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5.1.3 Transformation des psychologischen Vertrages

Die Umgestaltung des psychologischen Vertrages gilt aus Sicht der Mitarbeiter dann als gelungen, wenn sie die neuen Vertragsinhalte als fair ansehen (vgl. Raeder et al. 2012, S. 16). In diesem Fall dürfte die Bestandszugehörigkeit der Mitarbeiter zum JobService keinen negativen Einfluss auf ihr Verhalten haben.

Hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit wurden insgesamt 23 Verletzungen des psychologischen Vertrages identifiziert. Eine erfolgreiche Umgestaltung des psychologischen Vertrages kann bei IP 1, 5, 7, 18 und 27 ausgemacht werden. Diese haben die feste Erwartung, dass der JobService für sie neue berufliche Chancen bietet und künftig Beschäftigungen bereithält, die sie ausfüllen werden. Bei diesen Mitarbeitern ist eine positive und motivierte Einstellung verbunden mit einer hohen Eigeninitiative zu erkennen (vgl. Tabelle 9, Fußnote 34). Bei IP 19 erfolgte ebenfalls eine positive Transformation des psychologischen Vertrages, jedoch weniger stark. So zeigte er etwas weniger starke Erwartungen eine auf Dauer angelegte und inhaltlich ausfüllende Tätigkeit zu erhalten, jedoch hat er nach wie vor die Hoffnung den JobService wieder verlassen zu können (vgl. Tabelle 9, Fußnote 35). Die IP 3, 10, 14, 22, 23 und 26 haben weder positive noch negative Erwartungen ausgeprägt. Trotz ihrer Offenheit für eine dauerhafte Beschäftigung, haben sie sich mit ihrer Situation, nur noch in Beschäftigungsprojekten eingesetzt zu werden, arrangiert (vgl. Tabelle 9, Fußnote 36). Bei elf IP kann keine positive Transformation des psychologischen Vertrages festgestellt werden. Hier dominieren nach wie vor die Enttäuschung über den Verlust der Arbeit und die Erwartung über keine berufliche Perspektive mehr zu verfügen (vgl. Tabelle 9, Fußnote 37).

Arbeitsplatzsicherheit

Bewertung

Definition

Beschreibung

IP

A1: pro

Erfolgreiche Transformation des psychologischen Vertrages: Mitarbeiter sind stark motiviert mit deutlich positiven Erwartungen.

JobService wird durch Bestandsmitarbeiter als Chance oder Sprungbrett für die Aufnahme einer neuen dauerhaften Tätigkeit angesehen.

134, 5, 7, 18,

27

A2: pro

Eingeschränkte positive Transformation des psychologischen Vertrages: Mitarbeiter sind motiviert und haben teilweise positive Erwartungen.

Die Erwartungen auf eine dauerhafte Beschäftigung sind geringer. Jedoch bestehen noch immer Hoffnung den JobService wieder verlassen zu können.

1935

A3: neutral

Keine positive Transfor-

Es überwiegt die Dankbarkeit

336, 10, 14,

22, 23, 26

nicht auf der Straße zu stehen -

man hat sich mit der Situation

arrangiert. Mitarbeiter haben je-

mation: Mitarbeiter haben weder positive noch

doch sehr geringe Erwartungen noch einmal einen ausfüllenden

negative Erwartungen.

Job ausüben zu können sie

bleiben jedoch offen für Ange-

bote und wollen nach wie vor

(für die DB) arbeiten

A4: kontra

Keine positive Transformation: Verletzungen

Mitarbeiter sehen keine Perspektive mehr ihre Laufbahn

637, 9, 11, 13,

15, 16, 17, 21,

des psychologischen Vertrages bestehen fort. Mitarbeiter haben negative Erwartungen

fortzusetzen oder vergleichbare Tätigkeiten aufnehmen zu können.

24, 25, 28

Tab. 9: Transformation des psychologischen Vertrages – Arbeitsplatzsicherheit (eigene Darstellung)

Von den 18 Teilnehmern, die im Rahmen der Loyalität eine Verletzung angaben, haben vier IP eine hohe Loyalitätserwartung ausgebildet. Die Mitarbeiter 1, 22, 25 und 27 fühlen sich im JobService wertschätzend behandelt. Sie haben die Erwartung durch den JobService aufgefangen zu werden und auch zukünftig eine gewisse Sicherheit zu erfahren (vgl. Tabelle 10, Fußnote 38). Geringere aber noch immer positive Erwartungen weisen die IP 5, 7, 9, 10 und 12 auf. Sie sind zwar froh darüber weiterhin Mitarbeiter der Bahn zu sein, bezeichnen die Leistungen des JobService jedoch als Pflicht und nicht als Fürsorge (vgl. Tabelle 10, Fußnote 39). Keine positiven Loyalitätserwartungen haben hingegen neun IP. Sie erfahren weder das Gefühl bei der DB erwünscht zu sein, noch verbinden sie die Hoffnung mit dem JobService, dass sich jemand ernsthaft um sie kümmern wird oder ihre Leistungen in Form adäquater Arbeit berücksichtigt werden (vgl. Tabelle 10, Fußnote 40).

Loyalität

Bewertung

Definition

Beschreibung

IP

L1: pro

Starke Loyalitätserwartung

Mitarbeiter empfinden uneingeschränkt Loyalität im Rahmen ihrer Bestandszugehörigkeit. Sie erfahren Alimentations- und Fürsorgeleistungen.

1, 22, 25, 2738

L2: pro

Geringe Loyalitäts-

Mitarbeiter nehmen die Bahn

539, 7, 9, 10, 12

erwartung

weniger loyal war als früher. Sie erfahren Alimentations- und eingeschränkte Fürsorgeleistungen.

L3: kontra

Keine Loyalitätserwartung

Mitarbeiter empfinden die Bahn nicht als loyal, da die Fürsorgeverpflichtungen nicht eingehalten werden.

4, 1540, 16, 17,

21, 23, 24, 26, 28

Tab. 10: Transformation des psychologischen Vertrages – Loyalität (eigene Darstellung)

Von den Teilnehmern, die in beiden Dimensionen eine Vertragsverletzung vorliegen hatten, kann nur bei den IP 1 und 27 eine uneingeschränkte Transformation des psychologischen Vertrages ausgemacht werden.

 
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