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Schritt 6: Bewertung der Entscheidungskriterien

Bevor die Kriterien bewertet werden können, ist eine Skala festzulegen. In der Regel wird der Moderator eine vorgeben. Allerdings ist die Festlegung einer Skala für die Qualität des Gesamtergebnisses bedeutsam. Deswegen wird zunächst dargestellt, welche Anforderungen eine Skala erfüllen muss.

Eine sinnvolle Skala für die Bewertung der Kriterien muss eindeutig und praktikabel sein. Einfach bedeutet, dass es keinen Interpretationsspielraum hinsichtlich der Bedeutung der Bewertungsrichtung und Bewertungsstufen gibt, praktikabel, dass jedem Verfahrensteilnehmer die Anwendung der Skala geläufig sein muss. Ohne auf die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Optionen einzugehen, seien hier drei bewährte Skalen vorgeschlagen. Ihr Zweck ist, die folgende Frage zu beantworten: „In welchem Maße ist das jeweilige Kriterium bei der zu bewertenden Handlungsoption erfüllt?“ bzw. „In welchem Maße trifft das Kriterium bei der zu bewertenden Handlungsoption zu?“

In jedem Falle abzuraten ist von weit gespreizten Skalen, etwa einer von 0 bis 1000. Der Nachteil ist, und hier vor allem dann, wenn keine Orientierungskorridore vorgegeben werden, dass Teilnehmer, die zu starker Polarisierung neigen, das Endergebnis mehr beeinflussen als jene, die ein tendenziell ausgleichendes Gemüt haben und sich bei der Bewertung an der „goldenen Mitte“ orientieren. Aber auch das andere Extrem, z. B. eine 3-Punkte-Skala, ist untauglich, denn es erlaubt kaum Differenzierungen.

10er-Skala

Es dürfte kein Problem für den Teilnehmerkreis geben, diese Skala zu verstehen. Hilfreich ist dennoch, Korridore vorzugeben, wie es Abb. 2.1 zeigt.

Andere Varianten von Korridoren zeigt Tab. 2.9:

Schulnotenskala

Die Schulnotenskala (1–6) ist eindeutig und praktikabel. Ihr Nachteil besteht darin, dass zum späteren Multiplizieren der Bewertung mit dem Gewicht eines jeden

Abb. 2.1 10er-Bewertungsskala

Tab. 2.9 Punktwertekorridore auf einer 10er-Skala

ї

Kriteriums der Schulnote ein „umgekehrter“ Wert zugewiesen werden muss, so, wie es in Tab. 2.3 gezeigt wurde. Somit wäre die Skala:

– Note 1: Kriterium ist sehr gut erfüllt/außerordentlich nützlich

– 6 Multiplikationspunkte

– Note 2: Kriterium ist gut erfüllt/sehr nützlich

– 5 Multiplikationspunkte

– Note 3: Kriterium ist in befriedigendem Maße erfüllt/nützlich

– 4 Multiplikationspunkte

– Note 4: Kriterium ist ausreichend erfüllt/bedingt nützlich

– 3 Multiplikationspunkte

– Note 5: Kriterium ist nur unter Inkaufnahme wesentlicher Mängel erfüllt/nur in engen Grenzen und unter Inkaufnahme von Nachteilen nützlich

– 2 Multiplikationspunkte

– Note 6: Kriterium ist nicht bzw. ungenügend erfüllt/nicht nützlich

– 1 Multiplikationspunkt

Oberstufen-Punktwertskala

Die in den deutschen Oberstufen übliche Notenskala von 0 bis 15 Punkten kann direkt angewendet werden. Eine Umrechnung der Werte ist nicht erforderlich.

Tab. 2.10 Bewertung der Alternativen anhand der Kriterien

Alternative X

Alternative Y

Alternative Z

Kriterium A

3

1

7

Kriterium B

4

7

5

Kriterium C

2

4

3

Kriterium D

7

9

6

Kriterium E

9

10

7

Kriterium F

5

4

5

Kriterium G

10

2

8

Zudem existieren bereits Bewertungskorridore als Orientierungshilfe, nämlich jene, die an Schulen gelten: Hier entsprechen 13 bis 15 Punkte der Schulnote 1, 10 bis 12

Punkte der Schulnote 2, 7 bis 9 Punkte der Note 3 usw.

Der Zwischenstand des Verfahrens ist nun, dass

1. die mit einander zu vergleichenden Handlungsoptionen und

2. die Kriterien, die zur Bewertung des Nutzens jeder einzelnen Option für die Unternehmensziele festgelegt sind. Ferner wurden

3. die Gewichte festgestellt, die jedes einzelne Kriterium für die Handlungsoptionen hat und

4. eine Skala verabredet, mit der nun – ungeachtet der Gewichte – jedes Kriterium bewertet wird.

Jetzt werden alle Kriterien bewertet. Üblich ist, Kriterium für Kriterium vorzugehen. So wird auch hier das Grundprinzip dieser Methode eingehalten, das Gesamtproblem zu fragmentieren. Es ist nicht praktikabel, die Kriterien entsprechend ihrer Gewichte zu behandeln, also z. B. die wichtigsten zuerst und erst später die unwichtigen. Vielmehr sollten die Kriterien nach fachlichen Gesichtspunkten sortiert werden.

Kriterium für Kriterium wird beurteilt, inwieweit dieses für die jeweiligen Handlungsbzw. Entscheidungsalternativen zutrifft bzw. nützlich ist. Einige Kriterienwerte werden durch mathematische Korrelationen berechnet werden können, bei anderen wird eine Diskussion der Teilnehmer stattfinden. Eine Bewertungsskala von 0 bis 10 exemplarisch unterstellt, könnte das Ergebnis dieses Schritts jenes aus Tab. 2.10 sein.

Tab. 2.11 Ergebnis der Nutzwertanalyse

Mit diesem Schritt ist die Gruppenarbeit bzw. die Mitarbeit der Teilnehmer beendet. Die folgenden Schritte sind Berechnungen und Variationen des vorhandenen Ergebnisses, die vom Moderator durchgeführt werden.

 
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