Recht im Studium

Das Recht spielt sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag eine wichtige Rolle. Ein Großteil der Verhaltensweisen, die eine Person täglich verrichtet, vollzieht sich entweder innerhalb eines rechtlichen Rahmens oder gar nach bestimmten, zum Teil detaillierten Vorschriften. Aus diesem Grunde ist auch das Fach Recht in einem Studium von gewisser, wenn nicht gar besonderer Bedeutung, wenngleich das Fach innerhalb der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge nur den Charakter eines Nebenfachs hat.

Rechtsfragen können für die private oder berufliche Existenz einer Person oder das Bestehen und den Geschäftserfolg eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung sein. Beispielsweise ist die Entwicklung eines Geschäftsoder Marketingmodells, das gegen die Grundsätze des lauteren Wettbewerbs und damit gegen Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstößt, ein relativ sinnloses Unterfangen. Denn hier können jederzeit die Mitbewerber oder etwa ein klagebefugter Verbraucherschutzverband durch eine Unterlassungsklage bei Gericht dafür sorgen, dass das Unternehmen dieses Geschäftsmodell so nicht mehr weiterführen kann.

Beispiel U lässt durch eine Werbeagentur (W) ein aufwändiges Konzept für

eine nächtliche Ausstellungs- und Verkaufsveranstaltung in den neu errichteten Geschäftsräumen seines in Bayern gelegenen Baumarkts entwerfen. Weder U noch W haben dabei an das Ladenschlussgesetz (LSchlG) gedacht, welches die werktäglichen Öffnungszeiten auf den Zeitraum von 6–20 Uhr begrenzt. Ein Mitbewerber (Konkurrent) aus dem Nachbarort erwirkt kurz vor dem geplanten Veranstaltungsbeginn eine Eilentscheidung (einstweilige Verfügung) des Gerichts, in welcher die Veranstaltung in dieser Form verboten wird. U erleidet dadurch einen hohen Zeit-, Geld- und Imageverlust.

Dass sich die Module des Fachs Recht hauptsächlich auf das Zivilrecht beschränken, liegt an den zeitlichen Beschränkungen der Studienpläne wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge. Das Zivilrecht stellt allerdings nur einen von drei großen Bereichen der Rechtsordnung dar (Näheres unten). Prüfungsleistungen im Fach Recht sind meist Klausuren. Die Prüfungsordnungen sehen allerdings oft die Möglichkeit abweichender Prüfungsleistungen vor (Seminararbeit, Referat). Welche Prüfungsleistung gewählt wird, hängt vom Dozenten/Lehrbeauftragten ab. Zu den GrundModulen des Fachs Recht hinzukommen können Spezialmodule, je nach Studiengang und damit ggf. verbundener Vertiefungsrichtung (z. B. IT-Recht, Bankrecht). Die Inhalte solcher Spezialmodule sind nicht Gegenstand des vorliegenden Buches.

 
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