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4.1.2 Zur Bedeutung der Beamten

…im Konzern

Ein wesentlicher Punkt der damaligen Bahnreform bestand in der „[…] Befreiung des neuen Unternehmens vom Recht des öffentlichen Dienstes“ (aus DB 1994, S. 8). Dafür verblieb der Verwaltungsbereich im BEV und übernahm die Funktion des Dienstherrn für die verbeamteten Eisenbahner (vgl. DB 1994,

S. 7). Im Gegenzug wurden der DB Beamte im Rahmen von Regelungen zur Personalüberleitung zugewiesen. Werden die Beamten in aktiven Tätigkeiten des DB Konzerns eingesetzt, dann muss die Aktiengesellschaft (AG) dem BEV jene Kosten erstatten, die anfallen würden, wenn die Aufgabe durch eine Tarifkraft ausgeführt werden würde (vgl. DB 2011, S. 175-176).

Mit dieser Regelung wurden im Jahr 1994 rd. 206.000 Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn und ca. 137.000 Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn zusammengeführt. Von diesen insgesamt über 300.000 Mitarbeitern waren wiederum ca. 109.000 zugewiesene Beamte (vgl. DB 1994, S. 25). Damit nahm das Berufsbeamtentum bei der Deutschen Bahn eine wichtige Rolle ein. Da die Anzahl der Beamten jedoch im Laufe der Jahre kontinuierlich reduziert wurde, hat auch die Bedeutung dieser Mitarbeitergruppe im Konzern abgenommen. So gab es im Unternehmen bereits Ende 1997 nur noch rd. 79.000 Beamte und weitere sechs Jahre später sank ihre Zahl erstmals unter die Marke von 50.000 (vgl. DB 1997, S. 98; DB 2003, S. 217). Auch in der Folgezeit wurde die Anzahl der Beamten weiter verringert, so dass zum Jahresende 2011 im DB Konzern nur noch rd. 18.000 verbeamtete Personen beschäftigt waren (vgl. DB 2011, S. 176).

…im JobService

Während im Konzern die Anzahl der Beamten stetig zurückgeht, steigt ihre Bedeutung im JobService kontinuierlich an. Der Anteil der aktiv und passiv betreuten Beamten an allen Bestandsmitarbeitern hat sich seit dem Auslaufen der Vorruhestandsregelung im Jahr 2004 auf mittlerweile 74 % mehr als verdoppelt (vgl. DB JobService 2012, S. 14).

Im JobService befanden sich zum Stichtag 31.12.2011 insgesamt 4.137 Mitarbeiter, von denen 3.510 dem aktiven Bestand zugeordnet wurden. Differenziert man den aktiven Mitarbeiterbestand nach Geschäftsfeldern, dann zeigt sich, dass rd. ein Drittel der Mitarbeiter aus dem Bereich Personenverkehr kam und jeweils ein Viertel den Geschäftsfeldern Infrastruktur sowie Transport

& Logistik zugeordnet werden konnten. Die mengenmäßigen Zugänge in den Bestand der DB JobService GmbH folgten damit der Größe der jeweiligen Geschäftsfelder (vgl. ebenda, S. 14).

Von den aktiv betreuten Mitarbeitern waren wiederum 2.594 verbeamtet. Hierbei standen sich Beamte mit Rationalisierungshintergrund und betrieblicher Eingliederung im Verhältnis eins zu zwei gegenüber. Während die Anzahl der Beamten in der Region Ost mit 23 zum Stichtag relativ gering war, verzeichneten die Regionen Nord, Süd und West mit 665, 1.038 und 867 Beamten deutlich höhere Werte. In diesen drei Regionen lag der Anteil der Beamten am jeweiligen aktiven Bestand zwischen 91 % bis 95 % (vgl. ebenda, S. 16). Diese regionale Verteilung zeigte sich auch beim Blick auf die aktiven Neuzugänge, wobei die Region Ost mit zwei Beamten über die niedrigste und die Region Süd mit 257 Beamten über die höchste Zugangsrate verfügten (vgl. ebenda,

S. 17). Dem stehen für das Jahr 2011, mit Ausnahme der Region Ost, vergleichsweise geringe Abgangszahlen gegenüber. Alle übrigen Regionen verzeichneten zwischen 77 bis 130 Netto-Neuzugänge (vgl. ebenda, S. 17). Die Anzahl der Beamten an allen Neuzugängen betrug im Jahr 2011 insgesamt 60 %, während dieser Wert 2007 nur halb so hoch war.

Ähnlich sieht es bei der Altersstruktur aus. Insgesamt drei Viertel aller aktiven Bestandsmitarbeiter sind älter als 50 Jahre (vgl. ebenda, S. 14, 15). Waren vor fünf Jahren noch 38 % der Neuzugänge älter als 50 Jahre, so hatten Ende 2011 bereits über 67 % das 50. Lebensjahr überschritten (vgl. ebenda, S. 11). Da das Durchschnittsalter der Bestandsmitarbeiter mit ca. 54 Jahren deutlich über dem Durchschnittsalter von 45 Jahren aller Konzernmitarbeiter liegt, sinkt mit zunehmender Dauer im Bestand deren Vermittlungsfähigkeit (vgl. DB 2011, S. 120; DB JobService 2012, S. 11). Die durchschnittliche Verweildauer von Bestandsmitarbeitern im JobService beträgt 4,9 Jahre. Zum 31.12.2011 war von den insgesamt 2.594 Beamten knapp die Hälfte (46 %) seit mindestens fünf Jahren im Bestand des JobServices. Der Anteil der Beamten, die höchstens ein Jahr im Bestand waren, betrug demgegenüber 18 % und ein weiteres Drittel wurde mehr als ein Jahr, aber nicht länger als vier Jahre, durch den JobService betreut (vgl. DB JobService 2012, S. 15).

 
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