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5.2.3 Bedeutsamkeit

Rund ein Fünftel der interviewten Mitarbeiter schätzen ihre bisherigen Qualifizierungen und Beschäftigungen als relevant für die Steigerung ihrer Beschäftigungsfähigkeit ein. Demnach geben sechs IP an, aufgrund aktueller oder zurückliegender Qualifizierungen und Beschäftigungen, verbesserte Möglichkeiten zur Aufnahme einer Regelbeschäftigung erlangt zu haben (vgl. Tabelle 23, Fußnote 58). Dies bedeutet gleichzeitig, dass 80 % der IP die inhaltliche Relevanz der Maßnahmen als gering einstufen und keine reellen Chancen sehen sich für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Dabei werden drei wesentliche Aspekte hervorgehoben. Zum einen wird das Niveau der Maßnahmen bemängelt (vgl. Tabelle 23 Fußnote 63). Zum anderen wird der fehlende Zusammenhang zwischen aufeinanderfolgenden Projekten als kritisch angesehen. Schließlich leidet die Relevanz von Maßnahmen darunter, dass der zeitliche Abstand zwischen Projekten oder Qualifizierungen als zu lang eingeschätzt wird. So geben die IP 11, 17, 19, 24 und 27 an, aufgrund monatelanger Übergangsfristen ihre Tagesstruktur mitunter komplett umgestellt zu haben und einen wiederholten Wechsel in das Berufsleben kaum mehr bewerkstelligen zu können (vgl. Tabelle 23 Fußnote 62).

Davon abzugrenzen ist die Grundqualifizierung. Diese wurde von 23 IP wahrgenommen, von denen wiederum 17 Teilnehmer die Inhalte als hilfreich einschätzen. Insbesondere das Bewerbungstraining und der Umgang mit dem Computer stellten sich für die IP als sehr nützlich heraus (vgl. Tabelle 23 Fußnote 60). Negativ wird hingegen neben der sehr heterogenen Gruppenzusammensetzung auch die pessimistische Grundstimmung bewertet. Die IP 1, 5, 6, 11, 18, 22, 24 beurteilten die große Streuung der individuellen Qualifikationen negativ, da sie sich entweder langweilten oder es als unangenehm empfanden den Inhalten nicht folgen zu können (vgl. Tabelle 23 Fußnote 59).

Dimension Bedeutsamkeit

Aussage nach Kategorien und IP

Relevant für die Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit (pro)

Fachliche Bedeutsamkeit

Relevanz der Inhalte von Maßnahmen

158, 5, 7, 8, 10, 18,

Relevanz der Grundqualifizierung

2, 4, 5, 659, 7, 8, 9, 10, 15, 17, 18, 20, 21,

23, 24, 25, 2760

Soziale und persönliche Bedeutsamkeit

Relevant für die Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit (pro)

Kommunikation mit anderen Bestandsmitarbeitern

7, 8, 20, 22, 26, 28

Betreuungsqualität (pro)

• fachlich

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 861, 10, 11, 12, 13, 14,

15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25,

26, 27, 28

• menschlich

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13, 14,

15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25,

26, 27, 28

Fachliche Bedeutsamkeit

Nicht förderlich für die Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit (kontra)

keine Relevanz der Inhalte von Maßnahmen

2, 3, 4, 6, 9, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17,

19, 20, 21, 22, 23, 2462, 25, 26, 27, 2863

Soziale und persönliche Bedeutsamkeit

Hemmend für die Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit (kontra)

fehlende Kommunikation mit anderen Bestandsmitarbeitern

3, 13, 14, 16, 1764, 23, 27

Konfrontation mit Vorurteilen

4, 865, 9, 16, 17, 18, 21, 2266, 28

Tab. 23: Antworthäufigkeiten der Dimension Bedeutsamkeit nach Kategorien (eigene Darstellung)

Im Rahmen der Kategorie soziale und persönliche Bedeutsamkeit geben neun IP an schon einmal aufgrund ihrer Bestandszugehörigkeit mit Vorurteilen konfrontiert worden zu sein. Hierbei wurden die IP 4, 8, 9, 16, 17, 21 entweder als Kostenfaktoren bezeichnet oder als Mitarbeiter zweiter Klasse behandelt. Zudem empfinden die IP 18, 22, 28 vor dem Hintergrund ihrer jahrzehntelangen Berufserfahrung den Begriff Praktikum als unpassend und diskriminierend (vgl. Tabelle 23 Fußnoten 65, 66). Des Weiteren pflegen sechs IP, im Rahmen von Beschäftigungen oder als Folge der Grundqualifizierung, einen engeren Austausch mit anderen Bestandsmitarbeitern. Von denjenigen IP, die solche Kommunikationsmöglichkeiten bisher nicht wahrnahmen, finden jedoch die sieben Mitarbeiter 3, 13, 14, 16, 17, 23, 27 solche Möglichkeiten gut und wichtig, um sich bspw. gegenseitig zu unterstützen, Erfahrungen zu teilen und sich nicht als Einzelkämpfer zu fühlen (vgl. Tabelle 23 Fußnote 64). Die Betreuungsqualität wird, mit Ausnahme von IP 9, von allen Mitarbeitern sowohl fachlich als menschlich als sehr gut eingeschätzt. Demnach bemühen sich die Referenten die IP nicht nur wertschätzend zu behandeln, sondern auch relevante Maßnahmen zu besorgen. Dabei differenzieren die IP sehr klar zwischen den Bemühungen der Referenten und den gegebenen Handlungsmöglichkeiten im Konzern (vgl. Tabelle 23 Fußnote 61).

 
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