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4.1.3 Betreuung, Qualifizierung und Vermittlung im JobService

Der gesamte hier betrachtete Prozess erstreckt sich über die Schritte der Vorvermittlung, Grundqualifizierung sowie Bestandsbetreuung inklusive Qualifizierung und Vermittlung von Mitarbeitern.

Die DB JobService GmbH wird erstmals im Rahmen der Vorvermittlung aktiv, nachdem die Mitarbeiter durch ihre Leitung über ihre künftige berufliche Situation informiert wurden. In Abhängigkeit von Situation und Vorgehen im Geschäftsfeld wird der JobService zeitnah über die aktuelle Lage in Kenntnis gesetzt. Erst danach kann er seine Aktivitäten aufnehmen und versuchen die Betroffenen in neue Beschäftigungen zu vermitteln. Hierzu prüft die Gesellschaft gemeinsam mit dem Geschäftsfeld des Mitarbeiters sowie mit anderen Einheiten des Konzerns alternative Jobmöglichkeiten. Ziel dieser Phase ist es, einen direkten Übergang in ein neues gleichwertiges Arbeitsverhältnis zu schaffen. Im Jahr 2011 konnten durch den JobService insgesamt 3.274 Vorvermittlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich jedoch die Vorvermittlungsquote bei Rationalisierungen um fünf Prozentpunkte auf 77 % verringert, während sie gleichzeitig im Rahmen des BEM-Verfahrens um zehn Prozentpunkte auf 66 gesteigert werden konnte (vgl. ebenda, S. 6-8).

Sind diese Bemühungen nicht erfolgreich, schließen die Mitarbeiter einen Integrationsvertrag mit dem JobService ab und gehen damit in deren Bestand über. Die Gesellschaft wird disziplinarische und fachliche Vorgesetzte der Mitarbeiter. Beamte und Tarifangestellte, die aufgrund einer betrieblichen Eingliederung in den JobService übergehen, müssen zudem ihre Arbeits- und damit ihre Vermittlungsfähigkeit durch ein mindestens drei-monatiges Praktikum unter Beweis stellen. Zu diesem Zweck wechseln die Mitarbeiter befristet zum JobService, Eingliederungsmanager und Referenten suchen in dieser Zeit gemeinsam nach geeigneten Praktikumsplätzen. Erst nach erfolgreicher Absolvierung dieses Praktikums können diese Mitarbeiter unbefristet in den Bestand des JobService wechseln. Im Rahmen einer regionalen Informationsveranstaltung werden anschließend alle neuen Bestandsmitarbeiter durch den JobService über das weitere Vorgehen und die rechtlichen Rahmenbedingungen aufklärt sowie mit ihrem Referenten bekannt gemacht.

Nach einer kurzen Übergangsfrist folgt für jeden Mitarbeiter die verpflichtende Teilnahme an der sogenannten Grundqualifizierung. In ihrer 2011 durchgeführten Neukonzeption, zielt diese Maßnahme darauf ab, die Teilnehmer auf die künftige Situation im JobService und die bevorstehende berufliche Neuorientierung vorzubereiten. Innerhalb von drei Wochen werden die Teilnehmer durch verschiedene Module wie z. B. Bewerbungstraining, Team- und Konfliktmanagement oder die Durchführung von Situationsanalysen geschult. Die Grundqualifizierung stellt einen wichtigen Baustein im Qualifizierungsportfolio des JobService dar. Im Jahr 2011 nahmen mehr als 600 Personen an dieser Maßnahme teil, womit sie rd. die Hälfte aller Qualifizierungsmaßnahmen ausmachte (vgl. ebenda, S. 20).

Nach der erfolgreich absolvierten Grundqualifizierung findet ein umfassendes Aufnahmegespräch durch den zuständigen Referenten statt. In diesem Gespräch wird ein sogenanntes Profilstammblatt erstellt, in welchem die Stärken, Schwächen, Wünsche, Berufsbiografie, etc. festgehalten werden. Der weitere Betreuungsprozess ist gekennzeichnet durch einen mehr oder weniger starken Austausch zwischen Bestandsmitarbeiter und Referent. Letzterer ist unmittelbarer Ansprechpartner und Unterstützer bei der Suche nach Projekten, (befristeten) Beschäftigungen [1] sowie Qualifizierungen oder externen Maßnahmen. Idealerweise findet hier ein Wechselspiel zwischen eigeninitiativen Handeln der Bestandsmitarbeiter und dem Bereitstellen von Informationen und Handlungsoptionen durch den Referenten statt. Allerdings konnten sowohl im Jahr 2010 als auch im Jahr 2011 für rd. ein Drittel der Mitarbeiter keine geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden werden (vgl. ebenda, S. 18). Sind für die Aufnahme einer Beschäftigung oder eines festen Jobangebots zusätzliche bedarfsorientierte Qualifikationen nötig, dann ist der Referent in der Lage entsprechende Maßnahmen zu gewähren. Hierbei sollen den Mitarbeiter spezifische Kenntnisse vermittelt und sie in die Lage versetzen werden, mit der arbeitsplatzbezogenen Weiterentwicklung Schritt zu halten.

Das Betreuungsverhältnis endet erst dann, wenn verbeamtete Bestandsmitarbeiter in eine dauerhafte Regelbeschäftigung wechseln, sich beurlauben lassen oder aus Altersgründen den JobService verlassen.

  • [1] Die Beamten können die Vermittlung in eine Beschäftigung von der Einhaltung der im Abschnitt VII Beschäftigungssicherungstarifvertrag geregelten Zumutbarkeitskriterien abhängig machen. Die Zumutbarkeit orientiert sich an Inhalt und Art der Tätigkeit, der tariflichen Bezahlung der Tätigkeit, der örtlich-räumlichen Ausgestaltung der Tätigkeit sowie an sozialen Belangen (vgl. §§ 24-28 BeSiTV).
 
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