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4.2 Forschungsdesign

4.2.1 Auswahl und Beschreibung der Stichprobe

Der Bereitstellung und Nutzung der Daten durch die DB ging ein gemeinsamer Abstimmungsprozess mit Vertretern des JobService und des Gesamtbetriebsrates des JobService voraus. Alle Beteiligten wurden frühzeitig über das Projekt und notwendige Anforderungen informiert. Aufgrund der sehr engen Zusammenarbeit konnten aufkommende Fragen zum Datenschutz und zur Verfügbarkeit der Daten konstruktiv angegangen und gelöst werden.

Die Ziehung der Stichprobe erfolgte aus einer aktualisierten Bestandsdatei [1]. Dafür wurden durch die IT-Abteilung des JobService aus der Anzahl aller relevanten Beamten anhand einer Zufallsauswahl eine Liste mit 129 verbeamteten Mitarbeitern erstellt. Da die Region Ost über einen sehr geringen Bestand von Beamten verfügt, wurden aus Gründen des Datenschutzes und zur Wahrung der Anonymität der Mitarbeiter nur die Regionen West, Nord und Süd berücksichtigt.

Der verwendete Datensatz, der dem Autor nicht zugänglich war, umfasste nur jene Beamtengruppen, die aktiv durch einen Referenten betreut wurden und mindestens drei Monate im Bestand des JobService waren. Dabei wurde durch den Autor angenommen, dass insbesondere der geringe Erfahrungshintergrund mit dem JobService kaum oder keine verwertbaren Ergebnisse erwarten lässt. Zudem wurden Beamte ausgeschlossen, die zu anderen Institutionen abgeordnet waren oder sich in einer Beurlaubung befanden, da die Möglichkeiten, diese Mitarbeiter für einen festen Interviewtermin gewinnen zu können, als ziemlich gering eingeschätzt wurden. Schließlich wurden Beamte dann nicht berücksichtigt, wenn sie länger als 75 Monate im Bestand des JobService waren. Darüber hinaus gehende Bestandszugehörigkeiten waren zum einen sehr gering und zum anderen durch starke Abweichungen von bspw. 102 oder 115 Monaten geprägt und flossen aus Gründen einer fehlenden Repräsentativität nicht in die Datenerhebung ein. Damit bestand die Grundgesamtheit je zur Hälfte aus Beamten mit Rationalisierungs- und BEMHintergrund. Ausgehend von dieser Grundgesamtheit wurden insgesamt 28 verbeamtete Bestandsmitarbeiter untersucht, die jeweils zur Hälfte aus Ratio und BEM kamen[2].

Des Weiteren sollte das Merkmal „Dauer im Bestand“ in die Stichprobe einfließen, um zu berücksichtigen, dass mit zunehmender Bestandszugehörigkeit nicht nur die Vermittlungswahrscheinlichkeit sinkt, sondern auch „erfahrungsgemäß“ das Engagement [3] der Betroffenen abnimmt. Hierbei wurden die Gruppen „kurz“ (im Bestand zwischen drei und höchstens zwölf Monaten), „mittel“ (im Bestand zwischen 13 und 48 Monaten) sowie „lang“ (im Bestand zwischen 49 und 75 Monaten) gebildet.

Von den Beamten mit BEM-Hintergrund waren 16 % zwischen drei und zwölf Monaten, 62 % zwischen 13 und 48 Monaten und rd. 22 % zwischen 49 und

75 Monaten im Bestand des JobService. Von den 726 rationalisierungsbetroffenen Beamten wurden 7 % zwischen drei und zwölf Monaten, 60 % zwischen 13 und 48 Monaten und ein Drittel der Mitarbeiter zwischen 49 und 75 Monaten durch den JobService betreut (vgl. Tabelle 2).

Struktur der Grundgesamtheit

Zugangsgrund und Dauer im Bestand

BEM

kurz

BEM

mittel

BEM

lang

Ratio kurz

Ratio mittel

Ratio lang

Anzahl der Bestandsmitarbeiter

116

437

155

52

437

237

Tab. 2: Struktur der Grundgesamtheit nach Vermittlungsgrund und Dauer im Bestand (eigene Darstellung)

Um die Präzision der Stichprobe zu erhöhen und eine Überbzw. Unterrepräsentation bestimmter Beamtengruppen zu vermeiden wurde entsprechend dieser Systematik eine geschichtete Stichprobe gezogen und die Mindestgruppengröße auf drei festgelegt. Dies war möglich, da die notwendigen Merkmalsverteilungen in der Grundgesamtheit vorlagen und zum anderen die Elemente den einzelnen Schichten klar zugeordnet werden konnten (vgl. Dieckmann 2009, S. 388). Damit ergaben sich insgesamt sechs Schichten, bestehend aus Zugangsgrund und Bestandsdauer.

Aus jeder Schicht wurden dann, entsprechend der relativen Verhältnisse zur Grundgesamtheit, die potenziellen Interviewteilnehmer gezogen. Dies erfolgte anhand einer Zufallsauswahl, die gesondert für jede Schicht durch einen Mitarbeiter des JobService durchgeführt wurde. In der dafür genutzten Vorgehensweise wurde jeder dritte Teilnehmer aus der jeweiligen Excel-Liste ausgewählt, wobei diese nicht nach Namen, Alter, Referent oder Dauer im Bestand sortiert waren.

Den 28 Interviewteilnehmern standen insgesamt 17 Referenten gegenüber. Dabei konnte sieben Referenten jeweils ein Mitarbeiter zugeordnet werden, während neun Referenten zwei und ein Referent drei Mitarbeiter eingeladen hatte. Insgesamt kamen sieben Mitarbeiter aus der Region Nord, neun Teilnehmer aus West und zwölf zu Interviewende aus Süd (vgl. Tabelle 3).

kurz

mittel

lang

kurz

mittel

lang

Anzahl der Teilneh-

3

8

3

3

7

4

Durchschnittsalter in

55

56

53

54

54

53

Jahren

durchschnittliche Kon-

zernzugehörigkeit in

36

35

32

34

37

38

Jahren

min. und max. Dauer

im Bestand des Job-

11-12

14-38

53-54

6-12

16-43

53-75

Service in Monaten

Durchschnittliche

Dauer im Bestand des

11

25

53

9

27

66

JobService in Mona-

Anzahl Region West

2

1

2

1

1

2

Anzahl Region Süd

0

4

1

1

4

2

Anzahl Region Nord

1

3

0

1

2

0

Tab. 3: Zusammensetzung der ausgewählten Stichprobe (eigene Darstellung)

  • [1] Die relevanten Daten wurden am 18.09.2012 aus einer aktualisierten Gesamtbestandsdatei herausgefiltert.
  • [2] Vor dem Hintergrund des zeitlichen und inhaltlichen Rahmens sowie den wissenschaftlichen Anforderungen dieser Arbeit wurde zwischen dem Autor und der DB die Durchführung von 20-30 Interviews vereinbart.
  • [3] Diese Annahme bezieht sich auf Aussagen von Vertretern des JobService, die in Gesprächen vor den Interviewterminen getätigt wurden
 
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