellung und Ziel der Arbeit

Wie bereits dargestellt, sind die Nutzungsideen der Kommunen im Konversionsprozess eingebettet in strukturelle Rahmenbedingungen wie den Verkauf durch die BImA sowie Fördermittelzuweisungen von Bund und Ländern. Entsprechende Untersuchungen zum Thema Konversion haben bislang stets nur Handlungsempfehlungen bzw. mögliche ideale Vorgehensweisen zum Thema erörtert (vgl. Beutler et al. 2011, Simon 2007, Werner 2002). Eine Analyse der Relevanz von Vorbildern, der Funktionsweise der Akteurszusammenarbeit sowie des Prozesses der Auswahl bestimmter Nutzungsideen fehlt jedoch bislang. Weiterhin fand keine Einordnung der militärischen Konversion vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen seitens der Raumordnung und der Bundeswehr statt. Die Literatur zu Mobile Policies beschränkt sich hauptsächlich auf die Analyse neoliberaler Politiken in Städten, während die Auswahl bestimmter Nutzungen im ländlichen Raum im Kontext von Schrumpfung nicht thematisiert wird. Auch das Thema Konversion war bis jetzt nicht Gegenstand von Forschungsarbeiten.

An diesem Punkt setzt die vorliegende Arbeit an. Es wird die These aufgestellt, dass Konversionsgemeinden im ländlichen Raum einem gewissen Zwang zu einer schnellen, möglichst wirtschaftlichen Nachnutzung ausgesetzt sind. Die Auswahl von Konzepten ist abhängig von der Förderkulisse sowie zukünftigen Investoren. Das Handeln der Gemeinden ist weiterhin eingebettet in raumordnungspolitische Leitgedanken, die sich in den letzten Jahren stark verändert haben. Damit wirken sich zunehmend neoliberale Politiken auch in ländlichen Regionen aus, beispielsweise durch einen Wettbewerb um Unternehmen oder Fördergelder (Bernt & Liebmann 2012). Daraus ergeben sich folgende forschungsleitende Fragestellungen, die thematisiert werden sollen:

Wie ist die Auswahl bestimmter Nutzungen vor dem Hintergrund beschränkter Handlungsspielräume der Kommunen, im Kontext von Sparzwängen und Wettbewerbsdruck, einzuordnen und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang bereits erfolgte Projekte mit „Vorbildcharakter“ als ein wichtiger Aspekt der „Mobile Policies“?

Wie verändern sich zudem die Konzepte im Zuge der Aushandlung zwischen den verschiedenen Akteuren (Kommunen, Investoren, Land, BImA)? Wie wird in diesem Zusammenhang Konversion transferiert, verhandelt und reproduziert und welche Schlüsse lässt dies über die Funktionsweise mobiler Politiken in ländlichen Räumen zu?

Die Arbeit hat damit das Ziel, die Bundeswehrreform vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen seitens der Bundeswehr und Raumordnung einzuordnen. Weiterhin sollen die Nutzungsauswahl und deren Legitimation, die Zusammenarbeit der Akteure sowie die Funktion von Vorbildern auf lokaler Ebene analysiert werden. Dabei ist von besonderem Interesse, welche Handlungsspielräume auf kommunaler Seite vorhanden sind und wie daraus mögliche Nutzungsoptionen erkannt und durchgeführt werden. Damit soll ein Beitrag zum Verständnis von Planungsprozessen in ländlichen Räumen im Zeichen finanzieller Sparzwänge öffentlicher Haushalte geleistet werden. Insbesondere ist hierbei von Bedeutung, dass sich bislang keinerlei Forschung mit der Reform der Bundeswehr und ihren Auswirkungen auf die von Standortschließungen betroffenen Kommunen befasst hat.

 
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