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2.4.2 Entwicklungen ausserhalb der Schweiz

Die Entwicklung der Corporate Governance und deren Ausgestaltung ist in den letzten Jahren massgeblich durch Empfehlungen und Normen aus dem angelsächsischen Rechtsraum geprägt worden. Die Vorreiterrolle von Ländern wie den USA und Grossbritannien manifestiert sich in zahlreichen Publikationen, welche die Corporate Governance weltweit bis heute beeinflussen. Aufgrund des Gesetzescharakters wird eine Vielzahl der Regelungen auch für ausländische kotierte Unternehmen rechtsverbindlich, so dass sich einzelne Normen als weltweit gültig durchgesetzt haben.

Im Folgenden werden die wichtigsten historischen Meilensteine der Corporate Governance-Entwicklung ausserhalb der Schweiz in chronologischer Reihenfolge aufgezeigt und dabei insbesondere die für Audit Committees relevanten Empfehlungen zur Einrichtung und Ausgestaltung nach dem jeweiligen Report untersucht (Abb. 2.3).

Abb. 2.3 Chronologische Übersicht massgeblicher Corporate Governance-Reports. (Quelle: In Anlehnung an Bühler und Schweizer 2002, S. 998)

2.4.2.1 Treadway-Report (USA)

Die nach ihrem Vorsitzenden James C. Treadway, Jr. benannte „National Commission on Fraudulent Financial Reporting“ (sog. Treadway Commission) untersuchte im Zeitraum von Oktober 1985 bis September 1987 das amerikanische Berichterstattungssystem, mit dem Ziel Hinweise auf die Aufdeckung und Verhinderung betrügerischer Finanzberichterstattung zu identifizieren. Dabei wurde die Kommission von bedeutenden Organisationen im Bereich des Finanz- und Rechnungswesens wie dem American Institute of Certified Public Accountants (AICPA), der American Accounting Association (AAA), den Financial Executives International (FEI), dem Institute of Internal Auditors (IIA) und dem Institute of Management Accountants (IMA) unterstützt und finanziert. Der Report enthält Empfehlungen für das Management, den Verwaltungsrat, die Abschlussprüfer, die SEC sowie für weitere regulatorische Institutionen in den USA. Die Kommission veröffentlichte auch mehrere Audit Committee-spezifische Empfehlungen, welche zur Vermeidung betrügerischer Finanzberichterstattung dienen sollen. So wird allen börsenkotierten Unternehmen empfohlen, ein solches Gremium einzurichten:

„The Commission recommends that all public companies be required to have audit committees composed entirely of independent directors.“ Daneben legt es klar die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Audit Committees fest, wozu neben weiteren Pflichten auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers und der Vergabepraxis von Nicht-Audit-Beratungsdienstleistungen des Managements zählt, und schreibt vor, diese in einer schriftlichen Urkunde (Written Charter) zu dokumentierten.

 
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