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4.2.2 Methode der Datenerhebung

Nach der zufälligen Auswahl der Mitarbeiter aus der Grundgesamtheit wurden die jeweiligen Referenten in Kenntnis gesetzt. Diese übernahmen den persönlichen oder telefonischen Erstkontakt, wobei sie die Teilnehmer über Inhalt, Dauer und Termin informierten und um deren freiwillige Teilnahme baten. Aufgrund der z. T. recht langen und vertrauensvollen Arbeitsbeziehungen zwischen Referenten und Mitarbeitern funktionierte die Gewinnung der Beamten für die Interviews relativ gut. Von den angefragten Mitarbeitern hatten letztlich nur vier abgesagt. An ihrer Stelle wurden Ersatzkandidaten ausgewählt, die über möglichst gleiche Merkmale verfügten und dem gleichen Referenten zugeordnet waren.

Die Daten wurden mittels persönlich geführter Einzelinterviews erhoben. Lediglich ein Interview musste aufgrund von Terminschwierigkeiten telefonisch durchgeführt werden. Die Gespräche fanden in Hannover (Nord), Frankfurt / Main (Süd) und Duisburg (West) jeweils in Gebäuden der DB statt. Für die Termine wurden separate Räume bereitgestellt. Alle Interviews wurden in der Woche vom 08.-12. Oktober organisiert. Die Mitarbeiter wurden entsprechend ihrer regionalen Zugehörigkeit an die jeweiligen Orte eingeladen und waren bereit, z. T. mehrstündige Anreisen in Kauf zu nehmen.

Alle Gespräche wurden digital aufgezeichnet und dauerten zwischen 30 bis 80 Minuten. Grundlage der Interviews war ein halbstandardisierter Interviewleitfaden. Dieser bestand aus insgesamt 13 offenen Fragen zum psychologischen Vertrag sowie 16 offenen Fragen zu den ausgewählten Aufgabencharakteristiken. Insbesondere die Fragen zu den Aufgabencharakteristiken mussten teilweise komplett neu konzipiert werden, um die Besonderheiten des JobService erfassen zu können.

Zusätzlich wurden weitere sozialstrukturelle Variablen wie bisherige berufliche Tätigkeit, Alter sowie Zugehörigkeitsdauer zum Konzern aufgenommen. Diese Daten lagen bereits vor, erwiesen sich jedoch als Gesprächseinstieg als sehr geeignet. Im Vorfeld der eigentlichen Datenerhebung konnte der Autor drei Pre-Tests mit tariflichen Bestandsmitarbeitern in Berlin durchführen. Die Erkenntnisse halfen die Struktur des Interviews und die Genauigkeit der Fragen zu verbessern sowie Interpretationsspielräume zu reduzieren (vgl. Reinhardt 2010, S. 44).

4.2.3 Methode der Datenauswertung

Die Interviews wurden digital aufgezeichnet und darüber hinaus zusammenfassend protokolliert. Die Auswertung der Daten erfolgte in Anlehnung an die Vorgehensweise einer zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse (vgl. Mayring 2002, S. 114). Diese Verfahrensweise wurde gewählt, da es sich hier um eine theoriegeleitete Textanalyse handelt und die Zusammenführung qualitativer und quantitativer Aspekte ermöglichte (vgl. ebenda, S. 117, 121). Die Vorgehensweise stellte sich dabei wie folgt dar: Sowohl für den psychologischen Vertrag als auch für die Aufgabencharakteristika wurden bereits durch die theoriegestützte Leitfadenerstellung sogenannte Kategoriensysteme auf Indikatorenbasis definiert (vgl. Mayring 2010, S. 59 ff.). Nach mehrmaligem Anhören der Interviews wurden die Inhalte der Interviews auf wesentliche Aussagen reduziert und den bereits vorhandenen Indikatoren zugeordnet. Ergaben sich aus dem Material neue Auswertungsgesichtspunkte, dann wurden diese aufgenommen und dem bestehenden Kategoriensystem entsprechend zugeordnet (vgl. ebenda, S. 67 ff.). Damit folgte die Vorgehensweise einem Zusammenspiel aus induktiver und deduktiver Kategorienbildung. Abschließend erfolgte eine dimensionsspezifische Aggregation der Ergebnisse, indem ein Set von Kategorien einer spezifischen Thematik zugeordnet und anschließend einer qualitativen und quantitativen Interpretation unterzogen wurde (vgl. Mayring 2002, S. 117).

 
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