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6.2.1 Verwendeter Fragebogen

Für den ersten Schritt, das Ranking, wurde den Experten eine Liste mit den Geschäftsbereichen gegeben (vgl. Abbildung 10). Dabei wurde entschieden, dass die drei Industrien getrennt von jeweils 3 Experten für diese Industrie bewertet werden, die ein ebenbürtiges Wissen über Innovation in der entsprechenden Industrie haben. Alle kannten sich fundiert mit Innovation aus, aber durch die breite Fächerung gab es niemand, der wirklich alle Industrien und Unternehmen gleichmäßig einschätzen konnte.

Der Fragebogen war so konzipiert, dass der Experte auf einen Blick alle Firmen sehen konnte. Dabei wurde sichergestellt, dass jeder Experte die Unternehmen in einer anderen Reihenfolge zur Verfügung gestellt bekam. Dafür wurden die Geschäftsbereiche zufällig gemischt, so dass keinesfalls bei zwei Experten die Unternehmen in der gleichen Reihenfolge im Fragebogen vorkamen. Dies ist wichtig, damit ein Bias auf Basis der Reihenfolge der Geschäftsbereiche ausgeschlossen wird, der keinen inhaltlichen Hintergrund hat.

Im vorderen Feld („Ra.“) musste der Ranglistenplatz eingetragen werden. Da es nicht möglich war zweimal den gleichen Platz zu vergeben, mussten demnach alle Plätze

Abbildung 10: Fragebogen für Schritt 1, das Ranking, mit anonymisierten Geschäftsbereichen

von 1 bis 39 (bei Automobil) ausgeschöpft werden. Zur besseren Übersichtlichkeit und zur Erleichterung für die folgenden Schritte wurde die Reihenfolge automatisch für den zweiten Schritt übernommen (siehe Abbildung 11). Dies half deutlich, die Übersicht für Schritt 2 zu erhalten und die Firmen in der „gerankten“ Reihenfolge auch zu „raten“.

Abbildung 11: Übertrag der Reihenfolge von Schritt 1 zu Schritt 2

Im zweiten Schritt, dem Rating, wurden die „gerankten“ Geschäftsbereiche auf einer Skala in Form einer Geraden einsortiert, die das Spektrum von Innovation darstellt (vgl Abbildung 12, s. S. 58). Durch die grafische Ausführung der Bewertung können wesentliche Nachteile der Rating-Methode vermindert werden, beispielsweise das

„end piling“, d. h. eine Ballung der vergebenen Skalenwerte am oberen Ende der Bewertungsskala (Munson & McIntyre, 1979). Diese Gerade, die mit Innovationslinie

Abbildung 12: Fragebogen für Schritt 2, das Rating, mit anonymisierten Geschäftsbereichen

betitelt wurde, animierte dazu, mehr vom vorhandenen Bereich auszuschöpfen, und vermittelt gleichzeitig durch die grafische Darstellung ein besseres Gefühl für Abstände und Relationen. Dabei wurden die Experten darauf hingewiesen, dass eine gewisse Gewichtung durchaus gewollt ist. Beispielsweise kann die Pharmaindustrie an sich als innovativer eingeschätzt werden als die Bergbauindustrie. Dies einzuschätzen war aber komplett der Expertise der Befragten überlassen. Die beiden Enden der Geraden wurden mit den beiden extremen Ausprägungen von Innovation beschrieben: „gar keine Innovation“ auf der einen Seite und „maximal mögliche Innovation“ auf der anderen Seite. Dies wurde auch farblich untermalt durch einen Verlauf von rot für geringe Innovation, hin zu grün für hohe Innovation.

Zum Abschluss wurde aus den einzelnen Einschätzungen der drei Innovationsexperten ein einzelner Wert für Innovationsfähigkeit für jede der Geschäftseinheiten ermittelt. Dies wurde durch Mittelung der Einzelwerte bewerkstelligt. Zusammen und kombiniert mit den anderen Industrien ergab sich eine skalierte Innovationsscore über alle 84 betrachteten Geschäfteinheiten, zudem ein gemeinsames Ranking.

6.2.2 Setting & Durchführung

Den Experten wurde im Vorfeld das Verfahren erläutert, damit keine Unklarheiten bestanden. Es wurden nur Experten ausgewählt, die keine deutlichen Kenntnisunterschiede über den geografischen Raum hatten, also sich mit Unternehmen aus Europa, Amerika und Asien-Pazifik gleichermaßen auskannten. Diese Vorgabe war notwendig, führte sie doch dazu, dass hier insgesamt fünf Experten ausgetauscht werden mussten, da sie beispielsweise den asiatischen Markt nur unzureichend kannten.

Als die finalen neun Experten feststanden, wurde ein Befragungszeitraum abgesprochen und ihnen die Fragebögen per E-Mail zugesandt. Der Rücklauf der neun Experten kam teilweise handschriftlich, teilweise elektronisch, was aber keinerlei Einfluss auf die Auswertung hatte.

 
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