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1.2 Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit

Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieser Arbeit, die motivationsbezogene Wirkung vorhandener Instrumente des JobService aus Sicht betroffener Bestandsmitarbeiter zu analysieren. Da Beamte gegenwärtig und in Zukunft die größte zu betreuende Gruppe im JobService darstellen, wird diese Untersuchung auf diesen Personenkreis eingeschränkt.

Mit Blick auf den aktuellen DB-Mitarbeiterbestand zeigt sich eine durchschnittliche Konzernzugehörigkeit von 22 Jahren (vgl. DB 2011, S. 120). Im Rahmen dieser langfristigen Arbeitsbeziehungen haben sich implizite, wechselseitige Erwartungen zwischen Konzern und Arbeitnehmenden entwickelt. Herausgelöst aus ihren bisherigen Arbeitsstrukturen gehen Bestandsmitarbeiter ein neues Vertragsverhältnis mit der DB JobService GmbH ein. Dieser Arbeitsplatzverlust kann zu einer erheblichen Umgestaltung des bisherigen psychologischen Beziehungsgefüges zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber führen. Werden diese Veränderungen als Vertragsverletzung aufgefasst, kann dies zum Verlust der seit Jahren als selbstverständlich angesehenen inneren Bindung zum Unternehmen führen und sich negativ auf die Arbeitsmotivation auswirken (vgl. Raeder et al. 2012, S. 30).

Daher soll im Rahmen dieser Arbeit folgender zentralen Forschungsfrage nachgegangen werden:

Wie motivationsförderlich sind die Maßnahmen des JobService aus Sicht der Bestandsmitarbeiter für den Erhalt ihrer Beschäftigungsfähigkeit?

Neben dem Aufzeigen von Motivationspotenzialen und -hemmnissen sollen aus den wissenschaftlichen Ergebnissen dieser Arbeit praxisbezogene Handlungsempfehlungen für die DB JobService GmbH erarbeitet werden. Zum anderen können die Ergebnisse in die Weiterentwicklung der Beratungskompetenz der Referenten einfließen.

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1.3 Vorgehensweise

Die Arbeit umfasst insgesamt sieben Themenkomplexe. Nach den einführenden Formulierungen des ersten Kapitels und der Darlegung von Ziel- und Fragestellungen, wird im 2. Kapitel der individuelle und gesellschaftliche Rahmen des Themas aufgezeigt. Dabei wird der Wandel der Arbeitsgesellschaft diskutiert und die Veränderung des Normalarbeitsverhältnisses hin zu mehr Flexibilität und dem Erhalt der eigenen Beschäftigungsfähigkeit dargestellt. Diese Tendenzen stehen den langfristigen und stabilen Erwerbsbiografien vieler Beamten der DB gegenüber, die sich im Rahmen ihres Arbeitsplatzverlustes starken persönlichen und beruflichen Umbrüchen gegenübersehen. Im sich anschließenden 3. Kapitel werden einschlägige Theorien zur Arbeitsmotivation vorgestellt und diskutiert. Hierbei werden Konzepte betrachtet, die Aussagen über psychologische Zustände der Personen, d. h. deren Motive zulassen sowie die Gegebenheiten der Arbeitsaufgabe (Anreize) berücksichtigen. Schließlich werden die theoretischen Ansätze hinsichtlich ihrer Relevanz für die Situation der Beamten im JobService diskutiert. Im 4. Kapitel werden die theoretischen Grundlagen operationalisiert und in einen halb-standardisierten Interviewleitfaden zusammengeführt. Zudem werden die DB und der JobService porträtiert und das methodische Forschungsvorgehen aufgezeigt. In diesem Rahmen findet auch die Charakterisierung der Grundgesamtheit und der geschichteten Zufallsstichprobe statt. In den folgenden Kapiteln fünf und sechs werden die zentralen Ergebnisse vorgestellt und vor dem Hintergrund der in Kapitel drei formulierten Theorien interpretiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diskussion der Ergebnisse unter Beachtung der angewandten Methodik. Hier steht die Qualität des eigenen Vorgehens, unter Beachtung der Kriterien Objektivität, Reliabilität und Validität im Mittelpunkt. Im abschließenden

7. Kapitel werden, vor dem Hintergrund der Ergebnisse, konkrete Handlungsansätze vorgestellt.

 
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