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6.5 Fördermittel und andere Unterstützungen

Gerade zur Information über bestimmte Nutzungsideen oder ein möglichst erfolgreiches Vorgehen spielen der „Zugang zu Ressourcen“ (McCann 2011a: 121) und der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren eine wichtige Rolle. Wie oben gezeigt, sind dabei nicht nur regelmäßige Treffen relevant, sondern auch Konferenzen als Orte des Austauschs für die Übertragung von Politiken (so genannte „microspaces of globalization“; Cook & Ward 2010, Cook 2008). Zudem ist die Verfügbarkeit von Publikationen wie Leitfäden, Best-Practice-Sammlungen oder Ratgebern bei der Übertragung von Politiken relevant. Wie bereits oben erläutert, gelten diese als „informational infrastructures“ (McCann 2011a).

Hinzu kommt das Vorhandensein finanzieller Mittel seitens der „Nachfrager“ nach bestimmten Politiken, da Nutzungen meist mit Investitionen verbunden sind. Es zeigt sich also, dass der Zugang zu Austauschplattformen wie Konferenzen, die Verfügbarkeit von Publikationen und entsprechenden finanziellen Ressourcen eine wesentliche Rolle in der Mobile-Policy-Forschung spielt. Inwieweit diese Punkte auch für die Konversionsplanung beider Fallbeispiele von Bedeutung ist, soll im Folgenden diskutiert werden.

Veranstaltungen und Kongresse

Zum Thema Konversion im weiteren Sinne wurden in der Vergangenheit zahlreiche Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen durchgeführt. Hier spielen gerade die Landesregierungen eine wichtige Rolle, die damit demonstrieren möchten, dass sie ihre Kommunen nicht alleine mit dem Problem lassen (G2).

Das Land Schleswig-Holstein bietet auch Fachveranstaltungen und Workshops zu bestimmten Themen in unregelmäßigen Abständen an, um die Kommunen mit Wissen und Informationen zu versorgen und zu zeigen „was geht und was nicht geht“. Dort werden z.B. Experten in Sachen Baurecht eingeladen oder es wird erklärt, wie die BImA agiert und arbeitet (die Zusammensetzung der Themen ist abhängig davon, in welchem Stadium des Prozesses die Kommunen sich gerade befinden). Zudem werden hier, wie bereits oben erwähnt, Bürgermeister anderer Gemeinden bzw. Investoren eingeladen, um „ihre“ erfolgreich abgeschlossenen Konversionsprojekte vorzustellen (G2). Im Jahr 2011 gab es beispielsweise Veranstaltungen zum Abschluss eines unter anderem vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projektes zum Thema Konversionsflächenmanagement, bei denen Hinweise und Beispiele vorgetragen wurden (MWWV 2011b). So wurden beispielsweise die betroffenen Kommunen eingeladen, aber auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaften, die kommunalen Spitzenverbände sowie die Regionalmanager. Dort wurden auch die Bürgermeister, die von der neuen Stationierungsentscheidung betroffen sind, über positive Beispiele informiert. So war z.B. der Unternehmer von Sehestedt, der die Liegenschaft nachgenutzt hat, anwesend (G2).

Eine ähnliche Situation ist auch in Baden-Württemberg anzutreffen. Hier wurden nach Bekanntgabe der Schließung drei große Konversionstagungen durchgeführt, die erste im Dezember 2011. Neben Vertretern der BImA wurden die Gemeinden selbst eingeladen. Weiterhin wurden Referenten hinzugezogen, um über ihre Erfahrungen bei der Konversion zu sprechen, beispielsweise Bürgermeister anderer Kommunen. Die BImA informierte über den Ablauf des Verkaufsverfahrens und eine Übersicht über mögliche Fördermittel wurde bereitgestellt. Eine zweite Konversionstagung fand im April 2012 statt, wo unter anderem die Ergebnisse der Wirkungsanalyse durch das Büro Prognos vorgestellt (Prognos 2012), aber auch mögliche Nutzungsstrategien aufgezeigt wurden. Weiterhin wurde „schwerpunktmäßig über die Fördermöglichkeiten des Landes und die Erarbeitung kommunaler Konzeptionen für zukunftsträchtige Nachfolgenutzungen in den Konversionsgemeinden diskutiert.“ (LTDrucksache 15/1962 2012: 5). Bei der dritten Tagung wurde in den Konversionsräumen das Vorgehen des KEK erläutert (MLR 2013b). Auch der zuständige Minister war zusätzlich im Dezember 2011 in Hohentengen/Mengen vor Ort.

Es gibt aber auch Veranstaltungen, die über die Landesebene hinausgehen, wie z.B. den Konversionskongress der BImA, der im Februar 2012 stattfand. Hier waren Mitarbeiter der Landesregierungen sowie Vertreter betroffener Gemeinden eingeladen. Auf solchen Kongressen werden diese dann zu Experten, die selbst im Austausch mit anderen Bundesländern ihre Erfahrungen berichten sollen (G2). Ziel war vor allem der Austausch, zahlreiche externe Dienstleister stellten zudem ihre Tätigkeiten im Bereich Konversion vor. Best-Practice-Beispiele wurden aus den Städten Hanau und Fürth vorgestellt und die BImA informierte über das Verkaufs- und Wertermittlungsverfahren (BImA 2012c).

 
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