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Mögliche Investoren

Investoren treten meist noch nicht zu Beginn des Konversionsprozesses als wichtige Akteure in Erscheinung. Sie sind nach Ansicht der Befragten aber letztlich diejenigen, die über die Nutzung in erheblichem Maße mitentscheiden. Da nur in den wenigsten Fällen bzw. für Teilflächen eine eigene Nutzung durch die Gemeinde bzw. andere öffentliche Institutionen stattfindet, müssen die Liegenschaften an Private veräußert werden. In Lütjenburg ist der Bau eines Gemeindezentrums zwar in Planung, ob die Realisierung möglich ist, hängt jedoch von möglichen Investoren für andere Teile des Areals ab, die bereit sind, den von der BImA festgesetzten Preis zu bezahlen. Da sich häufig nur wenige Käufer für die Liegenschaften interessieren und dazu bereit sind, einen erheblichen Betrag in Konversionsliegenschaften zu binden, sind die Kommunen oft froh über ein mögliches Interesse und dazu bereit, ihre geplanten Nutzungen darauf abzustimmen oder gar zu ändern.

Vor diesem Hintergrund wurde von Seiten des Konversionsbüros darauf hingewiesen, dass die Akquisition eines Investors essentiell ist, da sonst jegliche Pläne nur sehr geringe Realisierungschancen hätten. In diesem Zusammenhang sind aber auch die Einflussnahmen seitens der Länder meist gering, vor allem wenn ein großer Investor Interesse an der Fläche hat (G3). Häufig ließen sich die Gemeinden von Hochglanzbroschüren blenden (G2) oder Strategien des Landes wie das Flächensparen rücken in den Hintergrund (G6). Zudem wurde darauf hingewiesen, dass man vorsichtig sein müsse bei zu abgehobenen oder zu ehrgeizigen Nutzungskonzepten. Es müsse genau im Vorfeld geprüft werden, ob die Pläne wirklich umsetzbar seien. Häufig bestehe hier allerdings die Gefahr, dass ein Großinvestor mit seinen Plänen Verantwortliche in den Gemeinden in gewisser Weise blendet, da er Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verspricht (G2).

Während die Anfragen in Lütjenburg bisher weniger konkret waren, gibt es in Hohentengen/Mengen hingegen bereits zwei detaillierte Angebote, von denen das Konzept des Entwicklungsparks (s.o.) auch auf Unterstützung der Gemeinden gestoßen ist und im Gemeinderat vorgestellt wurde. Die Interviewpartner betonten zwar, dass man auch die weiteren Planungen mit einbinden wolle, ob das aber funktionieren würde, sei unklar. Ein Problem kann dabei sein, dass der Investor vorhat, das gesamte Gebiet zu beplanen, was wiederum das Scheitern des Aus- und Weiterbildungszentrum zur Folge haben könnte.

„Wir versuchen, alle Interessen dort einzubinden in das Gesamtkonzept. Andererseits muss man auch schauen, wer am Ende zahlt, bestimmt auch ein Stück weit. Das ist klar.“ (G4).

 
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