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1 Psychische Erkrankungen als Tabuthema in der Arbeitswelt

Psychische Belastungen haben in der Arbeitswelt stark zugenommen, allein in 2011 gab es aufgrund psychischer Erkrankungen in diesem Zusammenhang mehr als 59 Millionen. Arbeitsunfähigkeitstage (vgl. BMAS und BAuA 2013, 41). Der Stressreport Deutschland 2012, der im Januar 2013 von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht wurde, dokumentiert erneut, worauf zahlreiche Experten aus Wissenschaft und Praxis seit über zehn Jahren hinweisen: Es bestehen komplexe Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Arbeitswelt, der auffälligen Zunahme psychischer Belastungen und der Zahl der Erkrankten. Der Report zeigt zudem auf, dass alle Hierarchieebenen betroffen sind und das Problem branchenübergreifend auftritt (vgl. BAuA 2013a). Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen nahm dies zum Anlass, um erneut darauf hinzuweisen, dass psychische Erkrankungen eines der drängendsten Probleme der Arbeitswelt seien (vgl. BMAS 2013a).

Die Arbeitnehmervertretungen fordern seit geraumer Zeit konkrete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten von Bundesregierung und Arbeitgebern. Unter dem Motto „Gute Arbeit braucht klare Regeln“ (IG Metall 2012a, 33) legte die IG Metall im Juni 2012 eine Anti-Stress-Verordnung vor, die die Verschärfung gesetzlicher Bestimmungen ebenso wie klare Handlungsvorgaben für Arbeitgeber und eine Sanktionierung bei Verstößen vorsieht. Psychische Störungen entwickelten sich offenkundig zu einer für die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts charakteristischen Volkskrankheit, so die IG Metall in der Anti-Stress-Verordnung (vgl. IG Metall 2012a, 19).

Trotz erdrückender Faktenlage ignoriere die Arbeitgeberseite, so Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, dass die „Zeitbombe Arbeitsstress“ in erheblichem Maße durch Arbeitsbedingungen mit verursacht werde und verweigere sich ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilungen (vgl. IG Metall 2012a, 2). Im gesetzlichen Arbeitsschutz spielten psychische Belastungen bislang eine zu geringe Rolle, hier sei größerer Verpflichtungsdruck ebenso nötig wie konkrete Vorgaben zur Umsetzung, denn die geltenden Vorschriften des Arbeits- und Gesundheitsschutzes seien völlig unzureichend geregelt (vgl. IG Metall 2012a, 32 f.).

 
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